Feuerwehrübung in Grefrath

Grefrath : Jugendfeuerwehr probt für den Ernstfall

Bei einer Übung in Grefrath wusste der Nachwuchs in vollem Umfang zu überzeugen.

Die Blaulichter auf den Feuerwehrfahrzeugen auf dem Gelände vom Transport Service Mäurers im Grefrather Industriegebiet sind schon von weitem gut zu sehen. Zwischen den blinkenden Fahrzeugen sind Feuerwehrleute im Einsatz. B-Schläuche werden an Hydranten angeschraubt, Kopplungsstücke eingesetzt und Schlauchkörbe aus den Hilfeleistungslöschfahrzeugen genommen. Hände legen Atemschutzmasken an, und Sauerstoffflaschen werden mit dern Halterungen auf den Rücken genommen. Es  handelt  sich jedoch in diesem Fall um gelb lackierte Kunststoffrohre, die aber den echten Flaschen täuschend ähnlich sehen. „Allerdings sind sie nicht so schwer, vermitteln aber dennoch das Gefühl, wie es ist, unter Atemschutz zu arbeiten“, bemerkt Edmund Laschet, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath.

Die Feuerwehrleute, die  bei der Übung aktiv mitten im Einsatzgeschehen stecken,  sind nämlich noch keine ausgebildeten Feuerwehrleute, geschweige denn Atemschutzträger. Sie gehören dem jungen Feuerwehrnachwuchs nach. Die zwölf bis 17 Jahre alten Jungen und Mädchen sind allesamt Mitglieder der Jugendfeuerwehr der Löschzüge Kempen und Grefrath.

Die jährliche gemeinsame Übung steht an, in diesem Fall ausgerichtet von der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath. Wobei die Tönisvorster Jugendfeuerwehr normalerweise auch zu den Übungsteilnehmern gehört, diesmal aber nicht anwesend war. „Wir simulieren einen Brand in einem Verwaltungsgebäude, bei dem vier Personen vermisst werden. Zudem gilt es, einen Dieseltank vor übergreifenden Flammen zu schützen“, informiert Helmut Fenten, Grefraths Jugendfeuerwehrwart, der das Übungsszenario zusammen mit seinen Kollegen Georg Bröckels und Björn Breuer entworfen hat.

Aus dem Verwaltungsgebäude dringt indes dichter Qualm. Im Inneren ist die Hand nicht vor den Augen zu sehen. Ein erster Trupp von jugendlichen Feuerwehrleuten rückt an und verschwindet mit einem C-Schlauch in dem Verwaltungsgebäude, das sich in der großen Lagerhalle des Unternehmens befindet. Kurze Zeit später tauchen der 13-jährige Sean und der zwei Jahre ältere Julian mit einem Dummy wieder auf. Die erste vermisste Person ist damit gefunden worden.

Während auch der zweite Dummy sowie die vermissten Personen Henrik und Johanna gerettet werden, füllen sich die Schläuche auf der Außenanlage mit Wasser. Die Jugendfeuerwehrleute kühlen den Dieseltank, damit dieser vor Funkenflug geschützt ist. „Mayday! Ich schicke zwei Trupps ins Gebäude“, spricht Breuer in sein Funkgerät. Ein Feuerwehrkollege wird im Verwaltungsgebäude vermisst. Mit einer Leine gesichert machen sich zwei Trupps, jeweils aus zwei Personen bestehend, erneut ins Gebäudeinnere auf. Im Kriechgang geht es in die vernebelten Räumlichkeiten, da die Sicht im unteren Bereich ein wenig besser ist, als im oberen Sektor.

Der vermisste Feuerwehrmann Denis wird gefunden, herausgetragen und auf eine Trage gelegt. Vier weitere junge Kollegen packen an und bringen den Verletzten zum Verletztensammelplatz. „Der Lüfter kann in Stellung gebracht werden“, lautet die nächste Aufforderung. Dustin, Justin und Tom bringen die Gerätschaft in Stellung, die auch bei einem realen Einsatz genutzt werden würde. Sobald eine zweite Öffnung in einem Gebäude vorhanden ist, wird mit dem Lüfter gearbeitet, um den Nebel zu vertreiben und so für eine bessere Sicht zu sorgen.

„Es war anstrengend, aber sehr gut. Wobei ich mich schon ein wenig unwohl gefühlt habe, als der Nebel einem vollkommen die Sicht genommen hat“, sagt Mia, zieht sich die Atemschutzmaske vom Kopf und legt die Sauerstoffflasche ab.  Die 15-Jährige gehört seit diesem Jahr der Jugendfeuerwehr an und findet es sehr gut, dass sie lernt, anderen Menschen in Notsituationen zu helfen. Insgesamt sind es 40 Jugendliche, die mit Bravour ihren Übungseinsatz gemeistert haben und denen die Begeisterung  an den Gesichtern abzulesen ist. „Das ist unser Nachwuchs, der die Übung sehr gut gemacht hat“, lobt Laschet.  Ein Lob, dem sich alle Kollegen aus der großen Wehr  anschließen.

Jugendliche ab zwölf Jahren können in die Grefrather Jugendfeuerwehr eintreten. Entsprechende Kontaktformulare gibt es unter www.feuerwehr-grefrath.de. Die Freiwillige Feuerwehr Grefrath ist zudem immer auf der Suche nach weiteren Mitgliedern. Auch die anderen Wehren nehmen jederzeit Jugendliche wie Erwachsene auf.

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