Stadt Kempen: Fackele lööte, Musiker trööte

Stadt Kempen : Fackele lööte, Musiker trööte

Bei St. Martin ändert sich in Kempen nicht viel: "Jüppi" Trienekens bleibt Martindarsteller, in die Tüte kommt keine fair gehandelte Schokolade. Es gibt einen neuen Bloesen-Spruch. Die Finanzen stimmen.

Der neue St. Martin ist der alte: "Jüppi" Trienekens wird auch in diesem Jahr dem Kempener Martinszug voran reiten. Außerdem gibt es einen neuen Bloese-Spruch, aber keine fair gehandelte Schokolade in der Martinstüte. Es war Karl-Heinz Hermans, dem Vorsitzenden des St. Martin-Vereins, bei der Versammlung am Donnerstagabend ein Anliegen zu erklären, warum der Verein sich gegen die mehrfach geäußerte Forderung entschieden hatte. Ein Kreis um Ingrid Eckel hatte mit einer Unterschriftenliste gefordert, im Sinne des Martinsgedankens fair gehandelte Schokolade in die Tüten zu packen.

Keine fair gehandelte Süßigkeit

Das Anliegen habe der Vorstand "mit Respekt entgegen genommen", sagte Hermans. Doch sei der erweiterte Vorstand zu dem Schluss gekommen, dass die Gelder des Vereins vorrangig den Kempener Kindern zugute kommen sollen. Außerdem würde die Mehrzahl der Klassen die Fackelprämien wohltätigen Zwecken spenden. Zudem gibt es seit einigen Jahren einen Fonds, der Kinder unterstützt, deren Eltern sich sonst vielleicht keinen Klassenausflug oder Ähnliches leisten könnten.

Wegen der späten Herbstferien verschieben sich in diesem Jahr alle Termine zur Vorbereitung des Martinszuges. Daher der ungewohnt frühe Termin der Versammlung. Gleich sechs neue Sammler begrüßte Hermans am Donnerstag. Das wird Schatzmeister Rainer Hamm freuen. Denn der Verein ist auf die Emsigkeit der Sammler angewiesen, die sich in den nächsten Tagen auf den Weg machen. Gleichwohl ist die Bilanz des Vereins ausgewogen. Im vergangenen Jahr wurden rund 20 500 Euro für die Martinsgaben ausgegeben, 18 000 für Fackelprämien. Da nimmt sich der Preis für das Feuerwerk samt Sicherungsmaßnahmen mit 2825,50 Euro gering aus. Für dieses Jahr rechnet Hamm mit dem gleichen Preis bei bleibender Qualität.

Besonders bedankte er sich bei der Stadtverwaltung, die in diesem Jahr in der hauseigenen Druckerei die Spendenquittungen ausgedruckt und kuvertiert hatte. Proviantmeister Lars Weegen ließ schon einmal den Inhalt der Bloese probieren. Die Mischung orientiert sich wie immer an der Tradition von gesund bis süß. Hermans hat den neuen Spruch für die Tüten gedichtet: "Fackele lööte, Musiker trööte, trommele und flööte. Kenger dont senge, Jeföhl deet dat brenge be Jru-et on be Kleen, die all op de Been. On alles det mött en Kempen — Zent Märte op Rett." Gepackt wird am 8.November. Die Fackelausstellung im Rathaus wird ab 21. Oktober zu sehen sein. Am 5. November ist dann dort die Prämierungskommission unterwegs.

(sr)