Edith Stefelmanns gestaltet Thomas-Stelen im Auftrag des Kempener Lions-Clubs

Kempen : Drei Stelen für den Donkwall

Die Werke der Künstlerin Edith Stefelmanns werden zurzeit in der Metallbau-Werkstatt von Marc Hennig angefertigt. Jede Naht muss sauber verschweißt sein.

Lasern, schneiden, schweißen – so geht es an die Umsetzung des modenen Thomas-Kunstwerks. In der Metallbau-Werkstatt Hennig werden zurzeit drei der vier Stelen gefertigt. Die Künstlerin Edith E. Stefelmanns hat im Auftrag des Lions Club eine Installation entworfen, die jetzt in dem Betrieb am Hooghe Weg 18 Wirklichkeit wird. Das Kunstwerk, das auch durch die Unterstützung der Unternehmerschaft realisiert werden kann, wird im Herbst am Donkring aufgestellt. Die drei eckigen Stelen aus Corten-Stahl sind zwischen 3,63 und 3,41 Meter hoch und haben einen Durchmesser von 30 mal 30 Zentimetern.

„Die Herstellung eines solchen Kunstwerks ist auch für uns keine leichte Aufgabe“, sagt Firmeninhaber Marc Hennig. Normalerweise fertigen die 30 Mitarbeiter Teile für die Industrie, beispielsweise für petrochemische Anlagen oder Lebensmittelwerke. Im Gegensatz zu industriellen Arbeiten geht es bei dem Stefelmanns-Kunstwerk um Ästhetik: Jede Naht muss absolut sauber verschweißt sein, jeder Millimeter muss passen, jede Ansatzstelle muss fein geschliffen, jedes der fünf Millimeter dicken Bleche präzise geschnitten sein, damit am Ende das Gesamtbild stimmt.

„Ich habe bereits an anderer Stelle mit Metallbau Hennig bei einer meterhohen Installation zusammengearbeitet und weiß, was der Betrieb kann“, sagt Edith Stefelmanns. Für die Herstellung ihrer Metallkunst ist sie in der Vergangenheit in Nordrhein-Westfalen unterwegs gewesen – und ist nun glücklich, dass sie mit Hennig einen metallverarbeitenden Betrieb vor der Haustür gefunden hat, der in der Lage ist, sämtliche technischen Herausforderungen zu meistern. „Es sind die Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen“, sagt Stefelmanns. Ein anderer Metallbetrieb wollte ihr beispielsweise einreden, dass die Kanten ihrer Stelen ruhig abgerundet sein könnten. „Das wäre einfacher und preiswerter gewesen, entspricht aber nicht meiner Idee – die Ecken müssen kantig sein.“

Für Hennig kein Problem. „Ich habe selbst eine künstlerische Ader und kann die Kompromisslosigkeit der Künstlerin sehr gut nachvollziehen“, betont er. Der 48-jährige St. Huberter ist gelernter Bauschlosser und hat das Unternehmen 1995 gegründet. Der ursprüngliche Betrieb an der St. Huberter Straße ist so rasant gewachsen, dass Hennig jetzt seit zwei Jahren am Hooghe Weg eine größere Produktionsstätte gefunden hat und sich dort wohlfühlt.

„Ich finde es wunderbar, dass das Lions-Kunstwerk hier in Kempen in einem Unternehmen mit solch hoher Kompetenz entstehen kann“, sagt Stefelmanns. Regelmäßig besucht sie momentan die Metallbau-Werkstatt und schaut den Arbeitern über die Schulter. Immer wieder gibt es Rückfragen, Details müssen abgestimmt werden. Der noch gewalzte Cortenstahl wird am Ende Sand gestrahlt, damit er schnell die typische Rost-Färbung annimmt.

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