Interview: Serie Menschen In Grefrath: Ein Leben für das Fest St. Martin

Interview: Serie Menschen In Grefrath : Ein Leben für das Fest St. Martin

Wenn Monika und Heinz Kox über St. Martin in Grefrath plaudern, glänzen ihre Augen. Seit über vier Jahrzehnten engagieren sie sich für das Brauchtum.

Grefrath Seit 41 Jahren engagieren sich Monika und Heinz Kox im jetzt 125 Jahre alten Grefrather St. Martinsverein. Wurden früher auch die Kinder mit eingespannt, so sind heute auch noch die Enkelkinder mit im Einsatz, wenn am Martinstag die Tüten verteilt werden. Die Familie Kox hat stets nach dem Motto gehandelt: "Aktivität bringt mehr Glück als Klugheit."

St. Martin begleitet sie jährlich von kurz nach den Sommerferien bis Mitte November. Unter dem Vorsitzenden Josef Hillen, dem damaligen Rektor der Volksschule, wurde Monika Kox Mitglied des Vorstandes, als sie ihre älteste Tochter zur Schule anmeldete. "Ich war damals mit Abstand das jüngste Mitglied im Vorstand", sagt sie sich. Sie erinnerte sich weiter an Schatzmeister Bernhard Krewet oder den engagierten Mitstreiter August Kloevers. Sie sieht keinen Unterschied zwischen den Tüten von gestern und heute. Stets waren sie gefüllt mit Äpfeln, Nüssen, Schokolade und einem Stuten mit Rosinen.

Früher wurden in Grefrath rund 1200 Kinder beschert, heute sind es noch ebenso viele. Monika Kox: "Die Stuten sind bei den Senioren ein absoluter Renner." Früher gab es einen Ball nach dem Martinszug. Monika Kox bedauert, dass das heute nicht mehr der Fall ist. Ein ganz dickes Lob kommt aus ihrem Munde für die 70 Sammler, die alljährlich rund zwei Wochen unterwegs sind. Was sie am meisten freut, ist, dass die Zahl der männlichen Sammler in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Monika Kox kümmert sich, meist in den letzten Wochen im Oktober, um die Nachzügler für Tüten und Stuten. Dann klingelt das Telefon von besorgten Eltern, die die Sammler nicht angetroffen haben, oder von Senioren, die um ihren Stuten fürchten. Auch Heinz Kox greift zum Telefonhörer, wenn seine Frau abwesend ist, und spielt so den Sekretär. Mit Kindern und Enkelkindern ist Familie Kox am St. Martinstag im Einsatz, um Tüten auszugeben. Noch nicht Schulpflichtige bekommen im Schulzentrum die Tüten. "Das begeistert immer wieder die Großeltern", hat Monika Kox festgestellt.

Sie kümmert sich auch um die Kleidung für St. Martin und die Herolde. In diesem Jahr bekommen die Herolde neue Kostüme, genäht von Inge Krühsen. St. Martin hat bereits in den letzten Jahren ein neues Outfit und einen neuen Helm bekommen. Der St. Martin, der die Tüten an die Kleinkinder ausgibt, wird von Manfred Kappenhagen dargestellt. Martin hoch zu Ross ist Landwirt Erwin Feyen. Der 75-Jährige reitet seit Jahrzehnten mit, zuerst als Herold, dann als Martin - in diesem Jahr zum letzten Mal. Nachfolger wird Landwirt Peter Thönes aus der Honschaft Schlibeck. Das "Dreigestirn" trifft sich seit Jahrzehnten am Nachmittag des Grefrather Martinstages, dem 8. November, auf dem Dohmeshof auf der Hohe Straße. Dort gibt es Kaffee und Kuchen. Um kurz vor 17 Uhr reiten Erwin Feyen, Peter Thönes und Heinz Josef Quinders, vom Reiterverein Graf Holk, zum Stellplatz Alte Lobbericher Landstraße. Monika und Heinz Kox können sich ein Leben ohne das Fest St. Martin gar nicht mehr vorstellen: "Er hat längst in unserem Leben, in unserer Familie, aber auch in unserem Herzen seinen Platz gefunden."

(mab)
Mehr von RP ONLINE