Kempen: Eine Zukunft für die Kinder von Malawi

Kempen: Eine Zukunft für die Kinder von Malawi

Die Deutsche Birgit Albers arbeitet seit fünf Jahren als Entwicklungshelferin in Monkey Bay. Dort gründete sie die Stiftung „Back to School Foundation“, um Kindern und Jugendlichen eine Schulausbildung zu ermöglichen. Auf Einladung des Fördervereins Kempen berichtete sie Im Gymnasium Thomaeum über ihre Arbeit in Afrika

„Die Menschen in Monkey Bay leben schon nicht mehr an der Armutsgrenze, sondern an der Existenzgrenze“, beschreibt die Birgit Albers die Situation in dem kleinen Ort am Südufer des Malawi-Sees in Zentralafrika. Seit 2002 lebt und arbeitet die gebürtige Goslarerin dort als Entwicklungshelferin und unterstützt mit Hilfe des Kempener Fördervereins „Back to School Foundation“ vor allem Kinder und Jugendliche. Gestern und heute Abend (19.30 Uhr) berichtet sie in der Aula des Gymnasiums Thomaeum über ihre Arbeit in Afrika und die Projekte der Stiftung.

Auf die großen Hilfsorganisationen können sich die Menschen von Monkey Bay kaum verlassen. Nur gelegentlich rauscht ein Geländewagen durch den Ort und bringt einige Säcke voll Lebensmittel. Eine Perspektive für die Menschen dort bringen sie nicht. Einfache Lehmhütten dienen ihnen als Häuser, Frischwasser gibt es immerhin noch aus dem See. Strom indes kann sich kaum jemand leisten. Allein der Anschluss kostet das dreifach eines durchschnittlichen Monatslohns, und der reicht oft nicht einmal für das Nötigste – man lebt von der Hand in den Mund. „Es ist schwer, den Menschen dort eine Zukunft zu geben, weil sie selbst nicht an Morgen glauben“, sagt Birgit Albers, und versucht seit fünf Jahren doch genau das: den Kindern und Jugendlichen von Monkey Bay eine gute Schulausbildung für eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Birgit Albers, die vor über 20 Jahren nach Australien auswanderte, interessierte sich schon als Kind für den schwarzen Kontinent, arbeitete später als Volunteer in verschiedenen Hilfsprojekten in Südafrika und Mosambik und landete schließlich in Malawi. „Als ich das Land dort gesehen hatte, wusste ich, dass ich hier bleiben will“, sagt die heute 53-Jährige.

„Jeder hat eine Aufgabe im Leben“

Ein junger Fremdenführer zeigte ihr damals die Umgebung. Als Dank dafür zahlte sie ihm das Schulgeld für ein Jahr – umgerechnet rund 90 Euro. „Am nächsten Tag standen dann zwölf andere Kinder vor meiner Türe, denen ich auch den Schulbesuch ermöglichen sollte“, erinnert sich Birgit Albers. So viel Geld hatte die gelernte Krankenschwester natürlich auch nicht, machte aber Fotos von den Kindern uns begann, Paten für sie zu suchen.

Das war für Birgit Albers der Beginn eines neuen Lebens als Entwicklungshelferin in Zentralafrika. „Ich glaube daran, dass jeder von uns im Leben eine Aufgabe hat. Ich habe meine Aufgabe gefunden“, sagte sie und pendelt seither zwischen Australien und Afrika.

Von November bis Februar arbeitet sie in Tasmanien, um Geld zu verdienen, und fliegt anschließend für acht Monate nach Malawi, um dort den Einsatz der Spendengelder zu koordinieren. Mit ihrer Stiftung Back-to-School-Foundation und unterstützt sie mittlerweile rund 150 Kinder und Jugendliche in Monkey Bay, allein 50 davon haben ihre Paten über den Kempener Förderverein gefunden. „Ohne die Unterstützung von Birgit Albers vor Ort gäbe es unseren Förderverein gar nicht“, sagt der Vorsitzende Uwe Hofer. Denn nur so könne man garantieren, dass die Spenden auch effizient eingesetzt werden, damit die Kinder von Monkey Bay wieder an Morgen glauben können.

(RP)
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