Stadt Kempen: Ein Kaufmann fürs Büromanagement

Stadt Kempen : Ein Kaufmann fürs Büromanagement

Das Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen stellte jetzt einen neuen Ausbildungsgang vor. Sehr interessiert zeigten sich Personalchefs von Unternehmen aus der Region. Sie können sich vorstellen, Auszubildende einzustellen.

Acht Auszubildende beschäftigt derzeit das für Speziallacke zuständige Fachunternehmen Peters, das am Kempener Standort am Hooghe Weg rund 160 Mitarbeiter hat. Am 1. August wird eine neue Auszubildende zur Industriekauffrau dazu kommen. "Und wir überlegen, dann 2016 unseren ersten ,Kaufmann für Büromanagement' einzustellen", sagt die Chefin der Personalabteilung, Brigitte Ickert. Sie informiert sich gerade am Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen über den neuen Ausbildungsberuf, den es seit dem 1. August 2014 gibt und der die Ausbildungen der Bürokaufleute, der Kaufleute und Fachangestellten für Bürokommunikation abgelöst hat.

Das Berufskolleg mit seinem Abteilungsleiter "Wirtschaft und Verwaltung", Andreas Boland, und dem Bildungsgangleiter für die Büroberufe, Armin Heier, hatte externe Personal- und Ausbildungsleiter eingeladen und machte Werbung in eigener Sache: Das Berufskolleg hofft, auch im neuen Ausbildungsjahr auf die entsprechenden Anmeldungen von den Betrieben. Derzeit sind es knapp 30 junge Leute, die sich für die neue meist drei Jahre dauernde Ausbildung entschieden haben und die an zwei Tagen in der Woche, dienstags und donnerstags, in den Schulbänken im Altbau des Berufskollegs an der Von-Saarwerden-Straße sitzen.

Allerdings kann von alten Bänken, eingeritzten Tischen oder verschmierten Schultafeln keine Rede sein. Die Gruppe steht gerade im ersten Obergeschoss im neu gestalteten Raum 42. In dem hellen Klassenraum gibt es eine ergonomische Bestuhlung und rollbare Tische, die die Schüler ruck zuck zu kleinen Konferenz- oder Arbeitsgruppen zusammensetzen können. Es gibt einen Beamer und einen Kopierer. Und Lehrer Markus Flöth steht gerade an einem abschließbaren Rollcontainer, in dem sich die mobilen und personalisierten Notebooks, für jeden Schüler eins, befinden. "Es war keine leicht Geburt, bis wir diesen Fachraum in Betrieb nehmen konnten", sagt Andreas Boland. Armin Heier beziffert die Investition auf rund 30 000 Euro.

Zu dem neuen Ausbildungsberuf sagt Andreas Boland unter anderem, dass es die neuen Fächer der Büro- und Geschäftsprozesse gäbe, durch die die Schüler effektiver als bisher geschult würden. So hätten die Schüler schon zu Beginn ihrer schulischen Ausbildung die Möglichkeit, bestimmte Fallstudien zu entwickeln und dazu entweder einzeln oder in kleinen Teams entsprechende Recherchen im Internet anzustellen. In der Mittelstufe käme auch das Korrespondenz-Englisch dazu. Und man arbeite jetzt passgenauer, könne sich zum Beispiel nach Rücksprache mit den Ausbildungsleitern der Betriebe verstärkt bestimmten Profilen annehmen, etwa wenn die Auszubildenden vermehrt aus der Automobilwirtschaft, dem Gesundheitswesen oder dem Marketing kommen. Eines ist aber geblieben, sagt Boland an die Personalchefs gewandt: "Natürlich werden Sie weiterhin umgehend informiert, wenn die Schüler nicht zum Unterricht erscheinen."

Die Personalchefs erleben auch eine kurze Unterrichtsdemonstration via Livestream. Interessiert sieht unter anderem der Personalleiter der Stadtwerke Nettetal, Bernd Buzalski, zu. Auch er kann sich vorstellen, am 1. August 2016 den ersten Kaufmann oder die erste Kauffrau für das Büromanagement einzustellen. Für die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein stellt Ausbildungsberater Rolf Leopold die auch in dieser Sache gute Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg heraus.

(wsc)
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