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Die Höhepunkte der Muziek Biennale Niederrhein on tour 2020

Muziek Biennale Niederrhein on tour : „Tiefenwanderungen“ am Niederrhein

Am 29. August startet die Muziek Biennale Niederrhein on tour. Wir geben einen Überblick über die Höhepunkte.

Aus Anlass der Landesgartenschau und des 250. Geburtstages von Ludwig van Beethoven lädt die Muziek Biennale Niederrhein 2020 zum Thema „Tiefenwanderungen“ ein – und dies nicht nur im touristischen Sinne, wie der veranstaltende Verein Kulturraum Niederrhein mit Sitz derzeit noch in Kempen in seinem Programm mitteilt.

In den Sprachen der Musik soll ausgegraben, beackert, kultiviert und geerntet werden, was in der Tiefe ruht, aus der Tiefe des Niederrheins kommt und international nachhallt. Konzertveranstalter, Komponisten und Musiker der Region haben dazu ein Programm erstellt, das sich zwischen „tiefen Tönen, existenzialistischen Tauchgängen und Ausgrabungen musikhistorischer Kleinode“ bewegt. Den Auftakt gibt eine „Niederrheinische Beethoven-Trilogie“ am Eröffnungswochenende, 29. und 30. August, auf dem Gelände der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort. Es folgen rund 40 Musikveranstaltungen an Rhein und Maas quer durch alle Genres.

Auftakt ist im August in Kamp-Lintfort. Foto: Veranstalter

Das Eröffnungswochenende ist der Decollage, Transformation und Neuschöpfung gewidmet. An drei besonderen Orten des Terrains richten die in Duisburg lebenden Komponisten und PerformanceKünstler Kunsu Shim und Gerhard Stäbler musikalisch und multimedial den Blick auf einen Künstler, der Musik ins gesellschaftliche Umfeld dachte und sie als „Stimme des Menschen“ betrachtete: Ludwig van Beethoven. Mit Weitblick wirkte er auf der Schwelle vom 18. ins 19. Jahrhundert als Grenzüberschreitender als auch Botschafter einer europäischen Kultur. Am Samstag, 29. August, beginnt um 18 Uhr das Eröffnungskonzert im Zechengarten in Kamp-Lintfort, um 22 Uhr das Nachtkonzert mit Lichtspiel im Vorgarten des Klosters Kamp. Für Sonntag, 30. August, 11.30 Uhr, ist eine Matinée in der Klosterkirche, Kloster Kamp, vorgesehen.

Mit frischen Impulsen und der Erfahrung langjähriger Konzertpraxis präsentiert „AvantGarten Liedberg“ Musik mit Tanz als Ausdruck der Bewegung zur Musik. „The Power of New Music + Dance“bietet aus vier verschiedenen Perspektiven eine variationsreiche Kommunikation von Musik und Tanz: Musik nach Tanz komponiert, Tanz nach Musik choreographiert, Musik und Tanz zusammen konzipiert, Musik über Bewegung reflektiert, jeweils präsentiert an vier Stationen in Gärten und auf Wiesen im Ortskern von Korschenbroich-Liedberg. Wer sich am Ende des Parcours über das Erlebte austauschen möchte, kann dies beim „AvantGarten“-Buffet im Sandbauernhof, wo Künstler und Publikum zwanglos zusammentreffen. Termin: Sonntag, 6. September, 14 bis 18 Uhr. Eintrittskarten kosten 18 Euro, ermäßigt 13 Euro. Kinder bis zwölf Jahre zahlen keinen Eintritt. Informationen und Buchung bei Brita Heizmann, Telefon 02166 613107, E-Mail ­bheizmann@­avantgartenliedberg.de.

Moon Doh dirigiert das Flora Orchester Köln. Foto: Flora Orchester

Die noch junge Konzertreihe „acoustics“ in der Rokoko-Kirche des Diersfordter Schlosses in Wesel ist in kurzer Zeit zu einem Begriff für ein besonderes Kunsterlebniss geworden. Die Schlosskirche ist ein Ort, der nicht nur aufgrund seiner architektonischen Schönheit, sondern vor allem durch seine Akustik besticht. Das „Kultur Netzwerk Diersfordt Wesel“ unter der künstlerischen Leitung von Wilfried Schaus-Sahm bringt eigens für die Muziek Biennale einen Dreiklang „tiefer Töne und tiefer Empfindung“ zu Gehör.

Die ungarische Gitarristin Zsofía Boros tritt am Sonntag, 6. September, in der Schlosskirche auf. Am Sonntag, 20. September, ist dort das französische Duo Renaud García-fons und Claire Antonini zu hören. Die Münchener Cellistin Anja Lechner und der argentinische Gitarrist Pablo Márquez treten am Sonntag, 4. Oktober, auf. Beginn der Konzerte ist jeweils um 15 Uhr. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.­acoustics-­konzerte.de.

Bei einem Scheunenkonzert auf dem Erprathshof in Kempen-Tönisberg, Erprathsweg 1, geht es um die Musik von Brahms, gespielt vom Mariani-Quartett. Dessen Mitbegründer Philipp Bohnen ist ein Kind des Niederrheins, aufgewachsen in Moers-Kapellen und heute Violinist bei den Berliner Philharmonikern. Im Ambiente des denkmalgeschützten Erprathshofs, der geohistorisch in ein eiszeitliches Urstromtal eingebettet ist, gibt das Mariani-Quartett Einblicke in das Werk des Romantikers Johannes Brahms. Mit zwei Kammermusikwerken will das Quartett das Publikum einladen zu einer Tour d’Horizon der Klangsprache Brahms’. Danach bewirtet die Familie Furth die Gäste an weiß gedeckten Gartentischen inmitten von Obstbäumen und Blumenrabatten. Beginn des Konzerts ist am Sonntag, 13. September, um 15 Uhr.

Der Eintritt kostet 24 Euro, ermäßigt 17 Euro. Informationen und Buchung beim Nordbahnhof, Oranierring 91 in Krefeld, Telefon 02151 67444, E-Mail furth@­nordbahnhof.de.

Gipfeltreffen der jungen Talente ist am Wochenende 26. und 27. September. Das „Best-of der Senkrechtstarter“ aus den Talentschmieden euregionaler Musikschulen verbindet in diesem Jahr die mehr als 500 Jahre alte Geschichte des Wasserschlosses Wissen, Schlossallee 21 in Weeze, mit den Zukunftsthemen des Lebensraumes Landschaft auf der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort. Um 17 Uhr beginnt am Samstag ein Wandelkonzert in den Sälen des Schlosses, der Kapelle und – bei passendem Wetter – im Innenhof. Erwachsene zahlen (inklusive Imbiss) 24 Euro, ermäßigt 14 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Der Sonntag startet um 10 Uhr mit einem literarischen Frühstück, bevor es weitergeht zur Landesgartenschau, wo um 15 Uhr das Open-air-Bühnenkonzert beginnt. Tickets dafür kosten 18 Euro, ermäßigt 14 Euro. Das Arrangement mit Übernachtung und Frühstück kostet 80 Euro pro Person. Nähere Informationen dazu gibt es beim Kulturraum Niederrhein.

Mit Musik die Stille in sich selbst finden, sich als Teil der Schöpfung begreifen, Natur erleben und die Tiefen des Kosmos spüren – dies will der Schönhausen-Chor Krefeld bei den Besuchern erreichen. Geplant ist dafür eine geführte Fahrradtour mit einem Konzert des Chors im Xantener Dom sowie Übernachtung in einem Hotel (Sonntag und Montag, 4. und 5. Oktober).

Mit dem E-Bike geht es am späten Vormittag von der eiszeitlichen Sonsbecker Schweiz aus durch Auen und Wälder entlang großflächiger Kiesabgrabungen und per Fähre über den Rhein zum Deichdorfmuseum nach Wesel-Bislich. Dort erwarten die Teilnehmer der Tour Einblicke in den Lebensraum des „unteren Rheins“ und seine prägende wirtschaftliche Bedeutung für die Region. Zurück mit der Fähre sind es nur wenige Fahrradminuten bis zum Xantener Dom. In dieser Basilika, die für ihre Klangqualität bekannt ist, lässt der Schönhausen-Chor A cappella oder im Zusammenspiel mit dem Piano Werke wie „Ballad to the Moon“, „Choose like Something like a Star“, den Choral „Luminous Night of the Soul” wie auch „If Music be the Food of Love” erklingen. Start und Ziel ist im Landhotel Lebensart in Sonsbeck.

Wer mag, kann am nächsten Morgen im Archäologischen Park Xanten, Deutschlands größtem Archäologischen Freilichtmuseum auf dem Gelände der ehemaligen Stadt Colonia Ulpia Traiana, das Leben zur Römerzeit am Niederrhein ergründen. Das Arrangement ist ab 115 Euro zu haben. Buchung per E-Mail unter info@kulturraum-niederrhein.de.