Stadt Kempen: Ein Mann voller Energie geht

Stadt Kempen: Ein Mann voller Energie geht

Wachwechsel bei den Stadtwerken Kempen: Geschäftsführer Herwig Eichelberger geht am Monatsende in Ruhestand. Heute wird er im Kulturforum Franziskanerkloster offiziell verabschiedet. In Zukunft sitzt er nicht mehr in seinem Büro an der Heinrich-Horten-Straße 50, sondern genießt die Zeit auf dem Golfplatz, beim Joggen oder Spaziergang mit seiner Frau, den Enkelkindern und Hund "Lu".

1945 in Österreich geboren, studierte Eichelberger an der Universität Wien Kulturtechnik und Wasserwirtschaft. Kurz nach dem Abschluss zog es ihn 1972 aus beruflichen Gründen nach Deutschland. 1985 begann er seine Karriere bei den Stadtwerken Kempen als technischer Werkleiter. Seit 1993 leitete er sie als Geschäftsführer.

Zahlreiche Meilensteine in der Energiewirtschaft erlebte und gestaltete Eichelberger für Kempen mit. Der Bau der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK-Anlage), des Wasserwerks und mehrerer Heizzentralen in Schulzentren und Krankenhaus zeigen seinen Einsatz für einen sparsamen Umgang mit Energie. "Natürlich galt in meinem Beruf das oberste Ziel, für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung in Kempen zu sorgen. Aber mir war es immer genauso wichtig, Energie so effizient wir möglich einzusetzen und für Kempen eine gewisse Unabhängigkeit für den Energieeinkauf zu erreichen. Das ist mir mit der KWK-Anlage, wie ich glaube, ganz gut gelungen", sagt Eichelberger.

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Das Heizkraftwerk versorgt rund 7500 Haushalte mit Fernwärme. Dabei nutzt die Anlage die im Erdgas enthaltene Energie zu mehr als 85 Prozent: Zu etwa 36 Prozent wird sie in Strom und zu 49 Prozent in Wärme umgewandelt. 1986 startete der Bau des eigenen Wasserwerks. Heute stehen acht Brunnen in Vinnbrück und St. Hubert. Pro Stunde werden rund 350 Kubikmeter Wasser aus dem Erdreich weiter ins Wasserwerk gepumpt. "Ohne den Zusatz chemischer Stoffe wird es auf Trinkwasserqualität gebracht. Darauf bin ich wirklich stolz", so der Geschäftsführer.

Viel hat Eichelberger bei den Stadtwerken geschaffen: Er sorgte für den Umbau des aqua-sol zu einem Erlebnisbad, übernahm die Stromnetze, ließ neue Gasübernahmestationen bauen und machte die Stadtwerke fit für den Wettbewerb. "Ich blicke gern auf meine Zeit hier zurück und bin in Kempen wirklich heimisch geworden", so der 64-Jährige. Sein Nachfolger ist Siegfried Ferling (45) aus Hockenheim..

(RP)