Gemeinde Grefrath: Ein buntes Fest zu Erntedank

Gemeinde Grefrath : Ein buntes Fest zu Erntedank

Im Freilichtmuseum bot sich gestern ein herbstliches Bild.

Kaum hat Julia Baumanns die Backofentür geöffnet und zieht ein Blech mit frisch gebackenen Florentiners heraus, macht sich ein aromatischer Duft vor dem Haus Rasseln des Niederrheinischen Freilichtmuseums breit. "Das sieht aber lecker aus", kommentiert Bärbel Sonst die kleinen Gebäckstücke. Aber nicht nur schauen ist angesagt. Baumanns lädt zum Probieren ein. "Ich möchte Lust auf selber backen machen. Wenn die Besucher sehen, wie einfach es geht, setzt der Nachmacheffekt ein", bemerkt die Issumerin lachend, die mit jeder Menge Haushaltswarenartikel rund um das Backen angereist ist. Ein Stückchen weiter qualmt es aus dem Schornstein vom Backhaus des Freilichtmuseums. Mitarbeiter Dieter Schommer hantiert mit dem Holzschieber und holt die frischen Brotlaibe aus dem Holzbackofen. Wobei sich schon eine Warteschlange vor dem Backhaus gebildet hat, denn das Dorenburger Brot ist heißbegehrt.

Den passenden Brotaufstrich gibt es bei Bauer Classen direkt dazu. Sein Rübe-Apfel-Aufstrich kann zudem auf Roggenbrot probiert werden. "Ich weiß, wie lecker das schmeckt, ich brauche nicht zu probieren. Wir decken uns hier jedes Jahr ein", bemerkt Elke Lang, die gleich mehrere Töpfe kauft und damit Tom und Ben an der Kasse vor eine Rechenaufgabe stellt. Aber mit Mamas Hilfe, die kurz das Stullen schmieren unterbricht, kriegen der Acht- und der Fünfjährige das bestens hin.

Nicht nur hier am Stand ist die Stimmung locker und entspannt. Die gute Atmosphäre ist überall spürbar. In einen einzigen großen bunten Bauernmarkt hat sich das vier Hektar große Gelände verwandelt.

Gekoppelt mit einem Erntedank-Gottesdienst hat das Museum gemeinsam mit der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen, der Landwirtschaftskammer, den Ortsbauernschaften und der Rheinischen Landfrauen-Vereinigung zum Markt eingeladen. Dutzende von herbstlich liebevoll gestalteten Ständen locken mit ihren landwirtschaftlichen und handwerklichen Produkten. Besuchermengen pilgern über das ganze Gelände, bleiben stehen, gucken, informieren sich, probieren, staunen und kaufen ein. Bei Anja Rütten qualmt das Brenneisen, wenn sie mit dem Gerät Namen und Motive nach Wunsch in Frühstücksbrettchen und Spardosen einbrennt. Kinderaugen leuchten beim Anblick der Ziegen beim Stand vom Vinkrather Ziegenhof, wobei sich die beiden Tiere sichtlich gerne streicheln lassen.

Ob Äpfel, Birnen und Pflaumen aus der frischen Ernte, lustig dekorierte Kürbisse, frisch über Buchenholz geräucherte Fische von Ralf Finders aus seinem Räucherofen von 1950, Socken, Marmeladen und Liköre aus Herbstfrüchten wie Schlehen und Hagebutten oder warme Filzhausschuhe für den Herbst, die es bei Rosemarie Rieger von Größe 18 bis 50 gibt - die Palette des Marktes ist breitgefächert. "Die Kombination Erntedank-Gottesdienst mit Bauernmarkt im Ambiente des Museums ist einfach schön", lobt Thomas Becker, der gerade die Wiese mit dem großen Faltschirm verlässt, auf der die ökumenische Gottesdienstfeier mit Chorbegleitung stattfand. Ein Dankeschön für die Ernte des Jahres und ein schöner Start, um danach den Bauernmarkt zu genießen.

(tref)
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