Kempen: Einfacher parken mit dem Smartphone

Kempen: Einfacher parken mit dem Smartphone

In Viersen steht die Entscheidung zum Handy-Parken an. Die SPD-Fraktion hat den Vorschlag gemacht. Die Verwaltung verspricht sich davon für Autofahrer mehr Komfort und für sich einen Image-Gewinn. Kosten darf es aber nichts.

In Mönchengladbach, Düsseldorf, Aachen und Grevenbroich kennen Autofahrer es bereits: das Handy-Parken. Am gestrigen Dienstag haben sich die Mitglieder im Ordnungs- und Straßenverkehrsausschuss damit auseinandergesetzt. Nach einem Antrag der SPD-Fraktion wird der Stadtrat voraussichtlich darüber entschieden, ob auch Viersen dem Beispiel der größeren Städte folgt und das Handy-Parken einführen wird. Ideengeber für die SPD ist deren Ratsherr Ulf-Alexander Hippel (45). Einer Entscheidung vorweggreifen will er noch nicht. Bisher hat er aber "schon Sympathien für den Vorschlag" feststellen können.

Beim Handy-Parken können Autofahrer ihr Smartphone nutzen, um Parkgebühren zu bezahlen. Zudem müssen sie nicht mehr einen Parkscheinautomaten oder nach Kleingeld suchen. Ein weiterer Vorteil: Gebühren können auch nachgezahlt werden, wenn der Wagen doch länger abgestellt wurde als geplant. Hippel sieht noch weitere positive Effekte: zum einen für die Stadtverwaltung, zum anderen gerade auch für Besucher, die sich in Viersen nicht gut auskennen. "Die Stadt kann durch das Handy-Parken langfristig auf Parkautomaten verzichten", sagt er. Und Gäste könnten sich in der für sie fremden Stadt besser orientieren und rasch einen Stellplatz für ihren Wagen finden. Ein weiterer Service wäre der Hinweis auf Ladestationen für Elektro-Autos.

Im Kreis Viersen gibt es bisher nur wenig Erfahrung mit dem Parken per Smartphone. In Kempen fand vor fünf Jahren eine Testphase auf dem Viehmarkt statt. Die Nachfrage war damals derart gering, dass das Angebot nicht verlängert wurde. In der Stadt Grevenbroich - ähnlich groß wie Viersen - im Rhein-Kreis Neuss ist das Handy-Parken seit knapp einem Jahr möglich; der große Ansturm blieb bisher aus. In den ersten drei Monaten nach dem Start lagen die Nutzerzahlen knapp im dreistelligen Bereich. Ähnlich wie Viersen stehen noch andere Städte in der Warteschleife: In Dinslaken - mit knapp 70.000 Einwohnern mit Viersen vergleichbar - wollen Politik und Verwaltung 2018 beim Handy-Parken aufs Gaspedal drücken.

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Auch die Stadtverwaltung sieht in dem neuen System Vorteile und empfiehlt den Politikern dessen Einführung: "Für die Kommune ist besonders der Image-Gewinn durch den Einsatz einer innovativen Technik zu nennen", heißt es in der Ausschussvorlage. Zusätzlich wäre die gegebenenfalls einfachere Auswertung der digitalisierten Daten von Vorteil, die genaue Informationen über die Auslastung bieten. Zudem könne ein innovatives, alternatives Bezahlverfahren eingeführt werden, ohne eine teure Aufrüstung der Parkscheinautomaten vorzunehmen. Für Viersens Beigeordneten Norbert Dahmen wäre es ein Ziel, das neue System ohne weitere Kosten einzuführen. Auch die Marketing-Aktivitäten sollten die Stadt kein zusätzliches Geld kosten.

Dass ältere Menschen nicht daran teilhaben können, befürchtet Initiator Hippel nicht: "Gerade viele Ältere sind sehr handy-affin." Außerdem sollte das Handy-Parken nicht überstürzt eingeführt werden.

(busch)