Stadt Kempen: Endlich wieder Spargel

Stadt Kempen: Endlich wieder Spargel

Der erste heimische Spargel wird geerntet. In den Genuss kommen Spargelfreunde ab heute. Denn dann öffnet der St. Huberter Spargelhof Goetzens seine Türen und bietet die erste Ernte 2010 an.

"Den ersten Spargel habe ich schon vor zehn Tagen gefunden", schmunzelt Spargelbauer Karl Goetzens. Da habe er noch wirklich vom Finden reden können. Gerade einmal zwei Kilogramm waren es, die gleich in der heimischen Küche ganz klassisch mit Schinken, Sauce Hollandaise und Kartoffeln zubereitet wurden. Jetzt sind schon die Spargelstecher im Einsatz. Das weiße Gold kann gestochen werden. "Wir haben natürlich nachgeholfen, dass es jetzt schon Spargel gibt", verrät Karl Goetzens. Auf dem St. Huberter Erdbeer- und Spargelhof befinden sich drei Blockheizkraftwerke. Die Restwärme, die für die Erdbeeren nicht mehr benötigt wird, geht in die Spargelwälle.

Warmwasserleitungen liegen an den "Füßen" des Spargels. Dazu kommen Minitunnel, die über den Wällen stehen. Seit drei Wochen läuft dabei die Fußbodenheizung für die weißen Stangen und daher ist trotz des langen und kalten Winters jetzt schon Spargel vorhanden. Trotz Frostwetter haben sich die Pflanzen wohlgefühlt.

Das warme Erdreich und die Erwärmung der Tunnel beim Sonnenschein der letzten Tage ließen ihn wachsen. Als positiv bewertet Goetzens dabei die durchgängig kalten Temperaturen von Januar und Februar. "Gibt es im Januar warme Tage von zehn bis zwölf Grad, so sprießt der Spargel. Wird es wieder kälter stoppt er sein Wachstum. Diese Vorfrühlingsknicke im Boden haben wir in diesem Jahr nicht", freut er sich. Der Spargel ist daher gleichförmig gewachsen und "butterzart", wie der Fachmann verrät. Wie es in Sachen Spargelernte nun weitergeht hängt vom Wetter ab. "Sicher ist, dass der reine Freilandspargel in diesem Jahr später als im Vorjahr, kommt", berichtet Thomas Kühlwetter vom Rheinischen Landwirtschaftsverband. Da aber die Landwirte vermehrt auf Heizkulturen setzen würden, sei die Zeit bis dahin gut überbrückt.

Goetzens rechnet erst mit seinem reinen Freilandspargel im Monat Mai. Zunächst kommen jetzt nach und nach die Spargelernten aus den beheizten Tunnelbeeten, dann folgen die Wälle unter Folie ohne Heizung und zum Schluss die Freiflächen. "In den letzten beiden Jahren war es eigentlich immer so, dass die Erdbeeren aus unseren Treibhäusern früher als der Spargel da waren. Diesmal hat der Spargel die Nase vorn", erzählt der St. Huberter. Und weil der erste Spargel in diesem Jahr so besonders zart und mild ist, gibt Anni Goetzens noch einen Tipp mit auf den Weg. "Ein bisschen mehr Salz ins Kochwasser geben, das tut dem Spargelgeschmack gut", verrät sie.

(RP)