Eltern können klagen, wenn die Stadt Kempen ihnen für ihr Kind keinen Betreuungsplatz bereitstellen kann.

Kempen : Kita-Plätze: Eltern haben einen Rechtsanspruch

Eltern können klagen, wenn die Stadt Kempen ihnen für ihr Kind keinen Betreuungsplatz bereitstellen kann.

Die Zahl der Absagen des Kempener Jugendamtes an Eltern, die zunächst keinen Betreuungsplatz für ihr Kind in der Kindertagesstätte bekommen, ist höher als zunächst von der Stadt angeben. Konkret erhielten 69 Eltern Absagen. Von den 69 Kindern, die zum neuen Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt, noch keinen Kita-Platz haben, sind 22 älter als drei Jahre. Außerdem sind nach Angaben der Stadt 39 Kinder unter drei sowie acht Kinder unter zwei Jahren noch ohne Betreuungsplatz. Dem Jugendamt liegen für das neue Kita-Jahr insgesamt 339 Anmeldungen vor.

Die Stadt Kempen will den betroffenen 69 Eltern in jedem Fall für ihr Kind einen Betreuungsplatz in der künftigen Interimskita anbieten. Diese soll in Modulbauweise auf einer Wiese neben dem Forum an der Stendener Straße in St. Hubert entstehen. Sie sollte ursprünglich zum 1. August dieses Jahres zur Verfügung stehen. Bau und Einrichtung verzögern sich aber. Die Kita soll erst im Oktober oder November eröffnet werden können. Die Stadt hat die betroffenen Eltern darauf hingewiesen, dass sie möglicherweise im Nachrücker-Verfahren im April noch einen Betreuungsplatz in einer anderen Kita erhalten können. Bis Anfang April müssen alle Eltern, die eine Zusage für einen Kita-Platz bekommen haben, diese formal beim Jugendamt bestätigen. Außerdem bemüht sich die Stadt, für Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz bei einer Tagesmutter zu bekommen. Aber das ist derzeit ebenfalls schwierig, weil es zum 1. August so gut wie keine freien Plätze gibt. Die meisten Eltern sind aber auf einen Betreuungsplatz zu diesem Datum angewiesen.

Fakt ist: Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Der gilt seit 2013 für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Eltern können zudem bei der Kommune einen Verdienstausfall geltend machen, wenn sie nicht berufstätig sein können, weil sie für ihr angemeldetes Kind keinen Betreuungsplatz bekommen haben.

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