Erntedankfest mit Bauernmarkt im Niederrheinischen Freilichtmuseum Grefrath

Erntedankfest : Zum Herbstanfang großer Bauernmarkt im Freilichtmuseum

Zum Erntedankfest mit Bauernmarkt hatte am Sonntag das Niederrheinische Freilichtmuseum eingeladen. Zu Beginn gab es einen Open-Air-Gottesdienst.

Der lange Holzbalken mit den vier Riffeln, deren Metallzähne in die Höhe ranken, lässt so manchen Besucher stehen bleiben. „Wir trennen hier die Samenkapseln von den Flachsstengeln. Wer möchte, kann das gerne einmal probieren. Für fleißige Helfer gibt es auch im Anschluss einen Milchreis“, erklärt Lena Heermann und macht so Lust, an der Flachsgewinnung teilzunehmen. Besucher greifen zu den Flachsbündeln und ziehen diese durch die groben Kämme. Die auf den mit einer Plane ausgelegten Boden fallenden Samenkapseln werden aufgesammelt, wobei Lena Heermann erklärt, wie es mit ihnen und dem Flachs weitergeht.

Staunen ruft indes das Schlachtschiff von einem Rübenroder hervor. Rund 20 Meter lang, über vier Meter hoch und straßenbreit steht das 25 Tonnen schwere hochmoderne Gerät auf der Wiese vom Niederrheinischen Freilichtmuseum. Der Rheinische Rübenbauer-Verband stellt die Zuckerrübe in den Mittelpunkt, wobei Besucher die Feldfrucht auch probieren dürfen. Die Meinungen gehen dabei von „Kohlrabi-Konsistenz“ bis hin zu „Rote-Bete-Geschmack“ auseinander.

In der Kornbrennerei sind derweil die Lichter angegangen. Petra Eckers zeigt, wie man gut durch die dunkle Jahreszeit kommt. Ihre fröhlichen Lichterketten mit den unterschiedlichen Stoffaufdrucken vertreiben den Winterblues garantiert. Dazu kommen die Leuchtläufer für den Tisch, wobei hier Baumwollbälle auf Filz zu sehen sind. Pflegeleichte Vogelfutterhäuser aus Keramik sowie Meisenknödelhalterungen in Form von Regenschirmen, Glocken und Blumen hat Andrea Fischer mitgebracht. Kürbisse in Hülle und Fülle, Äpfel, Birnen, Pflaumen – alles, was der Herbst an Genüssen zu bieten hat, ist ebenfalls vertreten. In einen einzigen großen Bauernmarkt hat sich das Niederrheinische Freilichtmuseum verwandelt.

Mit dem traditionellen ökumenischen Erntedankgottesdienst unter freiem Himmel auf der großen Wiese vor der Dorenburg hat der Markt, den das Museum gemeinsam mit der Kreisbauernschaft, den Ortsbauernschaften, der Landwirtschaftskammer sowie den Rheinischen Landfrauen organisiert, begonnen. Dutzende von liebevoll gestalteten Ständen locken mit ihren landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten. Besuchermengen pilgern über das ganze Gelände, bleiben stehen, gucken, informieren sich, probieren und staunen.

Die frisch gebackenen Dorenburger Brote, die Dieter Schommer aus dem Holzofen zieht, finden reißenden Absatz. Mitgebrachte Tüten füllen sich mit landwirtschaftlichen Produkten, angefangen vom Käse bis zu Obst und Gemüse, sowie mit ausgefallener Bekleidung und pfiffigen Deko-Ideen. Witzige Taschen mit Stoff- und Stick-Applikationen oder Schnullerdrachen und Bettmäuse. „Lilis Kiste“ zeigt, wie phantasiereich mit Papier verpackt werden kann. Und wer fünf Minuten Auszeit braucht, findet sie hier direkt zum Mitnehmen. Was es alles an Bürsten gibt, hat Thomas Esper im Gepäck. Bei ihm sind die Pilzbürste und der Cockpitpinsel genauso vertreten wie die kochfeste Ärztebürste aus Buchenholz und Schweineborsten. Bei „Krautwild“ ist Biobaumwolle mit Pflanzensiebdruck angesagt und das in Form von T-Shirts und Beuteln. Ein Sirup von der Kräuterhexe oder ein Ziegeneis auf die Hand – auch das hat der Bauernmarkt im Angebot.

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