Feuerehren des Kreises Viersen sammeln für Rumänien

Kreis Viersen : Rekordergebnis für Rumänien

Die Feuerwehren sammelten am Samstag wieder für Bedürftige Menschen in Rumänien. Im Minutentakt kamen Autos mit gefüllten Kofferräumen vorgefahren

„Wir kommen jedes Jahr hierhin und bringen Lebensmittel, Bekleidung und Spielsachen.“ Gertrud Rundholz ist zu Fuß zur St. Töniser Feuerwehr gekommen und drückt Löschzugführer Rolf Peschken drei gut gefüllte Beutel in die Hand. Die 81-Jährige unterstützt die Rumänienhilfe seit Jahren. An diesem Samstag sammeln die Feuerwehren am Niederrhein wieder Hilfsgüter für Caransebes. Noch vor Weihnachten rollen zwei Konvois in das 1700 Kilometer entfernte Städtchen am Fuße der Karpaten.  „Unsere Kinder haben so ein gutes Leben. Das sollten wir auch für die Mädchen und Jungen in Rumänien gewährleisten“, betont Gertrud Rundholz, die selbst zwei Kinder und zwei Enkel hat.

„Danke“, sagt Jonas Müller und nimmt Gertrud Rundholz im offenen Gerätehaus an der Mühlenstraße 15 die Tüten mit Hilfsgütern ab. Der 16-Jährige gehört zur Tönisvorster Jugendfeuerwehr. Er und die zwei weiteren Jugendlichen Katharina Haeger (17) und Tobias Denda (17) nehmen die angelieferten Güter freundlich in Empfang und sortieren sie sofort: Zucker, Salz, Mehl, Nudeln, Würstchen, Konserven mit Möhren, Erbsen, Pfirsischen – das wird am häufigsten gebracht. „Wir haben hier unser eigenes Sortiersystem entwickelt“, beschreibt Jonas Müller.

Bereits um 11 Uhr – zur Halbzeit - ist in St. Tönis eine Menge zusammengekommen, so dass die Ware nun mit Feuerwehr-Transportern in die benachbarte Halle der Rumänienhilfe an der Industriestraße gebracht wird. „Dort ist das Lager der Rumänienhilfe, von wo aus die Laster in die Region 500 Kilometer vor Bukarest fahren“, beschreibt Feuerwehrleiter Peschken die Logistik. Diesmal stellt der Spediteur Krause aus Neuss zwei Lastwagen zur Verfügung, die Anfang Dezember mit jeweils zwei Fahrern die zweieinhalbtägige Reise nach Caransebes antreten. „Am Nikolaustag wollen sie ihr Ziel erreicht haben.“

An der zentralen Sammelstelle freuten sich Günter Holdschlag und Sandra Jochems über die zahlreichen Spenden für Rumänien. Foto: Norbert Prümen (nop)

Der 57-jährige Rolf Peschken hat sich vor Jahren bereits selbst in Caransebes davon überzeugt, wie wichtig die Hilfe vom Niederrhein ist. „Es herrscht Armut, die Straßen sind sehr schlecht, die Gasleitungen liegen oberirdisch, auch mit der Stromversorgung liegt es im Argen“, so der Wehr-Chef. Am wichtigsten, so die Einschätzung des Vaters von zwei Söhnen, sind Grundnahrungsmittel.

Gemüse- und Obstkonserven seien in diesem Jahr erfreulich viel angeliefert worden. Aber auch Kaffee, Süßigkeiten, Decken, medizinisches Gerät und Spielzeug nehmen die Feuerwehrhelfer gerne in Empfang. „Die Kleidung sollte gut erhalten sein. Bei Lebensmitteln müssen wir darauf achten, dass die Mindesthaltbarkeit bis Mai 2020 gilt“, so der gebürtige St. Töniser Peschken. Auch Geldspenden sind wichtig, beispielsweise für die Spritkosten der Laster.

Obwohl die Sammelaktion bereits zum 27. Mal stattfindet, kann von Abnutzungserscheinungen keine Rede sein. Über vier Stunden kommen regelmäßig Menschen aus der Umgebung zum St. Töniser Gerätehaus und öffnen ihren Kofferraum, der meist prall gefüllt ist mit lebensnotwendigen Dingen für Rumänien.  Am Nachmittag steht fest, dass dieses Jahr für den Niederrhein ein Rekordvolumen von 40 Tonnen zusammengekommen ist, davon 35 Tonnen Lebensmittel. Allein im Kreis Viersen sind es 36 Gerätehäuser, die an diesem Samstag Hot-Spot für Rumänien sind. So wird auch 2019 wieder sichergestellt, dass viele bedürftige Menschen in der Region Banat ein  Weihnachtsfest ohne materielle Not erleben. Die Grefrather Feuerwehr hat allen Spendern, die mit ihren Kindern gekommen sind, die Möglichkeit geboten, die roten Fahrzeuge zu besichtigen. Auch andernorts, beispielsweise in Krefeld oder Kerken, verbinden die Wehren die Sammlung mit einem geselligen Beisammensein. In St. Tönis, wo die Fäden zusammenlaufen, kommen ebenfalls viele anregende Gespräche zustande.

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