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Erster Spatenstich fürs schnelle Internet mit Minister Pinkwarth in Kempen

Kempen : Breitband-Ausbau: Spatenstich mit Minister

Am Feuerwehr-Gerätehaus in Kempen-Unterweiden fiel am Freitag der Startschuss fürs schnelle Internet-Netz im ländlichen Raum. Bis zum Frühjahr 2021 will die Deutsche Glasfaser 424 Kilometer Kabel in die Erde bringen.

Das Ausbau-Vorhaben in Kempen und seinen Ortsteilen St. Hubert, Tönisberg, Schmalbroich und Unterweiden ist das größte im gesamten Kreis Viersen: Rund 840 Haushalte, die bislang nur über ein langsames Internet mit einer Leistung von maximal 30 Megabit pro Sekunde verfügen, sollen ab dem kommenden Frühjahr in den Genuss von Anschlussleistungen im Gigabit-Bereich kommen können. So ist das Ziel, das der Kreis Viersen gemeinsam mit dem beauftragten Unternehmen Deutsche Glasfaser und der Stadt Kempen verfolgt.

Am Freitagnachmittag kam eigens der zuständige Landesminister für Wirtschaft und Digitales, Andreas Pinkwart, nach Kempen, um gemeinsam mit Landrat Andreas Coenen, der Düsseldorfer Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher, Kempens Bürgermeister Volker Rübo und Peter Kamphuis, Geschäftsführer Deutsche Glasfaser, mit dem symbolischen Ersten Spatenstich den Startschuss für den Netzausbau im Kempener Stadtgebiet und gleichzeitig im gesamten Kreis Viersen zu geben. Los ging es am Feuerwehr-Gerätehaus am Krefelder Weg in Kempen-Unterweiden.

 Symbolischer Erster Spatenstich für den Glasfaser-Ausbau (von links): Minister Andreas Pinkwart, Regierungspräsidentin Birgitta Rademacher, Landrat Andreas Coenen, Bürgermeister Volker Rübo und Deutsche Glasfaser-Geschäftsführer Peter Kamphuis in Aktion in der Baugrube neben dem Feuerwehr-Gerätehaus in Kempen-Unterweiden.
Symbolischer Erster Spatenstich für den Glasfaser-Ausbau (von links): Minister Andreas Pinkwart, Regierungspräsidentin Birgitta Rademacher, Landrat Andreas Coenen, Bürgermeister Volker Rübo und Deutsche Glasfaser-Geschäftsführer Peter Kamphuis in Aktion in der Baugrube neben dem Feuerwehr-Gerätehaus in Kempen-Unterweiden. Foto: Wolfgang Kaiser

Insgesamt rund 8,8 Millionen Euro wird der Ausbau in Kempen und seinen Ortsteilen kosten, davon tragen Bund und Land mit 90 Prozent den Löwenanteil der Kosten. Zehn Prozent oder 900.000 Euro muss die Stadt Kempen selbst tragen. Die Deutsche Glasfaser wird in den kommenden Monaten 424 Kilometer Kabel auf einer Gesamtstrecke von 126 Kilometern in die Erde bringen. Beauftragt ist ein niederländisches Bauunternehmen, das mit der Deutschen Glasfaser bereits andernorts erfolgreich zusammengearbeitet hat. Vor allem Außenbezirke im Kempener Stadtgebiet sollen von der neuen Internet-Infrastruktur profitieren.

Der Netz-Ausbau ist für die künftigen Nutzer kostenfrei. Allerdings werden die Kabel zunächst nur bis zur jeweiligen Grundstücksgrenze gelegt. Wer mit der Deutschen Glasfaser in der Ausbauphase einen Versorgungsvertrag abschließt, bekommt den Hausanschluss ebenfalls kostenfrei. Danach muss dafür ebenso bezahlt werden wie für die einmalige Anschlussgebühr oder die monatliche Nutzung. Die Deutsche Glasfaser bietet verschiedene Tarife an, die zum Start teilweise mit Sonderkonditionen verbunden sein können. Insgesamt zahlen die Nutzer des schnellen Internets künftig nicht mehr als Haushalte in den Ortskernen, die in der Regel bereits an das schnelle Netz der Deutschen Telekom angebunden worden sind. Die Mehrkosten für die Kabelverlegung sind über das Förderprogramm und den Eigenanteil der Stadt abgedeckt.

„Wir bauen in Kempen ein Stück Zukunft“, sagte Landrat Coenen und verwies darauf, dass es in zwei Jahren kreisweit keine unterversorgten Gebiete mit einer Internetleistung von maximal 30 Megabit pro Sekunde mehr geben wird. Danach will der Kreis Viersen über weitere Fördermittel dafür sorgen, dass auch Bereiche, in denen zwar mehr als 30 Megabit, aber noch keine Gigabit-Leistung zur Verfügung steht, ausgebaut werden.

Minister Pinkwart lobte den Kreis Viersen als Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Das gesamte Verfahren vom Förderantrag bis zum Baubeginn sei „unglaublich schnell gelaufen“, meinte er. Bürgermeister Rübo dankte dafür, dass nun viele Kempener in den Genuss der Glasfasertechnologie beim schnellen Internet kommen könnten. Glasfaser-Chef Kamphuis sagte, dass bereits viele der von seinem Unternehmen angeschriebenen Haushalte die neue Technologie nutzen möchten.