Gemeinde Grefrath: Die mit dem Ball tanzen

Gemeinde Grefrath: Die mit dem Ball tanzen

Die Liebfrauenschule in Mülhausen hat 14 neue DFB-Junior-Coaches ausgebildet. Die Zehntklässler können jetzt Jugendmannschaften trainieren. Sie wollen Begeisterung und Leidenschaft wecken.

Rechtsfuß, pfeilschnell, torgefährlich, dribbelstark - die Rede ist nicht von Marco Reus, sondern von Hannah Vogt. Die 17-Jährige aus Stenden ist - Vorbild Marco Reus - Linksaußen in der 1. Damenmannschaft des FC Aldekerk. In der Liebfrauenschule Mülhausen hat die Fußballerin das Zertifikat DFB-Junior-Coach erworben. Die Zehntklässlerin kann nun Jugendmannschaften trainieren und mit einer Zusatz-Qualifikation auch die C-Lizenz erwerben, die sie als Coach für Erwachsene bis zur Bezirksliga ausweist. "Ob ich Trainerin werden will, weiß ich noch nicht. Beruflich möchte ich aber auf jeden Fall etwas mit Sport machen", sagt die 17-Jährige.

Für den DFB-Junior-Coach musste Hannah mit drei Mitschülerinnen und zehn Mitschülern insgesamt 40 Stunden am Ball bleiben. "In der Ausbildung geht es vor allem darum, den Jugendlichen den Spaß am Fußball zu lassen", sagt Projektlehrer Dennis Homann. Der 33-Jährige hat nun bereits die fünfte Generation DFB Junior-Coaches an der Liebfrauenschule betreut und ist bei der Urkundenüberreichung sichtlich stolz auf seine Schützlinge: "Ihr habt das toll gemacht: Applaus, Applaus, Applaus." Beim Junior-Coach geht es laut Homann darum, fußballbegeisterten Schülerinnen und Schülern schon frühzeitig die Möglichkeit des Einstiegs in die Trainerausbildung zu eröffnen. "Wir waren vor fünf Jahren die erste Schule im Kreis Viersen und auch bundesweit eine der ersten, die diese Qualifikation ermöglicht hat." Rund 70 Ballzauberer haben an der Liebfrauenschule bereits die Trainer-Einstiegslizenz erworben.

Bei der Abschlussbesprechung mit den aktuellen 14 Junior-Coaches im Mittelkreis der großen Sporthalle wird deutlich, mit welcher Leidenschaft und Begeisterung die Jugendlichen ihr künftiges Traineramt bekleiden wollen. Dennis Homann, selbst Trainer und noch aktiver Landesliga-Fußballer beim 1. FC Viersen, muss nur Stichwortegeben, und schon reflektieren die Schülerinnen und Schüler ihre Tätigkeiten während der vergangenen Wochen. Motivation, Lob, Spielstruktur, Routine, Gefahrenherde, Rituale, Kommunikation - hierum geht es in den Beobachtungsbögen, die jetzt diskutiert werden.

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Dennis Homann zeigt sich begeistert, wie engagiert und einfühlsam die Jungtrainer mit dem Nachwuchs umgegangen sind. Das Training erfolgte mit Jungen und Mädchen der beiden Grefrather Grundschulen sowie mit Fünftklässlern der Liebfrauenschule. Als Coach der Coaches gibt Dennis Homann ihnen Tipps mit auf den weiteren Weg. Etwa: "Macht die Übungen nicht selbst vor, sondern überlasst das den Kindern." Oder: "Das Abklatschen als Ritual am Ende des Spiels ist ein wichtiges Element für den Spannungsbogen."

"Ihr habt für eure eigene Persönlichkeit eine Menge mitgenommen. Vor allem aber habt ihr gelernt, für andere Verantwortung zu übernehmen", lobt die stellvertretende Schulleiterin Gabriele Beeck die 14 strahlenden Junior-Coaches bei der Urkunden-Überreichung. "Wer weiß, wen ihr mal trainieren werdet", plaudert Dennis Homann hinterher bei einer Cola mit den Jugendlichen, die nun ihr weißes DFB-Jersey mit dem prägnanten DFB-Emblem auf der Brust tragen. Für Hannah Vogt kann es da nun einen geben: Marco Reus.

(RP)
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