Die Nominierung des städtischen Pressereferenten Christoph Dellmans löst eine intensive Diskussion um die Kandidaten für die Wahl des Kempener Bürgermeisters aus.

Bürgermeister-Kandidat : Dellmans-Personalie: CDU unter Zugzwang

Die Nominierung des städtischen Pressereferenten Christoph Dellmans löst eine intensive Diskussion um die Kandidaten für die Wahl des Kempener Bürgermeisters aus. Die CDU hat sich noch nicht erklärt.

Am Wochenende hatte die CDU-Stadtratsfraktion ihre Frühjahrsklausur. Ergebnisse will CDU-Fraktionschef Wilfried Bogedain am heutigen Dienstag bekanntgeben. Anzunehmen ist, dass es bei dem Treffen der CDU um die Themen Kinderbetreuung, Schulsanierung oder künftige Nutzung der Kempener Burg gegangen ist. Aber auch die Nominierung des städtischen Presse- und Marketingreferenten Christoph Dellmans dürfte Gesprächsthema gewesen sein. Den 52-Jährigen hatten am Freitagabend Kempens SPD und Grüne als ihren gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im Herbst 2020 vorgestellt. Dann tritt Amtsinhaber Volker Rübo (CDU) nicht mehr zur Wiederwahl an.

Philipp Kraft ist seit Herbst vergangenen Jahres CDU-Parteivorsitzender in Kempen. Foto: CDU

Die Kempener CDU ist nun unter Zugzwang. Bislang haben die Christdemokraten noch keinen eigenen Kandidaten für die Rübo-Nachfolge präsentiert. Offiziell will man sich dafür noch Zeit lassen, möglicherweise erst in einigen Monaten einen Bewerber präsentieren, den eine Mitgliederversammlung dann wählen muss. Der neue CDU-Vorsitzende Philipp Kraft wäre ein denkbarer Kandidat. Er ist seit dem Herbst 2018 Parteivorsitzender. In der Kommunalpolitik ist der Personalmanager bei der Deutschland-Zentrale des Weltkonzerns 3 M in Neuss noch ein unbeschriebenes Blatt. Er gehörte kurzzeitig der CDU-Kreistagsfraktion in Viersen an, aus der er sich aber – beruflich bedingt – zurückziehen musste. Kraft hat sich noch nicht erklärt, ob er Bürgermeister in Kempen werden möchte. Andere Namen werden gehandelt. Einige Mitglieder aus der Ratsfraktion haben bereits abgewunken, scheuen eine Kandidatur fürs Spitzenamt im Rathaus, weil es mit zahlreichen Repräsentationsterminen auch und gerade am Wochenende verbunden ist. Das will man der Familie nicht zumuten. Ein geeigneter Bewerber ist seit Februar Erster Beigeordneter in der Kreisstadt Viersen: Christian Canzler wohnt in Kempen, war hier zeitweise auf Ortsausschuss-Ebene im Vorstand aktiv. Canzler hat Verwaltungserfahrung, war vor seinem Wechsel nach Viersen Erster Beigeordneter in Kerpen im Rhein-Erft-Kreis (Bergheim).

Christoph Dellmans als Bewerber von SPD und Grünen kann sich auch auf eine breite Basis aus Handel und Wirtschaft, Vereinen und Brauchtum in Kempen stützen. Günter Solecki, Vorsitzender der Linken in Kempen, kommentierte die Nominierung von Dellmans am Montag indes kritisch. Der Stadtsprecher passe doch nicht zu den Grundwerten von SPD und Grünen. Er passe doch eher zum Profil eines CDU-Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Ein überparteilicher Kandidat sehe aus Sicht der Linken anders aus. Es gäbe auch in anderen Bereichen engagierte Bürger, die für das Amt infrage kämen. Die Linke selbst werde sich mit dem Thema erst im Herbst beschäftigen.

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