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Die Freibäder in Willich, Kempen und Grefrath sind geöffnet

Ferienalphabet – F wie Freibad : Im Becken gilt oben ohne

In den Freibädern in Grefrath, Willich und Kempen sollen Besucher trotz der Corona-Schutzverordnung entspannt baden und schwimmen können. Jetzt muss eigentlich nur noch das Wetter mitspielen.

Sommer bedeutet für viele Freibad-Zeit, aber in diesem Jahr ist wie in so vielen Bereichen des Lebens alles anders: „Wir sind zufrieden. Es ist sehr gut angelaufen, und wir waren sogar schon an drei Nachmittagen ausgebucht“, sagt Jasmin Splinter, Teamleiterin der Bäderbetriebe der Gemeindewerke Grefrath. Ausgebucht heißt in diesem Fall: Gerade einmal 300 Besucher waren gleichzeitig im Grefrather Freibad. Für den einzelnen Besucher kann es darum durchaus so wirken, als würde er sein eigenes Schwimmbad nutzen.

Die Corona-Schutzverordnung gibt vor, was erlaubt ist. Geöffnet ist im Grefrather Freibad alles – bis auf die Sprungtürme. Damit bleibt unter anderem die Nutzung der breiten Rutsche und des Kinderbeckens für die Kleinsten. Auch die Duschen und Umkleiden stehen zur Verfügung. Lediglich die Spinde bleiben zu, wobei es aber abschließbare Fächer für Wertgegenstände gibt, die genutzt werden können.

Die Badegäste erhalten indes Lob von den Betreibern. „Die Besucher sind diszipliniert und halten sich an die Corona-Schutzregeln“, sagt Britta Horster, kaufmännische Leiterin der Gemeindewerke. Es werde auf Abstand geachtet, und dort, wo Mund-Nasen-Masken vorgeschrieben seien, würden sie auch getragen, wie etwa in den sanitären Anlagen. „Im Becken gilt natürlich oben ohne“, spielt Horster mit einem Lächeln auf die Mund-Nasen-Abdeckung an.

Die Online-Registrierung werde von den Kunden gut angenommen. Die Besucher können inzwischen bis zu 14 Tage im Voraus buchen, und das nicht nur für einen Termin, sondern gleich für drei Termine. Genauso problemlos ist auch das Stornieren möglich, wenn ein gebuchtes Zeitfenster doch nicht wahrgenommen werden kann. Wichtig ist, dass alle Besucher bei der Registrierung angemeldet werden müssen. Das gilt derzeit auch für Babys und Kleinkinder, die im Grefrather Freibad bis zu drei Jahren keinen Eintritt bezahlen. Doch jeder einzelne Gast zähle in dem strengen Corona-Schutzkonzept und müsse dementsprechend angemeldet sein, betonen die Betreiber. Nach der Registrierung erhalten die Besucher einen Barcode, den sie ausgedruckt oder auf dem Smartphone mit ins Bad bringen müssen. An einem eigens dafür aufgebauten Holzhäuschen vor dem Eingang wird der Code gescannt. Anschließend muss am normalen Eingang der Eintritt bezahlt werden. Bei Besuchsende checken die Badegäste aus.

Der Badbesuch ist in zwei Zeitblöcken möglich. Die erste Badezeit beginnt täglich um 10 Uhr und dauert bis 14 Uhr. Danach müssen alle Gäste das Bad verlassen. Das Bad wird gereinigt und desinfiziert. Um 15 Uhr beginnt die zweite Badezeit, die bis 19 Uhr geht. Auch im laufenden Betrieb wird das Bad während der beiden Schichten immer wieder gereinigt und desinfiziert. „Wer an einem Tag beide Zeitfenster bucht, muss das Bad während der großen Desinfektion zwischen den beiden Zeitfenstern verlassen. Man kann nicht im Bad bleiben“, erinnert Horster. Zudem muss der Besucher auch zweimal bezahlen.

Ein Zeitfenster kostet für Erwachsene 4,50 Euro. Kinder zahlen drei Euro. Im Angebot sind auch Zwölferkarten zum Preis von 45 beziehungsweise 30 Euro. Auf Dauerkarten verzichtet das Schwimmbad, sollte es doch einmal zu einer Schließung kommen müssen. Ebenfalls nicht im Angebot ist der Imbiss. Dafür greift das Freibad auf den Einsatz von Automaten zurück. Mittels dieser können Getränke und Snacks gezogen werden. Ein Angebot, das von den Badegästen gerne angenommen wird.

Kinder ohne Erziehungsberechtigte dürfen erst ab zehn Jahre alleine ins Bad. Vor dem Hintergrund, dass bislang alles so hervorragend läuft, überlegen die Gemeindewerke, ob sie die Besucherzahl von 300 auf 500 ausweiten könnten. Es seien vorsichtige Überlegungen, die man mit Ordnungs- und Gesundheitsamt angehen würde, sagt Splinter.

Im Kempener Aqua Sol ist das Prozedere mit Online-Registrierung und Schutzkonzept ähnlich. Im Willicher Sport- und Freizeitbads De Bütt geht es ein wenig anders zu. Dort zahlt der Kunde direkt bei der Online-Registrierung auch seinen Eintritt. „Die Besucher halten sich bestmöglich an die Vorgaben. Wir fahren aktuell auch nicht die erlaubten Zahlen, sondern bleiben bewusst darunter, um Probleme zu vermeiden“, sagt Badleiter Philipp Bauknecht. Statt der erlaubten 1100 Besucher lässt De Bütt 900 Badegäste in den Freibadbereich.