Stadt Kempen: Fahrrad-Schnäppchen am Buttermarkt

Stadt Kempen : Fahrrad-Schnäppchen am Buttermarkt

Fahrräder dicht an dicht: Der Buttermarkt war am Samstagmorgen ein Paradies für Fahrradfreunde. Bereits zum 14. Mal gab es den Fahrradflohmarkt. Auf der Suche nach Schnäppchen kamen viele Besucher schon früh in die Stadt.

Rund 450 Räder waren es wohl, die bei ihm angemeldet wurden, sagte Hartmut Genz vom ADFC Krefeld / Kreis Viersen. Schon um 8.15 Uhr kamen die ersten Verkäufer am Samstag auf den Markt, obwohl dieser erst um 10 Uhr begann. Gemeinsam mit dem städtischen Umweltreferenten Heinz Puster organisiert Genz seit Jahren den Flohmarkt. Gerade einmal zwei Euro kostete die Standgebühr für das erste Fahrrad, alle weiteren kosteten einen Euro.

Wer über den Fahrradflohmarkt schlenderte konnte sehen, dass mancher in Garage und Keller gestöbert hatte. Daher war die Auswahl groß. Relativ viele Trekkingräder waren im Angebot. Die konnten Käufer zu Preisen zwischen 80 und 150 Euro erwerben. Aber auch das schlichte Hollandrad in jeder Ausführung gab es. Mit Glück ergatterte man so ein Exemplar für 50 Euro. Aber für die elegante nostalgische Version "Nachtigall" musste man schon 110 Euro hinlegen. "Zweitrad" sagte ein Käuferin, als sie vom Stand mit ihrem Neuerwerb von dannen zog.

Bei der Vielzahl des Angebots war aber auch die Entscheidung schwer. Die Heuers aus Kempen waren schon fündig geworden. Ein Fahrrad für die Tochter für 60 Euro, nun musste aber noch ein weiteres gefunden werden. Kinderräder waren sowieso gut gefragt. "Die wachsen so schnell da raus", wusste Vater Heuer. Für kleine Anfänger wartete ein Tigerentenfahrrad auf einen neuen Besitzer und gleich nebenan ein pinkfarbenes Prinzessinnenrad, beide jeweils für 35 Euro.

Frank Brüsting aus Oedt und seine Tochter Vivien hofften, an diesem Morgen zwei Kinderräder los zu werden. Denn die Mädchen sind schlicht zu groß geworden für ihre Fahrräder. Allerdings hatten die beiden Fahrräder Erklärungsbedarf, denn es handelte sich um Räder der Marke Minerva. Wie in Belgien üblich, haben diese aber keinen Rücktritt. Für Kinder überhaupt kein Problem, sagte Brüsting. Die beiden robusten Räder wollte er für 110 und 130 Euro los werden.

Etwas ganz besonderes war auch das Leichtmofa von Peter Tappert. Diese Rad-Mofas der Firma Saxonette werden heute schon gar nicht mehr hergestellt. 2400 Euro hatte das gute Stück damals gekostet. Deshalb hatte er keinen Preis angegeben, sondern wollte mit potenziellen Käufern verhandeln.

ADFC bietet kompetente Hilfen an

Überhaupt war Handeln üblich. Auf einem Flohmarkt bietet sich das nun einmal an und gehört dazu. Jedes Fahrrad war mit einem Zettel bestückt, auf dem die Besitzer nach Selbsteinschätzung den Zustand des Rades ankreuzen konnten. Und eine Probefahrt rund um den Buttermarkt war auch allemal möglich. Bei kleinen Schwierigkeiten standen die Helfer vom ADFC zur Verfügung. Außerdem fachsimpelten am Rande immer wieder Verkäufer und Interessenten. Es war interessant zu hören, welches geballte Fahrradwissen da teilweise zusammen kam. Auch das machte wohl die angenehme Atmosphäre auf dem Fahrradflohmarkt aus.

Sämtliche Räder wurden übrigens mit einem durch den ADFC vorbereiteten Vertrag verkauft. Dort wurden die Personalien des Verkäufers sowie die Rahmennummer festgehalten. Damit soll verhindert werden, dass hier gestohlene Räder verkauft werden.

Dafür war auch die Polizei mit ihrer Registrierungsaktion auf dem Markt vertreten. Man konnte sein Rad, egal ob neu gekauft oder das schon vorhandene mitgebrachte mit einer Nummer versehen lassen. Oder ein Formular mitnehmen, das man in aller Ruhe zu Hause ausfüllen kann und dann zur Polizei zur Registrierung bringt. Es herrschte reger Andrang am Stand. Gegen Mittag waren sowohl Puster als auch Genz sehr zufrieden mit dem Markt. "Kempen ist der beste Radmarkt, den ich kenne," sagte Genz.

(sr)
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