Stadt Kempen: Ein Pflaster für die angesägte Eule

Stadt Kempen : Ein Pflaster für die angesägte Eule

In der Kempener Regenbogenschule nutzen derzeit 61 Kinder die Herbstferien-Betreuung. Jede Menge Bewegung, freies Spiel und Kreativangebote lassen keine Langeweile aufkommen.

Aus dem Werkraum der Regenbodenschule vermischt sich das gleichmäßige Ritsch-Ratsch-Geräusch der Laubsägen mit dem Klopfen eines Hammers. Die vier Grundschüler Lea Marie, Kayra, Mia Sophie und Tim belagern gemeinsam die Werkbank und sind voller Konzentration bei der Arbeit. Wobei sich die drei Mädchen für die Laubsäge entschieden haben, während Tim geschickt mit dem Hammer hantiert. "Ich habe vorhin mit dem Fuchsschwanz von einem Balken ein Stück Holz schräg abgesägt. Das ist die Form meines Igels", erklärt der Siebenjährige.

Mitten im geschäftigen Arbeiten ertönt ein Aufschrei. "Ich habe in meine Eule gesägt", ruft Mia Sophie entsetzt aus. Statt entlang der vorgezeichneten Linie ist die Siebenjährige irgendwie mit der Laubsäge in die eigentlich Figur gekommen. Silvia van Stiphout beruhigt. "Die Eule kriegt ein Pflaster. Das leimen wir nachher schön und dann sieht keiner mehr den Riss", meint die Erzieherin. Während Lea Marie ihre Schnecke schon komplett aus der Sperrholzplatte herausgesägt hat, braucht Kayra ein bisschen Hilfe beim Kopf. Dann ist auch sie fertig. Auf dem Nachbartisch liegt schon eine Plastikdecke und van Stiphout baut die Farbtuben und Pinsel auf. "Schwarz und Braun brauche ich nicht. Ich mache eine Regenbogenschnecke", informiert Lea Marie und hilft die bunten Farben in kleine Töpfchen zu verteilen. Aber nicht nur im Werkraum herrscht Leben. Überall wird gebastelt und gespielt. Dort entsteht eine Collage aus gesammelten Blätter, eine andere Gruppe ist mit dem Herstellen von Steckbildern beschäftigt. Etliche Lautstärken intensiver geht es in der Turnhalle zu. Dort ist Katrin Jost zusammen mit der Praktikantin Carina für die Bewegungsangebote zuständig. Im vorderen Bereich der großen Halle schießt ein Softball durch die Gegend. Jungen und Mädchen liefern sich voller Begeisterung ein Fußballspiel. Der hintere Hallenbereich ist zur Bewegungsbaustelle mutiert. Olivia, Evelyn und Katharina üben sich im Lianenschwingen à la Tarzan. Von einem Kastenbock geht es per schwingenden Seil zum nächsten. "Das macht Spaß, wobei ich es ganz toll finde, dass wir in unserer Schule sind. Hier kenne ich mich nämlich gut aus", meint die achtjährige Joy,. Daneben knarzen die Federn des Trampolins. Vom Bock geht es auf das Sportgerät und von dort mit großen Sprüngen auf die weichen Matten. "Wir bauen den Bewegungsbereich regelmäßig um, damit die Kinder immer wieder neue Angebote zum Klettern, Springen und Hangeln haben", informiert Jost, die gerade beim Fußballspiel in die Rolle der Schiedsrichterin geschlüpft ist. Ob Mitmachen bei den Kreativangeboten wie Holzarbeiten, Filzen oder Backen, Spaß auf der Bewegungsbaustelle oder einfach nur spielen - Langeweile ist für die betreuten Grundschüler ein Fremdwort in den Ferien. Wobei in der ersten Ferienwoche 61 Kinder das Angebot nutzen und in der zweiten Woche 51 Kinder.

(tref)