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Zuhause In . . . Oedt: Die Natur direkt vor der Haustür

Zuhause In . . . Oedt : Die Natur direkt vor der Haustür

Der vielseitige Manfred Bäter ist musikalischer Botschafter des Grefrather Ortsteils. Mit den "Niersmatrosen" hat er schon Aufnahmen auf Norderney gemacht. Die Niederstraße hat ihn zu einem Lied inspiriert.

Manfred Bäter ist kürzlich 75 Jahre alt geworden. Der gebürtige Lobbericher, der auch schon im Grefrather Bahnhof gelebt hat, bringt es gleich auf den Punkt: "Ich lebe sehr gerne in Oedt, weil ich vor 30 Jahren das schönste Grundstück von Oedt gekauft habe. Meine Frau und ich blicken Tag für Tag in das Naturschutzgebiet. Wir haben im wahren Sinne des Wortes die Natur direkt vor der Haustür." Die Worte von Manfred Bäter, der an der Niederstraße im Oedt Südwesten wohnt, kann man nur unterstreichen. Der weitläufige Blick in die Nierslandschaft verzaubert, und in seinem Haus werden Natur und Kunst wunderbar miteinander verbunden. In seinem kleinen Tonstudio kommen ihm beim Blick in die Natur die besten Ideen.

Der Naturliebhaber, der in seinem weitläufigen Garten im kleinen Teich derzeit junge Enten hat, war als Schauwerbegestalter überaus erfolgreich. Da ihn bis ins hohe Alter die Musik stets fasziniert und begleitet hat, kam er auch auf die Idee, vor vier Jahren die mittlerweile wohl bekanntesten musikalischen Oedter Botschafter zu gründen - "Die Niersmatrosen".

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Der langjährige Leiter der bekannten "Menskeschöre", Johannes Menskes, aus Lobberich war sein Klavierlehrer. Im zarten Alter von 14 oder 15 Jahren hat er Klavier und Akkordeon gelernt. Er gehörte dem bekannten Kempener Burgspatzentrio ebenso an, wie 25 Jahre dem Männergesangverein "Liederkranz" in Grefrath, der auch ein Menskeschor war. Und: Manfred Bäter war sechs Jahre lang Mitglied im Extra-Chor der Städtischen Bühnen Mönchengladbach/Krefeld. Er wollte sogar die Musik zu seinem Hauptberuf machen. Bäter wollte Organist und Chorleiter werden. Er hatte die Aufnahmeprüfung am Konservatorium schon bestanden, doch durch einen Unfall bei der Bundeswehr, bei dem sein Gehör beschädigt wurde, platzte dieser Traum.

40 Jahre war er als Schauwerbegestalter bundesweit unterwegs. Zudem hat er in verschiedenen Städten Birkenstock-Filialen betrieben. Eine Filiale hat er heute noch, die weitgehend von seinem Sohn und seiner Frau betreut werden. Sie liegt in der Kölner Glockengasse. Das war stets sein Hauptgeschäft.

Der zehnjährige Weimaraner Hund Aki schaut vorbei und lockt Manfred Bäter wieder in seinen herrlichen Garten. Aki lauscht der Akkordeonmusik und Bäter erinnert sich. "Mein Wohnsitz hier an der Niederstraße hat mich zum Lied vom Krokodil in der Niers inspiriert." Da bekommt man gleich einen ganz anderen Bezug zu dem Fluss, der immer mit Oedt verbunden war und das Leben bestimmt hat. Erinnerungen an alte Mühlen werden ebenso wach, an die Verlegung des Niersbettes oder die Üdsche Jaas.

Manfred Bäter ist stolz, dass seine "Niersmatrosen" inzwischen stattliche 22 Mitglieder haben. Gerade erst waren sie wieder auf hoher See. Sie haben auf der Nordseeinsel Norderney Aufnahmen gemacht. Glücklich ist Bäter darüber, dass er mit seinem Chor in der Oedter Albert-Mooren-Halle proben und dort am 11. Oktober ein großes Konzert mit vielen Gästen geben kann.

Es ist schon längst eine vertraute Einheit für Bäter geworden: Sein Wohnsitz, seine Musik und sein Chor. Und als waschechter Niersmatrose im passenden Outfit macht es ihm auch nichts aus, wenn ihm ab und an der "Lobberiker Wenk" ins Gesicht bläst. Matrosen kennen das.

(RP)