Drei Männer kandidieren für das Amt des Bürgermeisters in Grefrath

Drei wollen Bürgermeister werden : Der Kampf ums Grefrather Rathaus

Das Grefrather Rathaus bekommt einen neuen Chef: Drei Kandidaten stellen sich am 13. September zur Wahl. Einen Favoriten gibt es nicht. Das war vor fünf Jahren noch ganz anders.

Am 13. September entscheiden die Grefrather, wer neuer Bürgermeister und damit Nachfolger von Manfred Lommetz wird. Der war vor fünf Jahren, übrigens ebenfalls am 13. September, in seinem Amt bestätigt worden. Damals war das Ergebnis wenig überraschend, höchstens die Distanz zu den Mitbewerbern. Lommetz landete mit 73,9 Prozent einen Kantersieg und verwies Einzelbewerber Volkmar Josten mit 14,1 und CDU-Kandidatin Kirsten Peters mit 12 Prozent auf die Plätze. Die SPD hatte damals auf einen eigenen Kandidaten verzichtet und unterstützte Amtsinhaber Lommetz.

 Manfred Lommetz steht nicht mehr zur Wahl. Foto: Prümen, Norbert (nop)

In diesem Jahr werden die Karten neu gemischt. Drei Kandidaten wird es geben: Zunächst warf Jens Ernesti, Wirtschaftsförderer der Gemeinde, seinen Hut in den Ring. Es folgten Stefan Schumeckers (CDU) und Roland Angenvoort (SPD).

Jens Ernesti (42) ist verheiratet und hat zwei Kinder, seit November 2017 arbeitet er als Wirtschaftsförderer für die Gemeinde Grefrath. Er ist Mitglied der Grünen, kündigte aber an, überparteilich agieren zu wollen. Er möchte, kündigte er an, die Menschen verbinden und sie in eine gute Zukunft führen. Die Entscheidung, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, habe er sowohl mit seiner Familie als auch mit Lommetz besprochen. Hätte der weitergemacht, so Ernesti, hätte er sich nicht zur Wahl gestellt. Viele Bürger, sagt er, hätten ihn zu diesem Schritt ermutigt.

Jens Ernesti ist ein unabhängiger Kandidat. Foto: ernesti

Er verstehe sich als unabhängiger Kandidat und biete allen Gespräche an, die gemeinsam mit ihm bürgernah und innovativ arbeiten wollen. Ernesti war vor seiner Ernennung zum Wirtschaftsförderer Fraktionsvorsitzender der Grünen im Gemeinderat Grefrath, zuvor Geschäftsführer der Grünen im Kreis Viersen. Nachdem er sein Amt als Wirtschaftsförderer angetreten hatte, legt er alle politischen Ämter nieder.

Sein Credo: Grefrath braucht einen Bürgermeister, der alle Ortsteile voranbringt und die Gemeinde im Kreis auf Augenhöhe vertritt.

Die CDU machte lange ein Geheimnis um ihren angekündigten Kandidaten, lüftete aber Mitte November das Geheimnis und benannte Stefan Schumeckers (45). Der hauptberufliche Feuerwehrmann ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er ist stellvertretender Fachbereichsleiter bei der Viersener Feuerwehr und trägt in dieser Funktion die Verantwortung für die Ausbildung der hauptamtlichen und freiwilligen Feuerwehrleute. Freiberuflich betreibt Schumeckers ein Ingenieurbüro mit den Schwerpunktthemen Arbeitssicherheit und baulicher Brandschutz.

Stefan Schumeckers kandidiert für die CDU. Foto: privat

In seiner Dankesrede nach der Nominierung bot Schumeckers Teamarbeit an: „Nur mit euch.“ Mit beiden Rathäusern müsse etwas geschehen: Sie seien nicht nur Aushängeschilder der Gemeinde, sondern auch Arbeitsplätze für die kommunalen Beschäftigten. Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, werde das unter drei Schlagworten stehen: Heimat – Sicherheit – Bauen. Sein großer Traum: Er möchte 2016 als Bürgermeister die Landesgartenschau eröffnen.

Die SPD ließ vorerst offen, ob sie die Kandidatur Ernestis unterstützen sollte, entschied sich aber dann, mit dem stellvertretenden Bürgermeister Roland Angenvoort einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Er ist Mitglied des Gemeinderats und Vorsitzender des Schulausschusses. Er trat im September 2018 als SPD-Vorsitzender zurück, weil er beruflich als AOK-Direktor mehr als ausgelastet sei.

Roland Angenvoort kandidiert für die SPD. Foto: schulzki/Jürgen Schulzki

Die Familie (Frau, zwei Kinder) sei eng in die Entscheidung eingebunden, zum Bürgermeister zu kandidieren. Es sei eine tolle Chance, in seinem Heimatort Bürgermeister zu werden. Er bringe durch seine Tätigkeit bei der AOK jahrelange Führungserfahrung mit sich.

Die Grundwerte der SPD, sagte Roland Angenvoort beim Nominierungsparteitag im Dezember, seien längst in seine DNA eingegangen: „Ich habe richtig Bock auf dieses Amt.“