Stadt Kempen: Flüchtlinge freuen sich über Nikolaus

Stadt Kempen: Flüchtlinge freuen sich über Nikolaus

Rund 120 Besucher erwarteten beim Begegnungscafé im evangelischen Gemeindezentrum der Thomaskirche auf den Besuch des heiligen Nikolaus'. Besonders bei den Kinder kamen Nikolaus, Knecht Ruprecht, Engel und Musiker gut an.

Freudige Anspannung lag in der Luft im Gemeindezentrum der evangelischen Thomaskirche Kempen, wo sich jeden Freitagnachmittag Flüchtlinge aus dem ganzen Stadtgebiet sowie interessierte Bürger treffen. Dort wurde jetzt der Besuch des Nikolaus mit Gefolge erwartet.

Der Zustrom zu der gemeinsamen Veranstaltung der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde, der muslimischen Gemeinde und des Arbeitskreises Asyl und Menschenrechte war wieder enorm. Anfangs herrschte dichtes Gedränge vor dem reichlich bestückten Kuchenbuffet. Doch verlor die süße Auswahl für die Gäste bald ihren Reiz. Das Stimmengewirr der etwa 120 Besucher aus unterschiedlichen Ländern verstummte. Alle drängten sich in den Gemeindesaal, als das Lied "Nikolaus komm in unser Haus" erklang.

Interessierte Erwachsene und erwartungsvolle Kinderaugen verfolgten gespannt den Auftritt des vierköpfigen Kempener Nikolaus-Teams: als Heiliger Mann Manfred Schenk (in Vertretung für den stadtbekannten Walter Simon); als Knecht Ruprecht Simons Tochter Andrea Niederprüm; deren Tochter Lina (14) als Engel; Harald Neuhaus (Mitglied des St. Huberter Musikvereins) mit dem Flügelhorn. Einige Flüchtlingskinder flüsterten lachend: "Der Nikolaus ist da!". Pfarrer Wehner begrüßte alle sehr herzlich.

Zwei Flüchtlinge übersetzten die Ansprache vom Nikolaus ins Arabische und Farsi. Der Nikolaus stellte den Bischof von Myra - also den Nikolaus - vor: "Er lebte einfach und arm in der Türkei und ist der Beschützer der Kinder. Er half den Armen und Schwachen und kämpfte gegen Ungerechtigkeit." Die sorgfältige Auswahl der vorgetragenen Texte handelte von Frieden und Erlösung. Der Nikolaus freute sich über die vielen Besucher und ganz besonders über die Kinder.

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Die Flüchtlingskinder reagierten wie in Deutschland: zum Teil neugierig, aufgeschlossen, manchmal etwas zurückhaltend. Die Kleineren suchten lieber Schutz und kuschelten bei ihren Eltern, während die Älteren sich vorwagten, um den Nikolaus zu begrüßen.

Bewegende Szenen gab es bei der Bescherung. Nach der Geschichte des Heiligen Nikolaus und dem Gedicht "Unterwegs nach Bethlehem" verteilten der Nikolaus und Ehrenamtliche des Begegnungscafés 45 Tüten für die Kinder. Das glückliche Lachen und die Freude über ein Geschenk vom Nikolaus berührten die Herzen. Die Kinder freuten sich über die liebevoll zusammengestellten Tüten mit Süßigkeiten, Mandarinen, Nüssen, Spielzeug und Bastelknete.

Die große Freude drückte sich auch in den vielen Fotos und Selfies aus, die voller Stolz zusammen mit dem Nikolaus gemacht wurden: Nikolaus mit Baby auf dem Arm, mit großen und kleinen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen. Viele wollten ein Erinnerungsfoto von diesem besonderen Nachmittag. Für alle Beteiligten war diese Adventsfeier mit dem Besuch des Nikolaus ein besonderes Erlebnis.

Nach der fröhlichen Adventsfeier im Dezember 2015 lag der Gedanke der Initiatoren nahe, dass der Nikolaus auch in diesem Jahr zu den Flüchtlingen kommt. Seine imponierende Erscheinung und das aus Knecht Ruprecht, einem Engel und einem Musiker bestehendes Gefolge hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.

(RP)
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