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Stadt Kempen: Die Selbsthilfe reicht von A bis Z

Stadt Kempen : Die Selbsthilfe reicht von A bis Z

Untrennbar sind in Kempen die drei Buchstaben BIS mit dem Haus Wiesengrund verbunden. Dort ist nämlich seit sechs Jahren die Außenstelle der Beratung Information Selbsthilfe, kurz BIS genannt, zu Hause.

Ein kleines Schild, direkt neben der Eingangstür am Haus Wiesengrund verrät, dass es sich hier nicht nur um eine Seniorenresidenz handelt, sondern dass hier auch die Selbsthilfe ein Stück weit daheim ist. Denn seit dem Jahr 2007 befindet sich die Außenstelle der Beratung Information Selbsthilfe (BIS) an der Wiesenstraße 5 in Kempen. Das seit 25 Jahre bestehende BIS hat seine Hauptstelle dabei in Brüggen, doch schon vor Jahren wurde klar, dass auch der Osten des Kreises Viersen eine direkte Anlaufstelle vor Ort benötigte. Vielen Menschen war der Weg nach Brüggen einfach zu weit, um sich dort bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe die nötige Unterstützung zu holen.

Denn das ist die Aufgabe vom BIS. Selbsthilfeförderung und -unterstützung findet hier statt. "In Kempen bieten wir eine zweite Anlaufstelle an, in der wir die gleichen Hilfestellungen offerieren wie in Brüggen", betont Sozialarbeiter André Beermann, Fachkraft für Selbsthilfeunterstützung. Jeder, der eine Selbsthilfegruppe gründen möchte, findet hier kompetente Ansprechpartner, die bei der Bildung einer Gruppe helfen und Gruppenkonstruktionen mit aufbauen.

Ob es die Hilfe bei der Raumsuche ist, die Anfrage für eine Moderation innerhalb einer sich gründenden Gruppe – die Außenstelle vom BIS bietet Unterstützung an, und das sogar kostenfrei. Neben der Basisinfo steht das BIS allen Gruppen jederzeit bei Fragen oder Problemen zur Verfügung. Wobei Beermann die Gruppen lobt: Sie arbeiteten sehr professionell und gut organisiert, sagt der Sozialarbeiter. Auf der anderen Seite können sich Menschen, die an einer körperlichen oder seelischen Erkrankung, Behinderung oder einem anderen Handicap leiden und überlegen, einer Selbsthilfegruppe beizutreten, ebenfalls an die Außenstelle wenden. "Wir beraten zu den einzelnen Gruppen und überlegen gemeinsam, ob eine Selbsthilfegruppe in der aktuellen Situation das Richtige wäre", informiert Beermann.

Gerade bei psychischen Erkrankungen, wenn die Wartezeit auf einen Termin sehr lange andauert, kann eine Selbsthilfegruppe Unterstützung geben. Es gibt auch Gruppen, die sich um die Angehörigen von erkrankten Personen kümmern. "Wir haben zum Beispiel eine Gruppe, die aus Menschen besteht, deren Partner oder ein Angehöriger an Depressionen leiden. Es hilft, sich auszutauschen und zu sehen, es gibt andere, die mit den gleichen Stimmungsschwankungen ihrer Partner leben und die das teilweise Gefühl der Überforderung kennen", sagt Beermann. Inzwischen ist die Zahl der Selbsthilfegruppen im Kreis Viersen auf 120 gewachsen, wobei die inhaltliche Palette von A wie Alkohol bis Z wie Zöliakie reicht. Rund 60 Themenfelder sind inzwischen bei den Gruppen vertreten.

(tref)