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Distanzunterricht an Schulen in Kempen, Tönisvorst und Willich

Distanzunterricht in Kempen, Tönisvorst und Willich : Nur wenige Schüler zurück an den Schulen

Schüler, die zu Hause kein geeignetes Lernumfeld haben oder ohne Begleitung dem Unterricht nicht folgen können, dürfen an die Schulen zurückkehren. So klappt der Distanzunterricht an den weiterführenden Schulen in Kempen, Tönisvorst und Willich.

Seit Montag können Schüler aller Stufen nach Vorgaben des Schulministeriums von der Schule aus am Distanzunterricht teilnehmen. Das Angebot geht über die bisherige Notbetreuung für Schüler der Stufen eins bis sechs hinaus. Ob einzelne Schüler an ihre Schulen zurückkehren dürfen, entscheiden allerdings nicht die Eltern, sondern die Schulleitungen. Sie schlagen den Eltern vor, ein Kind zur Schule zu schicken. Ob ein Kind dann zur Schule gehen darf, entscheiden die Eltern.

Damit handelt es sich bei der Rückkehr einzelner Schüler keineswegs um eine langsame Öffnung der Schulen, wie einige Eltern angenommen hatten. Das Angebot nimmt lediglich Kinder in den Blick, die aus den unterschiedlichsten Gründen Schwierigkeiten mit dem Lernen haben. Sie sollen den Anschluss nicht verlieren.

An den Schulen im Ostkreis blieb es zu Wochenbeginn entsprechend ruhig. Am Anrather Lise-Meitner-Gymnasium folgen zwei Kinder nun dem digitalen Unterricht von der Schule aus. „Die beiden Kinder, die nach dem derzeitigen Stand Hilfe beim Lernen auf Distanz benötigen, werden von unseren beiden FSJlern (Freiwilliges soziales Jahr) betreut“, sagt Schulleiter Thomas Prell-Holthausen. Das bereits bestehende Angebot einer Betreuung für Fünft- und Sechstklässler nutzt am Anrather Gymnasium bislang niemand. Bei den beiden Schülern, die nun dort dem Distanzunterricht folgen, spielt  der Migrationshintergrund eine Rolle, ein Kind ist zudem leicht ablenkbar, ihm fehlt die Konzentration.

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An der Gesamtschule Kempen werden bereits drei Schüler mit Migrationshintergrund betreut. „Sie haben in der Flüchtlingsunterkunft kein W-Lan und könnten damit dem digitalen Unterricht nicht folgen“, erklärt Schulleiter Uwe Hötter. „Also sind sie, ausgerüstet mit Endgeräten, in der Schule – und das seit Beginn des Unterrichts auf Distanz.“ Sechs weitere Schüler aus den Stufen sieben bis zehn kommen nun hinzu. Zu den Gründen zählen ein Migrationshintergrund, technische Probleme oder das häusliche Umfeld: In zwei Familien versuchen jeweils vier Kinder, zu Hause zu lernen, was sich schwierig gestaltet. Zudem nutzen aktuell 15 Kinder die Notbetreuung für die Stufen fünf und sechs. Der Distanzunterricht laufe sehr gut, betont Hötter: „Teams“ sei ein verlässliches System, die Lehrer hätten daheim gute Netzverbindungen. Für die Gesamtschule hofft er, dass es mit dem für März/April angekündigten Glasfaseranschluss klappt.

In den Schulen kümmern sich Sozialpädagogen, FSJler und Lehrer, die neben dem digitalen Unterricht noch Kapazitäten haben, um die Schüler, die dort sind. „Wir haben einen Aufsichtsplan gemacht“, sagt Paul Birnbrich, Leiter des Michael-Ende-Gymnasiums in St. Tönis. Bei sieben Gymnasiasten derzeit sei das gut regelbar. Drei Kinder nutzten dort bereits die Notbetreuung, auch ein Flüchtlingskind war schon da. Nun sind drei weitere Schüler der Oberstufe hinzugekommen.

An der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Schiefbahn nutzten bereits elf Schüler die Notbetreuung, weitere acht Schüler besuchen nun die Schule, um dort zu lernen. „Wir haben kleine Gruppen gebildet, wobei die Kollegen Hand in Hand betreuen“, sagt Schulleiter Eduardo Träger. Wichtig sei es immer, den persönlichen Kontakt zu halten – egal auf welchem Kommunikationsweg, fügt Schulsozialpädagogin Gerta Rohde-Wanders von der Schiefbahner Gesamtschule hinzu. Sie ist nicht nur bei den Schülern in der Schule im Einsatz, sondern auch bei allen, die zu Hause lernen und mal ein Problem haben.

Videokonferenzen mit Einzelgesprächen, eventuell ein Termin mit Eltern oder der Besuch daheim, um analoges Lernmaterial vorbei zu bringen und zu schauen, wie es klappt – Betreuung ist für alle Schüler gewährleistet, egal, wo gelernt wird.