Arbeitsmarkt: Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

Arbeitsmarkt: Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Viersen ist im Juli um 181 gestiegen. Nicht alle Auszubildenden sind übernommen worden, sie finden aber wahrscheinlich bald neue Stellen. Fachkräfte sind nämlich gesucht.

Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Viersen ist im Juli um 181 auf 9639 gestiegen. „Das ist saisontypisch dem Ende der Schulzeit und vieler Ausbildungsverhältnisse geschuldt“, sagte gestern Bettina Rademacher-Bensing, Leiterin der Agentur für Arbeit Krefeld-Kreis Viersen, bei der Vorlage der aktuellen Monatsstatistik. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit  betrifft also  vor allem die Jüngerem auf dem Arbeitsmarkt. Nicht alle Jugendlichen werden von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. So ist es zu erklären, warum die Anzahl der Jugendlichen bis zu 25 Jahren, die ohne Arbeit sind, um 124 auf 829 gestiegen ist.

Das werde aber vermutlich kein Dauerzustand bleiben, meint Rademacher-Rensing: „Aus Erfahrung wissen wir, dass gerade diese jungen Fachkräfte nach der Sommerpause schnell wieder in den Arbeitsmarkt aufgenommen werden. Der Bedarf an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt ist da.“

Positiv ist, dass sich die Kräftenachfrage weiterhin auf sehe hohem Niveau bewegt. Allein im Juli wurden der Agentur für den Kreis Viersen 650 neue Stellen gemeldet,  seit Jahresbeginn waren es 4107. Der aktuelle Bestand weist 2879 Stellen auf. „Das hohe Niveau  im Stellenzugang und Stellenbestand zeigt, dass der Bedarf an Arbeitskräften weiterhin besteht. Das stimmt mich optimistisch, dass der Arbeitsmarkt in unserer Region auch in den nächsten Monaten stabil bleibt“, sagt Rademacher-Bensing. Gesucht würden aber vor allem Fachkräfte, für Ungelernte ist es schwer.

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Auf dem Ausbildungsmarkt geht es in den Endspurt, und es gibt noch jede Menge Bewegung. „Wir merken hier ganz klar, dass sich sowohl die Bewerber als auch die Betriebe früher als in den Vorjahren auf die Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle  beziehungsweise dem passenden Auszubildenden gemacht haben“, sagt die Agenturleiterin. Seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2017 wurden der Agentur für ihren Gesamtbezirk 3204 Ausbildungsstellen gemeldet, 479 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Zugleich haben sich in diesem Zeitraum 4216 Jugendliche gemeldet, die einen Ausbildungsplatz suchen, das sind 207 mehr als im Vorjahr. Rechnerisch  stehen damit 100 Bewerbern 76 Lehrstellen zur Verfügung.

„Das Angebot reicht nicht aus“, betont Rademacher-Bensing. Die betriebliche Ausbildung sei eine bedeutende Säule des Fachkräftebedarfs. „Daher  wird regelmäßig ein großes Angebot  an attraktiven Ausbildungsstellen benötigt“, fügt  die Agenturleiterin hinzu. Die Agentur unterstütze auch bei Ausbildungsverhältnissen, die nicht so laufen wir gewünscht: „Wir helfen mit der assistierten Ausbildung und ausbildungsbegleitenden Hilfen weiter, nötigenfalls vom ersten Tag der Ausbildung an.“ Unternehmen, die noch freie Ausbildungsplätze oder Fragen haben, können sich  unter Telefon 0800 455 55 20 beim Arbeitgeberservice melden. Jugendlichem, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, erreichen die Berufsberatung unter Telefon 0800 455 55 00.