Stadt Kempen: Fitnesstraining für Radfahrfreunde

Stadt Kempen : Fitnesstraining für Radfahrfreunde

Fünfmal in der Woche wird der Parkplatz am Kempener Krankenhaus zu einem Treffpunkt für Rennrad- und Mountainbikefahrer. Die "Ciclisti Kempen" starten von dort aus zu ihren Touren. Mitfahren kann jeder, der Lust hat.

Radfahren macht in der Gruppe einfach mehr Spaß. Das dachte sich auch Peter Falk als er den Sport für sich entdeckte. Im Prinzip fing dabei alles mit dem damaligen Übergewicht von Falk an. "Im Jahr 2010 entschloss ich mich, etwas gegen meine Körperfülle zu tun. Mein Arzt empfahl mir Radfahren, weil Laufen aufgrund meines Gewichtes, die Gelenke zu sehr belasten würde", erinnert sich Falk. Beim Gespräch am Stammtisch stellte sich heraus, dass zwei weitere Stammtischbrüder Rennrad fuhren.

Falk schaffte sich sein erstes Rennrad an und fuhr mit den beiden los. Auch die Frauen machten mit. Die kleine Gruppe wollte sich gerne vergrößern, denn ab und zu passierte es doch, dass einer alleine da stand und keinen Mitfahrer für eine Runde fand. "Radsport macht aber in der Gruppe einfach mehr Spaß", meint Falk. Einen Verein wollte man nicht gründen. Stattdessen beschlossen die Radler einen vereinslosen Radsporttreff ins Leben zu rufen. Dabei stießen sie auf "100 Ciclisti - Das Radtrikot Deiner Stadt". Eine Aktion, bei der es das Ziel ist, das größte Jedermann-Team Deutschland zu werden und mindestens 8000 Radsportler auf die Straße zu bringen. So nahm "Ciclisti Kempen" im September vergangenen Jahres mit neun Radlern seinen Anfang.

"Wir sind kein Verein, sondern Radsport-Team für alle Interessierten. Bei uns kann jeder mitfahren und das ohne irgendeine Gebühr", betont Falk. Will man allerdings zum Team gehören und in den Trikots mitfahren, dann steht ein einmaliger Beitrag von 95 Euro an. Dieser beinhaltet das Teamoutfit in Form von Kurzarm-Trikot und kurzer Radlerhose. Dazu gibt es den Newsletter, die gemeinsame Teilnahme an Radtouristikausfahrten, den Radler-Treff sowie Zugang zur Whatsapp-Gruppe.

Hierbei verabreden sich die Fahrer außerhalb der Treffen spontan über Whatsapp zu weiteren Touren. "Wer Zeit und Lust hat schickt eine Info, die alle erhalten und bekommt ein Feedback, wenn jemand mitradeln möchte", erklärt Falk. Zum eigentlichen Team gehören derzeit 55 Radler im Alter zwischen 27 und 65 Jahren, darunter neun Frauen. "Unser Durchschnittsalter liegt bei Mitte 40. Ab 18 Jahren kann jeder mitradeln. Wer jünger ist, kann dies derzeit aus versicherungstechnischen Gründen nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigen machen", sagt Falk.

Waren es am Anfang nur Rennradfahrer, so kamen bald Mountainbiker hinzu. Zu den 55 Team-Mitgliedern kommen jede Menge weiterer Rennrad- und Mountainbike-Fahrer aus Kempen und Umgebung dazu, die einfach ohne Trikot mitfahren und es genießen, in einer Gruppe ohne irgendwelche Verpflichtungen mitfahren zu können. Eins ist allerdings neben dem funktionstüchtigen Fahrrad Pflicht. Jeder, der mitfährt, trägt einen Helm. "In der Gruppe macht es einfach mehr Spaß radzufahren. Es findet sich immer jemand der mitfährt", meint Andrea Castillo, die über das Internet auf die "Ciclisti Kempen" aufmerksam wurde und seit März mitradelt.

Mittlerweile haben sich verschiedene Gruppen gebildet. So gibt es das Team Race, in dem sehr sportlich gefahren wird und das Team After Work, bei dem die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 25 Stundenkilometern liegt. "Für alle Gruppen gilt aber, es bleibt keiner auf einer Tour zurück. Alle orientieren sich immer am schwächsten Fahrer", betont Falk. Die Strecken variieren meist zwischen 50 und 80 Kilometer Länge. Sie führen über fahrradfreundliche Strecken.

Auch beim Kempener Radrennen um die Burg ist "Ciclisti Kempen" am 5. Oktober da ei. Zuletzt machte eine Gruppe beim "Drill & Grill" der Fleischerei Fahnder mit dem bekannten Radrennfahrer Marcel Wüst mit. 20 Teilnehmer hatten sich für die Veranstaltung angemeldet. Übrigens, Peter Falk hat bislang schon 28 Kilogramm abgenommen.

(tref)
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