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Kempen: Fit statt pfundig

Kempen : Fit statt pfundig

Nach einer neuen Studie haben die Bewohner im Kreis Viersen zu viel Gewicht. Um Rettungsringe und Reiterhosen los zu werden, helfen gesundes Essen, Schlaf und Bewegung.

Die Bikini-Saison ist vorbei, der Winterspeck kann kommen. Unter Wollpullovern und Daunenjacken lassen sich in der kalten Jahreszeit ein paar Fettpölsterchen gut verstecken. Damit liegen alle Besseresser voll im Trend, denn Rheinländer und Westfalen nehmen stetig zu.

Das Massen-Phänomen macht auch vor dem Kreis Viersen nicht halt. Einer Studie des Statistischen Landesamtes haben die Niederrheiner mit Platz vier Gewicht verliehen. Nur die Bewohner von Herne, Hamm und dem Kreis Unna bringen noch mehr auf die Waage.

"Solche Zahlen sind mit Vorsicht zu betrachten, da wir nicht sicher wissen, wie sie zustande gekommen sind. Es ist jedoch ohne Zweifel so, dass die Bevölkerung zunimmt", sagt Martina Kruß, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. Sie kennt die Risiken von Übergewicht. "Die Folgen sind häufig Stoffwechselkrankheiten wie beispielsweise Diabetis. Durch die vermehrte Verkalkung der Arterien können Herz-Kreislauf-Probleme und Bluthochdruck entstehen." Die überschüssigen Kilos seien zudem eine Belastung für die Gelenke.

Um Rettungsringe, Reiterhosen und Bierbauch los zu werden, rät Martina Kruß zu einer langfristigen Ernährungsumstellung. "Empfehlenswert ist eine gesunde Mischkost mit Salat, Gemüse und magerem Fleisch." Süßigkeiten, weißes Mehl und Lebensmittel mit vielen Kohlehydraten sollten dagegen weitgehend aus dem Speiseplan verschwinden.

Dickmacher sind jedoch nicht nur Chips und Schokolade, süße Getränke lassen den Body-Maß-Index ebenfalls klettern. "Auch die so genannten light- oder zero-Produkte enthalten eine Menge Süßungsmittel", betont Martina Kruß. Die Expertin rät, Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken.

Da sich der Geschmack erst langsam an die neue Nahrung gewöhnen müsse, sei der Wille entscheidend. Außerdem gehöre Geduld dazu, besonders wenn die Pfunde nicht sofort purzeln. Denn von Hungerkuren und Blitzdiäten hält Martina Kruß nichts. "Sie haben oft den gegenteiligen Effekt." Neben einer ausgewogenen Ernährung ist ausreichend Schlaf wichtig, da während der Ruhephase ein Hormon dafür sorgt, dass der Stoffwechsel auf Touren kommt. Um die Fettverbrennung in Gang zu bringen, ist Bewegung unumgänglich.

"Für Ungeübte empfiehlt sich ein Walkingtreff oder eine Schwimmgruppe. Wichtig ist, sich am Anfang nicht zu überlasten, um die Lust nicht zu verlieren", betont Kruß. Allen Sportmuffeln empfiehlt sie, sich im Alltag fit zu machen. "Dazu gehört kurze Wege zu laufen anstatt zu fahren, den Postweg selbst zu erledigen oder Treppen zu steigen, statt Aufzug zu fahren." Statt der Chips vor dem Fernseher macht ein Ergometer aus Masse Muskeln

(RP)