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Stadt Kempen: Ellenstraße: Politik lehnt Neubauprojekt ab

Stadt Kempen : Ellenstraße: Politik lehnt Neubauprojekt ab

Der Kempener Denkmalausschuss hat gestern Abend die vorliegende Planung für ein neues Wohn- und Geschäftshaus an der Ellenstraße 15 gekippt. Einmütig wurde die Höhe des Gebäudes moniert.

In seltener Einmütigkeit haben die Politiker aller Fraktionen im Kempener Denkmalausschuss das Bauvorhaben für ein neues Wohn- und Geschäftshaus an der südwestlichen Ellenstraße in der Altstadt abgelehnt. In der gestrigen Sitzung wurde weitgehend der Stellungnahme des Amtes für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) gefolgt, dass die vorliegende Planung wegen der Bauhöhe nicht realisiert werden soll. Der Ausschuss beauftragte die Bauverwaltung, noch einmal mit dem Investoren und dem Architekten ins Gespräch zu treten, um eine Reduzierung der Gebäudehöhe zu erreichen.

Wie Planungsamtsleiter Heinz-Peter Cox auf Nachfrage aus dem Ausschuss einräumte, stellt sich die vorliegende Planung für den Neubau eher vier- als dreigeschossig dar. Der rechtsgültige Bebauungsplan - er stammt aus den 1960er-Jahren - lässt an dieser Stelle eine dreigeschossige Bebauung zu. Aber schon bei der Planung der Nachbarhäuser zur Ecke Hessenwall hin (ehemaliges Heitzer-Areal) hatten Stadt und Politik gemeinsam mit dem LVR-Denkmalamt eine dreigeschossige Planung abgelehnt. Bekanntlich wurde in einem Workshopverfahren erreicht, dass der dortige Investor gemeinsam mit dem beauftragten Architekten die Planung auf eine zweigeschossige Bauweise mit ausgebautem Dach zurückgenommen hat. Der Neubaukomplex steht kurz vor der Fertigstellung.

Auf das erfolgreiche Workshopverfahren wiesen gestern Abend auch die Sprecher der Fraktionen im Denkmalausschuss hin. Seinerzeit habe man bereits betont, dass weitere geplante Neubauten in der unmittelbaren Nachbarschaft sich an den Ergebnissen des Workshops orientieren sollten. Da dies im konkreten Fall Ellenstraße 15 nicht der Fall ist, lehnt die Politik diese Planung folgerichtig ab.

Kritik an dem Bauvorhaben hatte im Vorfeld der gestrigen Sitzung auch die Initiative "Denk mal an Kempen" geübt und sich dabei - wie die Politiker nun im Ausschuss - auf die Stellungnahme des LVR-Denkmalamtes bezogen. Für die Denkmalinitiative war "nicht nachvollziehbar, weshalb ein privater Investor angehalten wird, bei einem Bau zweigeschossig zu bleiben, während ein anderer offensichtlich Narrenfreiheit genießt".

Der Beschluss der Politik soll dazu führen, dass eben das nicht passiert. Es wurde im Ausschuss betont, dass auch in diesem Denkmalbereich der Altstadt einheitliche Maßstäbe angelegt werden müssten.

(RP)