1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Die Schule an der Dorenburg in Grefrath baut mit Künstler Jürgen Hemkemeyer eine Brücke

Grefrath : Für Toleranz: Schüler bauen eine Brücke

Die Schule an der Dorenburg hat mit dem Künstler Jürgen Hemkemeyer ein neues Projekt verwirklicht.

Etliche Holzdielen liegen in der Aula der Schule an der Dorenburg in Grefrath nebeneinander. Jede ist anders bemalt, ob mit einem Sonnenuntergang, geographischen Mustern oder mit Planeten im All. Sie alle sollen am Ende zu einer riesigen Brücke zusammengefügt werden. Die Idee zu diesem außergewöhnlichen Projekt hatten die Lehrerin Uschi Schax, Schulsozialpädagogin Petra Stops und der Kempener Künstler Jürgen Hemkemeyer.

Seit zwei Monaten bastelt die Abschlussklasse 10d mit ihrer Klassenlehrerin Tine Lutz an dieser Brücke. „Ich habe noch nie eine so große und schwere Brücke mit Schülern gebaut“, sagt Jürgen Hemkemeyer begeistert. Am Ende misst sie eine Länge von fast zehn Metern. Dabei durften die Schüler ihre Bretter nach ihrem eigenen Geschmack gestalten. „Es ging dabei nicht um künstlerisches Talent, sondern darum, dass jeder Einzelne sich mit seinem individuellen Vermögen bei diesem Projekt einbringt“, so der Künstler. Dabei werden die einzelnen Baudielen nicht miteinander verschraubt oder verklebt, sondern sie halten nur per Klemmprinzip.

Geistiger Vater dieser Konstruktion ist Leonardo da Vinci. Dieser hatte damals die Idee, eine transportable Brücke zu entwerfen, welche ohne Werkzeug aufgebaut werden kann. Pascal aus der 10d interpretiert das Projekt so für sich: „Gemeinsam eine Brücke zu bauen bedeutet ja auch, dass wir als Klasse zusammenhalten. Auch ohne Schrauben kann man miteinander verbunden sein.“ Das trifft die Kernaussage des Projekts ziemlich genau. Die selbsttragende Konstruktion eignet sich hervorragend als Metapher für die Stabilität eines Teams. Die Schule an der Dorenburg – als Schule ohne Rassismus – möchte damit auch deutlich machen, dass man nur gemeinsam etwas schaffen kann. Schüler mit unterschiedlichen Nationalitäten haben an diesem Projekt mitgewirkt. Die Brücke wirkt darum nur noch bunter und vielfältiger. Am Ende haben die Sekundarschüler ihre individuellen Bretter erfolgreich ineinandergesteckt und stehen stolz vor ihrer großen Konstruktion. Damit haben sie nicht nur für sich, sondern auch für mehr Toleranz und Gemeinschaft eine Brücke gebaut.

(hd)