Stadt Kempen: Europa, wir kommen!

Stadt Kempen : Europa, wir kommen!

Als Teilnehmer an der internationalen Schulpartnerschaft Comenius entwickeln Schüler des Thomaeum mit Italienern, Finnen, Polen und Türken ein Theaterstück. Das Projekt soll die Länder einander näherbringen.

Im zweiten Anlauf hat es endlich geklappt. Nachdem sich das Gymnasium Thomaeum vor anderthalb Jahren vergeblich um die Teilnahme an der von der Europäischen Union geförderten Schulpartnerschaft Comenius beworben hatte, gab es nun grünes Licht aus Brüssel. Zusammen mit Schülern aus Italien, Finnland, Polen und der Türkei entwickeln 24 junge Kempener in den kommenden zwei Jahren ein Theaterstück. Grundthema sind die gemeinsamen europäischen Werte, oder, wie es in der offiziellen Projektsprache Englisch heißt: „Theatre as a means of education for European Values“.

EU überweist 12 000 Euro

Am Samstag fliegen vier Neuntklässlerinnen zusammen mit den koordinierenden Lehrerinnen Sonja de Jong und Sabine Michalak nach Busto Arsizio nahe Mailand, um mit ihren italienischen Altersgenossen erste Ideen auszutauschen. „Wir hatten bereits einen Projekttag an der Schule und haben uns Themen überlegt. Sie sollen die Mentalität des jeweiligen Landers widerspiegeln“, erklärt Michalak. Als sie über ihre Heimat nachdachten, sind den deutschen Schülern vermeintlich landestypische Attribute wie Fleiß und Pünktlichkeit eingefallen.

Favoriten bei der Auswahl waren aber universelle Themen wie Liebe und Tod. „Wir möchten ein eher ernstes Theaterstück inszenieren“, erzählt Annika Holmer, 15, die zur Kempener Italien-Delegation gehört. Beim ersten Treffen soll es dagegen lustig zugehen. Zur Auflockerung bringen die vier Mädchen deshalb ihr ultimatives Heimatessen mit: Würstchen mit Kartoffelsalat.

Straffes Programm

Nach dem Kennenlernen erwartet die Jugendlichen ein recht straffes Programm aus Workshops. Immerhin bleibt noch Zeit für einen Abstecher nach Mailand. Was sie dort machen werden, wissen die Mädchen schon sehr genau: „Shoppen!“, sagt die 14-jährige Christina Klüyken und lacht. Doch dass sie in erster Linie nach Italien reisen, um an einem Projekt mitzuarbeiten, für das die EU ihrer Schule 12 000 Euro überweist, wissen die Schülerinnen – und sie freuen sich darauf. „Das wird eine spannende Zeit“, ist sich Annika Holmer sicher. Damit jeder sieht, dass das Thomaeum Deutschland in dieser Partnerschaft vertritt, hängt seit gestern ein offizielles Schild im Gebäude. Aufschrift: „Comenius-Schulpartnerschaft“. Direktor Edmund Kaum ist stolz: „Wir sind sehr froh, dass wir auf diese Weise zur Annäherung der Länder Europas beitragen können.“ Frage des Tages

(RP)
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