Schulausschuss in Kempen beschäftigt sich mit Hygieneartikeln Tampons auf der Tagesordnung

Kempen · Der Antrag der Kempener FDP-Fraktion wird Thema im nächsten Schulausschuss. Es geht darum, Hygieneartikel wie Binden und Tampons in öffentlichen Einrichtungen anzubieten.

 Die FDP spricht sich für Tampons aus dem Automaten aus.

Die FDP spricht sich für Tampons aus dem Automaten aus.

Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Die Politik in Kempen wird sich in der nächsten Sitzung des Schulausschusses im November mit der Frage auseinandersetzen, ob an Schulen künftig Damenhygieneartikel kostenfrei angeboten werden. Die FDP-Fraktion hatte im März beantragt, solche Artikel wie Binden und Tampons in öffentlichen Einrichtungen anzubieten, etwa in Schulen und bei Behörden. Die Ausgabe solle durch hygienische und vandalismus-sichere Spender in den sanitären Einrichtungen der Gebäude erfolgen. „Des Weiteren soll in die Überlegungen die Installierung einer Pilotphase an einer öffentlichen Einrichtung einfließen, um Erfahrungen in einer realen Umgebung zu sammeln“, erklärt der FDP-Fraktionsvorsitzende Bernhard Lommetz in dem Antrag. Ausgehend von den Ergebnissen aus dieser Pilotphase könnte das Projekt dann fortgeführt, die Kosten in einem der nächsten Haushaltsentwürfe eingeplant werden.

Ihren Antrag begründete die Fraktion mit der „Periodenarmut“: Viele Mädchen und junge Frauen könnten sich nicht ausreichend mit Menstruationsprodukten ausstatten. Doch niemand solle aufgrund der Menstruation zusätzlich Stress, finanzielle oder soziale Nachteile erfahren. Zudem komme die Periode bei Mädchen und jungen Frauen häufig unregelmäßig und überraschend.

Inzwischen hat die Stadtverwaltung die Kempener Schulen um eine Stellungnahme gebeten, einen Bericht dazu will die Verwaltung in der Sitzung des Schulausschusses am 25. November geben. „Wir haben die Schulen gefragt, wie sie den Bedarf sehen“, berichtet Schuldezernent Bennet Gielen. Schon jetzt hielten die Schulsekretariate Menstruationsartikel vor, so dass sich Mädchen dort versorgen könnten, wenn die Menstruation überraschend einsetze. Ob man darüber hinaus ein weiteres Angebot mache, müsse die Politik entscheiden.

Auch in anderen Kommunen ist die Versorgung mit Damenhygieneartikeln ein Thema. In Brüggen beispielsweise sollen Schülerinnen künftig an beiden Gesamtschul-Standorten Tampons aus dem Automaten ziehen können. Dafür gab der Kita-, Schul- und Sportausschuss im September grünes Licht. Dort hatten die Grünen den entsprechenden Antrag gestellt. Zwar können Schülerinnen der Gesamtschule bislang Damenhygieneartikel im Sekretariat bekommen, doch den Schülern ist das Angebot aus dem Automaten offenbar lieber: Bei einer Schüler-Umfrage zeigte sich, dass 85 Prozent der Befragten für die Aufstellung eines Automaten waren, zwölf Prozent für die Ausgabe im Sekretariat, die übrigen hatten entweder keine Meinung oder andere Vorschläge. Die Kosten sind übersichtlich: Die Gemeindeverwaltung Brüggen rechnet mit 150 Euro für einen Automaten.

(biro)