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Erstes Klosterkonzert in Kempen nach dem Lockdown

Erstes Konzert in Kempen nach dem Lockdown : Wiederbeginn der Klosterkonzerte geglückt

Gleich zweimal an einem Abend spielte das A-cappella-Sextett „SLIXS“ in der Paterskirche. Allerdings durften nach Corona-Bestimmungen maximal 100 Besucher mit dem gebotenen Abstand in der Paterskirche verteilt werden.

Die Freude und auch den Stolz konnte Peter Landmann, der Künstlerische Leiter der Kempener Klosterkonzerte, nicht verbergen – war es doch in NRW das Erste oder zumindest eines der ersten Livekonzerte nach der erzwungene Pandemiepause, zu dem er seine treuen Besucher begrüßen konnte. Und das sogar zweimal, denn die Nachfrage war so groß, dass der Einstand des A-cappella-Sextetts „SLIXS“ um 18.  und  20 Uhr angeboten werden musste. Allerdings durften nach Corona-Bestimmungen maximal 100 Besucher mit dem gebotenen Abstand in der Paterskirche verteilt werden, und bis zum jeweils vorbestimmten Platz war Mundschutz obligatorisch. Die Konzertbesucher verhielten sich äußerst diszipliniert, betraten einzeln oder zu zweit den Sakralraum durch das Hauptportal und ließen geduldig ihre Kontaktdaten registrieren.

Landmann berichtete von der Solidarität der Künstler, die für die kommende Saison engagiert sind. „Alle sind bereit, ihre Konzerte zweimal am Abend zu geben und waren auch willig, ihre Honorarwünsche noch einmal zu überdenken. Bitte liebes Publikum, bleiben Sie uns auch weiterhin treu.“

Sechs Meter Abstand hielten die Mitglieder von „SLIXS“ – die Sängerin Katharina Debus und ihre männlichen Kollegen Michael Eimann, Gregoreo D’Clouet Hernández,  Karsten Müller, Thomas Piontek und Konrad Zeiner – von der ersten Zuhörerreihe, so war den Vorschriften mehr als Genüge getan. Während ihrer Vorträge achteten die Vokalisten darauf, sich nicht zu nahe zu kommen, doch das beeinträchtigte die Güte ihrer Leistungen in keiner Weise.

Seit 2012 ist „SLIXS“, dessen Mitglieder aus Dresden, Leipzig, Berlin und Halle stammen, in ganz Europa und halb Asien sehr erfolgreich. Großes Lob bekam das Ensemble einst von Ward Swingle, dem Begründer der legendären „Swingle Singers“, die  als Erste Instrumentalwerke Johann Sebastian Bachs virtuos und stilsicher in Gesangsnummern umwandelten. Ähnliches konnte das begeistert mitgehende Auditorium in der Paterskirche bewundern. Mittels einer Art Vokalisen, die phasenweise an eine nordische Sprache erinnerten, interpretierten die Gäste in vollendeter Homogenität und Klangschönheit – die kompositorischen Strukturen sorgfältig beachtend –  Werke des berühmten Thomaskantors: Einige der „Goldberg-Variationen“, das Allegro aus dem Violinkonzert a-Moll und das Konzert für zwei Violinen c-Moll. Eigene, sehr ausdrucksvoll gestaltete Vertonungen englischer und französischer Texte und stark rhythmisch bestimmte Vorträge gehörten der Kategorie „Funk, teils mit jazzigen Anklängen“ an.

Zum Schluss wagten sich die mit Leidenschaft agierenden Künstler, deren Programm einer der Sänger zwar teils launig, aber ein wenig langatmig moderierte, sogar erfolgreich an ein Orgelwerk Bachs – Präludium und Fuge c-Moll BWV 549. Die dankbaren Zuhörer sparten nicht mit Beifall und wurden gerne mit zwei Zugaben belohnt.