Flohmarkt für Fahrräder auf dem Buttermarkt in Kempen

Flohmarkt auf dem Kempener Buttermarkt : Fahrradfreunde auf Schnäppchenjagd

Beim Flohmarkt auf dem Kempener Buttermarkt war wieder eine Menge los. Drahtesel aller Art wechselten ihren Besitzer. Außerdem gab es Tipps in Sachen Sicherheit.

Räder, wohin das Auge blickt. Am Samstag fand wieder einmal der jährliche Fahrradflohmarkt des Umweltreferat und des Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Krefeld auf dem Buttermarkt statt. Ebenfalls dabei  waren Vertreter der Kreispolizei, die nicht nur gute Tipps zur Sicherung der Räder gab, sondern auch über rücksichtsvolles Fahren und Verhalten im Straßenverkehr gaben.

Generell seien die rund 500 Räder, die an diesem Morgen angeboten wurden, in sehr gutem Zustand, so die Mitglieder des ADFC. Sie begutachteten die Drahtesel und gaben auch schon einmal Tipps zum Wert, wenn sich ein Verkäufer nicht ganz sicher war. Schon morgens früh um 8 Uhr seien die ersten   Verkäufer und auch Kunden auf dem Markt gewesen, berichteten sie – und obwohl der offizielle Beginn erst um 10 Uhr war. Aber es hat sich wohl herum gesprochen, dass es sich  durchaus lohnen kann, früh zu kommen, so die Radfreunde.

Den ganzen Tag über wurde auf dem Markt viel gefachsimpelt. Die vom ADFC verteilten Angebotszettel wiesen auf besondere Merkmale der Räder hin. Welche Gangschaltung, fehlende Beleuchtung oder Bremsanlage, alles wurde akribisch begutachtet und angekreuzt. Wenn man den Gesprächen zuhörte, stellte man schnell fest, dass viele Käufer ziemlich genau wussten, was sie suchten.

Bei aller Vorfreude auf ein neues Fahrrad bleibt Zeit für ein Eis. Foto: Norbert Prümen (nop)

So wechselten praktische Hollandräder, teils auch mit bequemen tiefen Einstieg, den Besitzer. Ebenso suchte mancher nach einem sportlichen Rad für Touren. Beliebt ist der Fahrradflohmarkt  immer bei Eltern. Da wird das Dreirad, aus dem die Kinder herausgewachsen sind, angeboten. Gleich mehrfach fanden sich pinkfarbene Lilifee-Räder im Angebot. Andrea Ott schob gleich mit zwei Rädern über den Markt. Eines hatte sie gerade für 80 Euro erworben. Das ist für die Tochter bestimmt. Denn diese wollte das Jungenrad ihres Bruders nicht so gerne übernehmen. Also versuchte Ott jetzt dieses noch zu verkaufen. Wenn sie 75 Euro dafür bekäme, wäre sie zufrieden, sagte sie.

Martin Brischke aus Neukirchen-Vluyn hatte gleich jede Menge Räder dabei. Er scheint so ein richtiger Bastler zu sein. Deshalb muss er sich immer dann trennen, wenn kein Platz mehr im Gartenhaus für die Schätzchen ist. Seine Frau sei schon ganz verzweifelt, wenn er mal wieder mit einem Rad nach Hause komme, erzählte er lächelnd.

Bei bestem Fahrradwetter fanden sich zahlreiche Besucher auf dem Buttermarkt ein. Foto: Norbert Prümen (nop)

Gleich nebenan betrachtete Ingrid Schmale einen hölzernen Anhänger fürs Rad. Der wird vorne angespannt und bietet genügend  Platz für Einkäufe oder  für ein Kleinkind. Das wäre etwas für ihr Enkel, meinte sie. Der Verkäufer war dann so freundlich, dass sie ein Foto machen konnte, um das Ganze mit der Tochter zu besprechen. Ein anderes Problem besprachen gerade die Jansens aus Wachtendonk. Sie waren auf einer Radtour eher zufällig nach Kempen gekommen und dabei auf den Markt gestoßen. Sie hatten ein Rad für ihren Sohn entdeckt, aber rätselten nun, wie sie es nach Hause bringen konnten. Kein Problem, für 65 Euro wechselte das Rad den Besitzer, man tauschte die Adressen aus und im Laufe der Woche wird es beim Verkäufer abgeholt.

Seit kurzer Zeit gibt es die  Fahrradcodierung zur Diebstahlsicherung nicht mehr. Polizeihauptkommissar Martin Gehnert erläuterte die neue Version eines Fahrradpasses als App. Das geht ganz einfach. Man muss das Rad nur fotografieren, sollte sich die Rahmennummer notieren und alle Angaben zu Marke, Modell, Farbe, Kaufpreis aufschreiben. Am besten nimmt man dafür den im Informationsflyer der Polizei abgedruckten Fahrradpass. Im Falle eines Diebstahls hat man so alle nötigen Angaben. Diese kann man dann digital an die Polizei übermitteln. Auf die Frage nach dem Interesse zeigte Gehnert auf den leeren Karton der Flyer. 250 Flyer waren an diesem Morgen in kurzer Zeit mitgenommen worden. Ebenfalls großes Interesse  an dieser Neuerung hatte Umweltreferent Heinz Puster an seinem Stand.