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Evangelisches Altenzentrum Oedt

Serie Oedter Altenzentrum (3) : „Das Evangelische Altenzentrum Oedt ist ein Ort zum Leben“

Dank vieler Angebote fühlen sich die Bewohner an der Oststraße geborgen. Die seelsorgerische Arbeit läuft bestens.

Seit 50 Jahren, also seit das ehemalige Oedter Krankenhaus St. Vitus von der Gemeinde Oedt an die Rheinische Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk GmbH verkauft worden ist, ist auch die evangelische und katholische Seelsorge im Evangelischen Altenzentrum Oedt gut aufgestellt. Sie war zunächst Aufgabe des jeweiligen Ortspfarrers, bis 1989 mit Ortrun Hindemith eine hauptamtliche Pfarrerin für das Altenzentrum gewonnen werden konnte.

Die evangelische Landeskirche förderte in dieser Zeit die Altenheimseelsorge als eigenständigen Bereich seelsorglicher Arbeit. Ortrun Hindemith gehörte mit zu den Ersten, die ein Konzept für eine solche Altenheimseelsorge entwarfen und anwendeten. Dazu gehörte unter anderem die Einführung eines Gottesdienstes für Menschen mit Demenz in der Form einer vereinfachten Liturgie im Raum der Stille. In dieser Zeit entstand die bis heute bestehende enge Zusammenarbeit mit dem Malteser Hospizdienst in Grefrath.

Sie haben große Verdienste um das Altenzentrum (v. l.): Ortrun Hindemith, Bernd Spangenberg und Regina Löwenstein-Hausmann. Foto: Alfred Knorr

Nach 23 Jahren seelsorglicher Arbeit gab Pfarrerin Ortrun Hindemith diese Aufgabe ab und legte sie in die Hände ihrer Nachfolgerin Regina Löwenstein-Hausmann. Die Diakonin führt diese Arbeit immer noch weiter, doch wechselt sie zum 1. April als Prädikantin und Diakonin zur Emmaus-Gemeinde nach Willich. Die Heimleitung hofft jedoch, dass die gute seelsorgliche Altenheimarbeit auch zukünftig weitergeführt werden kann. Die katholischen Messfeiern werden weiterhin wöchentlich angeboten. Überhaupt kann man von einer gelungenen und vorbildlichen ökumenischen Zusammenarbeit sprechen.

Vor allem die Heimleitungen prägten das Gesicht des Oedter Altenzentrums. Es begann mit dem Ehepaar Robert und Else Kort, das von 1971 an für elf Jahre die Leitung der Einrichtung innehatte. Margrit Bölsing legte den Schwerpunkt ihrer Leitungsarbeit besonders auf den Sozialen Dienst und baute hier insbesondere das ehrenamtliche Engagement aus. Nach zwölf Jahren ging sie in den Ruhestand. Es folgten ihr Traudi Lerche und Bernd Spangenberg als Leitungsteam. Der gute Ruf der Diakonie-Einrichtung nach außen bestätigte sich nach innen durch eine „menschliche und herzliche Wärme“, oder wie Bernd Spangenberg es ausdrückte: „Das Evangelische Altenzentrum Oedt ist ein Ort zum Leben.“

Nach dem Ausscheiden von Traudi Lerche aus der Einrichtungsleitung im Jahr 2007 übernahm Bernd Spangenberg die Heimleitung alleine. Seit dieser Zeit wurden vor allem bauliche Sanierungen und Erneuerungen durchgeführt. Das Hauptgebäude an der Oststraße wurde so umgebaut, dass nun 80 Prozent der Zimmer Einzelzimmer sind, wie eine neue Verordnung dies ja auch für alle Altenheime vorschreibt. In diesem Jahr soll das angrenzende ehemalige Schwesternwohnheim des alten Krankenhauses abgerissen werden, um weiteren Platz für die Bewohner zu schaffen. Zurzeit gibt es 111 Menschen, die sich auf sechs Wohnbereiche aufteilen sowie in den altersgerechten Appartements an der Albert-Mooren-Allee wohnen. Mit der neuen geronto-psychiatrischen Facheinrichtung in Süchteln, genannt „Haus im Johannistal“, gibt es nicht nur eine enge Zusammenarbeit, sondern auch gemeinsame Schnittpunkte wie Küche, Haustechnik und Verwaltung. Nicht zu vergessen sind das Quartiersbüro und der Nachbarschaftstreff an der Hochstraße. Beides wird mitgetragen und mitfinanziert vom Oedter Altenzentrum. Gemeinsam mit der Einrichtungsleitung sorgen weitere Bereichsleitungen für das Wohl der Seniorinnen und Senioren. Dazu zählen der Pflegedienst, der Soziale und Technische Dienst sowie der Küchen- und Hauswirtschaftsbereich. Hervorzuheben ist besonders die Hauszeitschrift „Die Lupe“, die 1985 von Margrit Bölsing gegründet wurde. Dieses heute vierteljährlich erscheinende Seniorenheft bringt „noch mehr Leben ins Haus“, wie die langjährige Mitarbeiterin der Zeitschrift, Ortrun Hindemith, im Gespräch betonte.