Die ZWAR-Gruppe in St. Hubert soll wiederbelebt werden

Kempen : Neuer Schwung für die jungen Alten

Die ZWAR-Gruppe in St. Hubert soll neu belebt werden. Angesprochen sind Bürger aus dem Kendeldorf zwischen 55 und 65 Jahren. Die seit 16 Jahren bestehende Gruppe sucht Nachwuchs. Los geht es im Oktober.

Zwischen Arbeit und Ruhestand oder kurz: ZWAR ist ein seit 1979 in vielen Städten und Gemeinden von Nordrhein-Westfalen praktiziertes Konzept, jung gebliebenen Älteren Freizeitangebote für den bevorstehenden Ruhestand zu machen. Dabei beruht das Konzept darauf, dass sich Bürger im Alter zwischen 55 und 65 Jahren in selbst organisierten Gruppen zu den Aktivitäten zusammenfinden. In St. Hubert gibt es seit 2002 eine ZWAR-Gruppe. Diese startete seinerzeit mit regelmäßigen Treffen im Begegnungszentrum Dr.-Karl-Rudolph-Haus. Nach 16 Jahren braucht ZWAR in St. Hubert eine „Blutauffrischung“. Mitte Oktober gibt es einen Neuanfang für die „Generation 55plus“ im Kendeldorf.

In der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren des Stadtrates erläuterte Bettina Prothmann von der ZWAR-Zentralstelle in Dortmund, was sie gemeinsam mit der Stadtverwaltung demnächst vorhat. Der Ausschuss stimmte einer erneuten Kooperation der Stadt mit der ZWAR-Zentralstelle zu. Die stellt Bettina Prothmann ab, um das neue Netzwerk in den Anfängen zu unterstützen. Im Kempener Sozialamt begleitet Nadja Kleine für ein Jahr das Netzwerk. Neu ist die Idee nicht, jung gebliebene Ältere, die noch im Berufsleben sind, durch gemeinsame Freizeitaktivitäten auf den bevorstehenden Ruhestand vorzubereiten. Doch die Mitglieder der ersten St. Huberter ZWAR-Gruppe von 2002 sind inzwischen in einem Alter, in dem man sich nur noch zum gemeinsamen Kaffeekränzchen im Dr.-Karl-Rudolph-Haus trifft. Rad- oder Motorradfahren, Yoga, Thai-Chi, Wandern oder Kegeln kommt da für viele nicht mehr infrage.

Daher haben sich Mitglieder der ZWAR-Gruppe an die Stadt gewandt, um Nachwuchs gewinnen zu können. Und die ZWAR-Zentralstelle, die seinerzeit beim Start der ersten Gruppe im Kendeldorf mit ihrem Know-how zur Verfügung stand, hilft nun auch wieder. Bettina Prothmann hat Nadja Kleine bereits zur Netzwerkbegleiterin ausgebildet und wird auch zu Anfang bei Informationsveranstaltungen über das Netzwerk zur Verfügung stehen. Es wird 14-tägige Treffen aller interessierten Bürger aus St. Hubert in einer so genannten Basisgruppe geben, die von Nadja Kleine im ­Dr.-Karl-Rudolph-Haus geleitet wird.

Die professionelle Unterstützung der ZWAR-Gruppe läuft – wie es bei dem ZWAR-Konzept üblich ist – über ein Jahr, dann müssen die jungen Alten in der Lage sein, ihre diversen Freizeitaktivitäten selbst zu organisieren. Die Erfahrung in St. Hubert, aber auch andernorts zeigt, dass dieser Zeitraum voll ausreicht.

Im Kreis Viersen gibt es vielerorts seit mehr als 20 Jahren ZWAR-Gruppen. Die meisten laufen bis heute sehr erfolgreich, einige brauchen aber – wie die St. Huberter Gruppe – Unterstützung bei der „Blutauffrischung“. Als vor 16 Jahren das erste St. Huberter Netzwerk aufgebaut wurde, war daran maßgeblich Hildegard Steffens-Speidel beteiligt, die sich im Dr.-Karl-Rudolph-Haus darum kümmerte, dass die Aktivitäten ans Laufen gebracht wurden. Diesen Part beim Neustart übernimmt nun Nadja Kleine.

Die ZWAR-Gruppe soll eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Angeboten für ältere Bürger im Kendeldorf sein. Sie soll keinesfalls in Konkurrenz treten zu Programmen der Kirchen oder von freien Trägern, beispielsweise der Senioren-Initiative oder der Arbeiterwohlfahrt. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Gruppen sinnvoll ergänzen können. Auch zur geplanten Quartiersentwicklung in St. Hubert soll ZWAR keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung darstellen.

Während es für den Start der Quartiersentwicklung noch keinen Zeitplan gibt, soll die Wiederbelebung der ZWAR-Gruppe schon recht bald beginnen. Alle St. Huberter zwischen 55 und 65 Jahren – das sind 1800 Personen – erhalten demnächst Post und werden eingeladen. Für Donnerstag, 18. Oktober, 19 Uhr, ist eine Gründungsveranstaltung im St. Huberter Forum geplant.

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