Stadt Kempen: Diese Schule ist kein Auslaufmodell

Stadt Kempen : Diese Schule ist kein Auslaufmodell

Die Erich Kästner Realschule in Kempen feiert demnächst ihr 50-jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumsfest. Da wollen die Beteiligten zeigen, wie lebendig die Schule ist - obwohl sie keine neuen Schüler mehr aufnimmt.

"Es gibt kein weinendes Auge, wir wollen mit zwei lachenden Augen unser großes Fest feiern, dabei auch zeigen, welchen Wert die Realschule bei den Eltern, Schülern und Lehrer gehabt hat und immer noch hat", sagte gestern die kommissarische Leiterin der Erich Kästner Realschule, Sigi Strohe. In der Bibliothek des Neubaus erläuterte der Festausschuss, was zur Feier des 50-jährigen Bestehens - vom 11. bis 13. September - in der Kempener Schule los sein wird. Es ist eine ganze Menge.

Unter den "Machern" des Jubiläumsfestes, das seit etwa zweieinhalb Jahren geplant wird, sind auch zwei ehemalige Pädagogen. So zum einen Dr. Hans Kaiser (67), der dort von 1977 bis 2010 unterrichtete, und mit vielen Texten und Fotos bei einer Ausstellung die vergangenen fünf Jahrzehnte Revue passieren lassen möchte. Außerdem Günther Reufsteck (66), der im vergangenen Jahr nach 30-jähriger Lehrtätigkeit ebenfalls in den wohl verdienten Ruhestand gegangen war. Reufsteck hatte die Aufgabe, sich um die Ehemaligen zu kümmern. "Rund 4700 Jugendliche haben unsere Schule verlassen, etwa die Hälfte haben wir per Mail erreicht und bereits etwa 800 Zusagen bekommen", berichtete Reufsteck. Beginn des Treffens der ehemaligen Schüler wie Lehrer wird nach dem Festakt (17 Uhr) am Freitag, 12. September, sein. Kommen und spielen wird dann auch die legendäre einst von Ulrich Müller geleitete Schul-Band. "Diese war seit elf Jahren lang stets bei uns die Band ohne Namen", erklärte Sigi Strohe schmunzelnd.

Im vorbereitenden Gremium sind neben dem langjährigen Chef der Realschule und jetzigen kommissarischen Leiter der neuen Kempener Gesamtschule, Uwe Hötter, die Sozialarbeiterin Mira Dugal-Klahre, frühere und jetzige Verantwortliche von Schulpflegschaft (Ralph Hövel, Alexandra Arnhold) und Förderverein (Elke Jütten) aktiv. Erinnert wurde daran, dass die Realschule, die seit 2002 den Namen von Erich Kästner trägt, irgendwann ausläuft und bereits jetzt schon keine Schüler der fünften Klassen aufgenommen hat. Dazu Elke Jütten: "Wir sind aber beileibe kein Auslaufmodell, sondern werden in einigen Jahren unsere Schule zu treuen Händen übergeben." Und sowohl Uwe Hötter als auch Sigi Strohe stellten die gute Kooperation mit der neuen Gesamtschule heraus. Immerhin 24 Lehrer und Lehrerinnen arbeiten jetzt in beiden Schultypen.

Hauptdarsteller bei der Jubiläumsfeier, zu der schon Hunderte von Eltern ihre Hilfe angeboten haben, werden vor allem die derzeitigen 739 Schüler und Schülerinnen sein. Alle 26 Klassen beteiligen sich in irgendeiner Weise am Fest - verkaufen Lose, Früchtecocktails oder Sandwiches oder laden zu vielen Spielen ein. Es gibt neben den zwei Aktionsbühnen unter anderem einen Geschicklichkeitsparcours oder ein Bobbycar-Rennen.

Zahlreiche Projekte werden vorgestellt. Die Klasse 7 b spielt in der Aula das Musical "Der König der Löwen", die 6 a zeigt das Theaterstück "Der Güffelo", die 6 b ist mit seinem Orchester und den Bläsern zu hören. Und, und, und. Apropos Musik: gleich mehrmals wird es unter Mitwirkung von Schülern der neunten und zehnten Klassen an drei Abenden (8., 9. und 11. September, jeweils ab 19 Uhr) ein "Erich Kästner reloaded" und einen musikalisch-kabarettistischer Abend geben - unter dem Motto "Und was vorüber schien, beginnt". Die Leitung hat Susanne Stangl, für die Musik ist Sonja Kandels zuständig. Der Eintritt kostet für Erwachsene vier, für Schüler zwei Euro. Karten gibt es in der Schule. Ab kommenden Montag machen vier große Banner in Kempen auf das Großereignis aufmerksam. Die 116-seitige Festschrift ist beim Fest selbst oder bei Schreibwaren Beckers (Engerstraße 10) für fünf Euro zu bekommen.

(wsc)
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