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Fachausschuss diskutiert über Ortsentwicklung von Oedt

Diskussion in der Politik : Oedt und seine „neue Mitte“

Es soll eine Chance für einen Neuanfang sein. Aufgeräumt, großzügig und modern – das sind Eigenschaften, mit denen die Planer die „neue Mitte“ für Oedt bezeichnen. Jetzt hatte der Fachausschuss das Wort.

Im Mittelpunkt der politischen Diskussionen stand jetzt wieder einmal der Umbau des Marktplatzes in Oedt. Um einen Plan für dieses wichtige Projekt im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) zu finden, hatte es einen Wettbewerb gegeben. Und die Gewinner stellten ihren überarbeiteten Entwurf nun im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss vor. Dazu waren als Experten Markus Ridder vom Ingenieurbüro Angenvoort+Barth aus Krefeld und Martin Rogge von der Stadtraum Architektengruppe aus Düsseldorf in die Sitzung des Gremiums im Oedter Rathaus gekommen.

Einige offene Fragen hatte man den Planern noch als Hausaufgabe mitgegeben. Das ging schon bei der Größe des Platzes los. Bis wo soll dieser eigentlich reichen? Für die Planer sind die beiden vorspringenden Häuser von Niedertor-Apotheke und Bäckerei Oomen die Begrenzungen, die man auch beibehalten möchte. Die Hochstraße als Trennung ist gesetzt, daran führt kein Weg vorbei. Über einen Zebrastreifen geht es auf den Vorplatz der Albert-Mooren-Halle, der auch Teil der „neuen Mitte“ werden soll. Weiterhin angestrebt sind Abriss und Neubebauung der Häuser Hochstraße 22 und 24. Ein Neubau soll leicht nach hinten versetzt werden, damit die Sicht auf den „Albert-Mooren-Platz“ etwas freier wird und dies wie ein Gelenk zwischen den Plätzen wirkt. Gleichzeitig sollen sie einen geschützten Raum für den Platz vor der Mooren-Halle bieten.

Um die Oedter Albert-Mooren-Halle (rechts im Hintergrund) besser zur Geltung zu bringen, sollen Häuser an der Hochstraße abgerissen werden. Foto: Norbert Prümen

Auf dem Marktplatz sollen die „identitätsstiftenden“ Bäume erhalten bleiben. Falls die Bäume aufgrund ihres Zustandes nicht erhalten werden können, sollen neue Bäume gepflanzt werden. Um einen der Bäume herum soll es ein Hochbeet mit Sitzmöglichkeit geben. Indem man das vorhandene Beet und den Brunnen entfernt, schafft man Platz für den Wochenmarkt und Außengastronomie. Stehen für die Marktnutzung bisher 245 Quadratmeter zur Verfügung, auf denen nur ein Stand Platz hat, sollen es in Zukunft rund 580 Quadratmeter sein, auf denen vier weitere Marktstände möglich wären. Die Größe der Aufenthaltsflächen würde von 510 Quadratmetern auf rund 800 Quadratmeter steigen. Ein Wasserspiel soll den Platz beleben. Der Parkplatz an der Sparkasse soll erhalten bleiben, aber neu geordnet werden.

Das Thema Barrierefreiheit beschäftigte die Planer rund um die Albert-Mooren-Halle, die über Treppen erreicht werden muss. Laut Entwurf soll die Mooren-Halle vom Platz aus demnächst ebenerdig erreicht werden können. Um den vorhandenen Höhenunterschied auszugleichen, soll die Treppenanlage vorgezogen werden. Zwar gab es die Anregung, den Weg Am Schwarzen Graben im Süden an der Halle vorbei barrierefrei zu gestalten, das ließe sich aber aufgrund des Höhenunterschieds nicht umsetzen. Stattdessen soll aber der Weg im Norden an der Halle vorbei mit einer Rampe für Radfahrer und Fußgänger barrierefrei ausgebaut werden.

Noch ungewiss ist, was an der Stelle der Häuser Hochstraße 22 und 24 tatsächlich passiert. Daher sollten die Planer Ideen für eine Zwischennutzung finden, falls die Häuser abgerissen werden, aber eine Neubebauung noch auf sich warten lässt. Dann würde man, so der Vorschlag, dort einen öffentlichen Parkplatz einrichten, der mit Hecken eingefasst bereits die Linien der neuen Bebauung aufnimmt. Wichtig sei, eine attraktive Zwischenlösung zu wählen, die dann aber nicht zur Dauerlösung wird, machte Martin Rogge den Spagat deutlich. Die Idee, dass im Erdgeschoss der Neubauten Geschäftsflächen geplant werden sollten, sorgte im Ausschuss doch für Erstaunen angesichts der vielen Leerstände, besonders entlang der Durchfahrtsstraße. Martin Rogge riet aber zum Optimismus. Man müsse den „Effekt des Neubeginns“ berücksichtigen. Der Bereich soll die neue Mitte werden, und dort sollen sich dann auch Geschäfte und Gastronomie zusammenziehen.

Kommentar: Oedt und der Aufschwung