Gemeinde Grefrath: Die neuen Kartoffeln sind schon da

Gemeinde Grefrath : Die neuen Kartoffeln sind schon da

Die ersten frischen Kartoffeln kommen auf den Teller. Die Oedter Landwirte Norbert Erkens und Wilhelm Thönes starten die neue Kartoffelernte und das rund vier Wochen früher als im vergangenen Jahr.

"Einfach nur lecker", das ist die einhellige Meinung von Norbert Erkens und Wilhelm Thönes. Die beiden Cousins und Oedter Landwirte, die sich auf den Kartoffelanbau spezialisiert haben, wissen ganz genau, wovon sie sprechen. Sie haben nämlich schon die ersten neuen Kartoffeln aus dem eigenen Anbau probiert. Bei Thönes gab es sie gebraten mit Dipp und bei Erkens gekocht mit Salat, Spiegelei und Spargel.

"In der vorigen Woche sind wir bereits durch die Felder gegangen und haben geguckt, wie es aussieht. Die ersten Stauden habe ich mit der Gabel ausgemacht und mit nach Hause genommen", berichtet Erkens. Dass die Frühkartoffeln erntereif sind, zeigen sie durch ihr Grün an. Wenn das nämlich nicht mehr senkrecht nach oben steht, sondern ein bisschen einfällt, dann ist es soweit. Nun geht es mit dem Roder auf die Felder, um für den Hofverkauf zu ernten. Auf zwei Hektar haben die beiden Landwirte die frühen Sorten Gloria und Annabelle angebaut. Auf einem Drittel der Fläche steht die Sorte Gloria, auf dem Rest die Annabelle. Gloria ist die ganz frühe Sorte, die zuerst ausgemacht wird. Danach folgt Annabelle. Während Gloria bei der Abreifung mehlig wird, kann Annabelle problemlos bis in den Sommer verkauft werden. Bei beiden Sorten gilt: Es wird täglich frisch ausgemacht und nur soviel geerntet, wie gebraucht wird. "Es kann passieren, dass wir zwei- bis dreimal mit dem Roder rausfahren und ernten", erklärt Erkens. Für den Kunden im Hofladen bedeutet das wirkliche Frische und das vier Wochen früher als im vergangenen Jahr.

"Normal setzen wir die Kartoffeln Ende Januar/Anfang Februar. Aber durch den milden Winter wagten wir uns, die Kartoffeln schon am 18. Januar in die Erde zu geben", berichtet Thönes. Über die Felder kamen Folien und die Beregnung wurde installiert. Die ist von großer Bedeutung, denn Kartoffeln sind äußerst frostempfindlich. Wenn es friert, wird die Beregung aktiviert, wobei das Wasser wie eine Schutzschicht wirkt. Die Beregnung kam aufgrund des milden Winters zwar kaum zum Einsatz, aber trotzdem klingelte der Wecker so manche Nacht. "Wenn der Wetterbericht Temperaturen an die Null Grad ansagt, dann wird nachts kontrolliert, ob es friert. Wir verlassen uns da nicht gerne allein auf die Elektronik", sagt Erkens. Vor zwei Jahren befror so ein Drittel der Frühkartoffeln.

Frühkartoffeln sind mit Risiko behaftet und arbeitsintensiv, sind sich Thönes und Erkens einig. Durch den frühen Pflanztermin und das entsprechend wenig winterliche Wetter sind die ersten neuen Frühkartoffeln nun aber so früh da, was die Landwirte freut. "Beim momentanen Regen kommen die Frühkartoffeln allerdings als Möhrenköpfe aus der Erde", bemerkt Erkens scherzend. Geschmacklich spielt das natürlich keine Rolle. Gloria und später auch Annabelle kommen frisch, fest, gelbfleischig und lecker daher.

(tref)
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