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Die Grefrather Verwaltung will das Freibad erhalten

Grefrath : Das Freibad soll erhalten bleiben

Die Grefrather Verwaltung möchte entgegen den Aussagen des Sachverständigengutachtens die Schließung verhindern. Sie legt in einer Vorlage vier Varianten vor. Nun ist die Politik am Zug.

Nach Monaten der Ungewissheit hat die Grefrather Verwaltung sich deutlich positioniert: Die Grefrather sollen auch künftig die Möglichkeit haben, sich an warmen Sommertagen im Freibad abzukühlen. Seit geraumer Zeit gab es immer wieder technische und hygienische Herausforderungen, die die Gemeindewerke stets mit Notlösungen beheben konnten. So steht es in der Vorlage, mit der sich der Haupt- und Finanzausschuss in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 4. Februar, beschäftigen wird

Man schwebte in der Vergangenheit ständig in der Gefahr, dass die provisorisch reparierte Wasseraufbereitung plötzlich komplett ausfällt und damit der Betrieb des Bads eingestellt werden muss. Die Gastronomie musste auf Anordnung des Gesundheitsamts in einen mobilen Imbissstand verlegt werden.

Im von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Gutachten wurde die Schließung des Freibads empfohlen. Das Hallenbad sollte stattdessen zu einem Kombi-Bad werden, mit einer kleinen Außenwasserfläche für Nichtschwimmer und einer Liegewiese. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Gutachter nicht alles ihm zur Verfügung stehende Zahlenmaterial aufgenommen hatte. Er habe mit zu hohen Kostenansätzen auf der einen Seite und zu hohen Besucherzahlen im Kombi-Bad kalkuliert.

Aber auch wenn das Gutachten auf korrekter Grundlage basieren würde, sei ein Kombi-Bad keine erstrebenswerte Lösung. Die große Wiese werde ganzjährig von Erholungssuchenden genutzt, hier fänden Sportturniere und Schulveranstaltungen statt. Ein Wegfall sei nur schwer zu verschmerzen. Die Qualität der beliebten Freizeiteinrichtung werde durch ein Kombibad nicht erreicht, im Sommer gehe ohnehin niemand ins Hallenbad. Trotz der vielen Besucher sei das Treiben im Freibad stets gelassen und wie im eigenen Garten gewesen.

In der ersten von vier Varianten müsse man den dauerhaften Betrieb des Freibads beschließend und in einem nächsten Schritt zumindest die Wasseraufbereitung und deren Zuleitung zum Becken erneuern. Dann würde auch die Besucherdeckelung auf 1400 wegfallen, was wiederum zu höheren Einnahmen führen würde.

Variante zwei ist ganz ähnlich, möchte aber außerdem die Gastronomie wieder auf Vordermann bringen. Mit diesen beiden Maßnahmen könne man das Bad noch mindestens für weitere sieben bis zehn Jahre mit dem jetzigen Zustand der Becken erhalten. Gegebenenfalls müssten im Winter hier und da einige Fliesen neu angeklebt werden, das sei aber ein schon seit Jahren praktizierter Zustand.

Sollte Grefrath keinen Zuschlag für die Landesgartenschau 2026 erhalten, in die man die Sanierung des Bads integrieren könnte, müsste das Bad in nächsten Schritten weiter in die sanitären Einrichtungen, die Umkleiden und den Eingangsbereich investieren (Variante 3). Dabei bleibe es den Gemeindewerken als Träger überlassen, ob und wie sie in einem letzten Schritt die einzelnen Wasserbecken verändern oder ausbauen wollen (Variante 4). Hier könnte man eventuell die Überlegungen der örtlichen Schwimmvereine einbinden.

Sollte die Landesgartenschau im Jahr 2026 tatsächlich in Grefrath über die Bühne gehen, müsste die Veränderung des Freibads in ein Gesamtkonzept tunlichst dort eingearbeitet werden, so dass man vielleicht Fördermittel bekommt. Es wäre zum Beispiel denkbar, dass der Kassenbereich und die sanitären Einrichtungen, die bei der Gartenschau zur Verfügung stehen, später durch das Freibad genutzt werden. Selbst wenn das Bad in zehn Jahren geschlossen werden müsste, hätte sich, heißt es in er Vorlage der Verwaltung, der zwischenzeitliche Erhalt gelohnt.