Die Initiative „Denk mal an Kempen“ soll ein Verein werden.

„Denk mal an Kempen“ : Kempener Denkmal-Initiative will Bürger stärker mitreden lassen

Die Initiative „Denk mal an Kempen“ soll ein Verein werden. Man will Bürger in Sachen Denkmalschutz mehr unterstützen.

Vor fünf Jahren begann alles mit dem Kampf um die Erhaltung der historischen Fassade eines denkmalgeschützten Hauses an der Peterstraße in der Kempener Altstadt. Damals gründete sich die Initiative „Denkmal an Kempen”. Mittlerweile ist aus dem ursprünglichen Einzelprojekt eine Initiative von Bürgern geworden, die sich aktiv in Kempen für die Erhaltung historischer Substanz einsetzen wollen. Denn es gibt noch viel zu tun, da sind sich die Organisatoren einig. Daher möchte die Initiative nun einen Verein gründen. Am Donnerstagabend waren rund 40 Interessierte der Einladung zu einer ersten Informationsveranstaltung in der Gaststätte „The Whistle“ an der St. Huberter Straße in Kempen gefolgt.

Heinz Wiegers, als SPD-Ratsherr Mitglied des Denkmalausschuss des Stadtrates bestens bewandert in Fragen des Denkmalschutzes, erläuterte, bei welchen Themen sich der noch zu gründende Verein engagieren möchte. Es geht um Baudenkmäler ebenso wie Bodendenkmäler, aber auch die Rettung immateriellen Kulturerbes, wie dies unlängst mit dem Martinsbrauchtum geschehen ist.

Dafür geht es zunächst um die Erfassung der Denkmäler. Wiegers bemängelte in diesem Zusammenhang, dass außer einer kurzen Verlautbarung aus der Stadtverwaltung noch nichts weiter bekannt wäre zur vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege gewünschten Unterschutzstellung des Rathauses am Buttermarkt . Als Nächstes ginge es um die Erhaltung etlicher Gebäude in der Altstadt. Viel zu oft würden diese durch Neubauten ersetzt. Hier werde eindeutig das wirtschaftliche Interesse in den Vordergrund gerückt. Kempen brauche einen fachlich versierten Leiter des Denkmalamtes, forderte Wiegers.

Der Verein will zudem die Geschichte von historischen Stätten erforschen und dokumentieren. Weiterhin sollen nicht nur die Besitzer historischer Bauten unterstützt, sondern auch im Hinblick auf mögliche finanzielle Förderung beraten werden. Letztlich sollte eine gute Integration neuer Gebäude ins Stadtbild erreicht werden. Denn der Charakter der Altstadt dürfe nicht verloren gehen.

Kurt van Doorn erläuterte den Satzungsentwurf für den Verein. Geplant ist ein Verein mit flachen Hierarchien. Es soll einen mit wenigen Personen besetzten Vorstand geben sowie die Möglichkeit, sich als Mitglied in einzelne Arbeitsgruppen oder projektbezogen einzubringen. Dazu gehört auch, dass der Verein mit Ausstellungen und Veranstaltungen die Öffentlichkeit informiert. Die Kommunikation zu Behörden und Bürgern möchte man verbessern. So sollen auch die Anregungen Einzelner aufgenommen werden. Die Bürger sollen die Möglichkeit haben, ihre Stadt mitzugestalten. Langfristig kann man sich vorstellen, sich ökologischen Gesichtspunkten zu widmen. Ganz wichtig ist dem Verein, dass alle Aufgaben transparent in die Öffentlichkeit getragen werden. Denn daran fehle es in Kempen bislang.

Aus der Versammlung kamen einige Fragen und Anregungen zur geplanten Satzung. Gerne wurde der Vorschlag aufgenommen, einen Stammtisch von Denkmalfreunden zu etablieren, bei dem ein Austausch untereinander stattfinden kann. Alle Stichpunkte werden nun aufgenommen und geprüft. Im Mai, so hoffen die Organisatoren, soll es die Gründungsversammlung für den Verein geben.

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