Die Fassaden der Kempener Propsteikirche müssen renoviert werden. Der Denkmalausschuss stimmte dem Konzept zu.

Propsteikirche : Kirche muss aufwendig saniert werden

Die Fassaden der Kempener Propsteikirche müssen renoviert werden. Der Denkmalausschuss stimmte dem Konzept zu.

Die Schäden am Westwerk mit dem Turm oder an der nördlichen Seite zum Kirchenplatz hin sind nicht zu übersehen. Auch Laien können feststellen, dass die Fassaden der Kempener Propsteikirche dringend saniert werden müssen. Seit geraumer Zeit sucht die Katholische Kirchengemeinde nach einem Weg, wie die Fassaden des Gotteshauses saniert werden können. Der Architekt Thomas Blohm-Schröder stellte am Montagabend in der Sitzung des Denkmalausschusses des Stadtrates das gesamte Schadensbild vor und zeigte mögliche Sanierungswege auf. Die Kirchengemeinde hat das Architekturbüro, das Blohm-Schröder gemeinsam mit seinem Partner Gregor Dewey seit rund 20 Jahren in Viersen führt, mit der Schadensanalyse und einem Sanierungskonzept beauftragt.

Die Schäden an den Fassaden des Gotteshauses sind erheblich. Eine Renovierung wird voraussichtlich mehr als eine Million Euro kosten. Das hatten die Experten bereits nach einer ersten Untersuchung im vergangenen Jahr festgestellt. Die Kosten kann der Kirchengemeinde St. Mariae Geburt nicht ohne fremde Hilfe finanzieren. Das Bistum Aachen hat Zuschüsse in Höhe von 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten in Aussicht gestellt. Blieben schätzungsweise 400.000 Euro oder sogar mehr, die die Kempener Gemeinde selbst aufbringen müsste. Im Herbst 2017 hatte die Gemeinde einen besonderen Spendenaufruf gestartet. Die Kempener Liberalen stellten nach der Bundestagswahl zeitweise große Plakatwände, auf denen zuvor für die FDP geworben worden war, für die Aktion zur Verfügung.

Der rote Farbanstrich ist vor etwa 30 Jahren aufgetragen worden, er ist stellenweise abgeplatzt. Foto: Norbert Prümen

Wie Architekt Blohm-Schröder jetzt im Ausschuss erklärte, dringe seit langem Wasser ins Mauerwerk. Das ist stellenweise erheblich geschädigt. Bei der Sanierung muss zunächst die bestehende Farbschicht abgetragen werden. Die Experten rechnen damit, dass dabei auch Teile des Mauerwerks herausbrechen werden. Die Fassade muss restauriert werden. Dabei wird ein besonderer Putz samt Spezialfarbe aufgetragen. An mehreren Stellen müssen zuvor auch Steine ersetzt werden.

Die Schäden wie hier an der Nordfassade zum Kirchplatz hin sind auch für Laien gut erkennbar. Foto: Norbert Prümen

Die letzte Sanierung der Kirche fand in den Jahren 1981 bis 1993 statt. Damals waren die bauphysikalischen und bauchemischen Kenntnisse noch nicht so weit gediehen wie heute. Von daher wurde aus heutiger Sicht die Fassade nicht so gegen eindringendes Wasser geschützt, wie es notwendig gewesen wäre.

An den schadhaften Stellen ist bereits Wasser ins Mauerwerk eingedrungen. Bei der Sanierung müssen teilweise auch ganze Steine ersetzt werden. Foto: Norbert Prümen

Vor allem aus Kostengründen ist eine schrittweise Sanierung geplant. Im ersten Bauabschnitt soll der Turm mit der Westfassade, die Nordseite einschließlich der Chorkapelle saniert werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich auf die Monate Februar bis November und die Jahre 2019 und 2020 verteilt. Anschließend könnte die Südfassade, die noch nicht so viele Schäden hat, renoviert werden. Für die Sanierung wird die jeweilige Fassade komplett eingerüstet und mit Schutzplanen verhüllt. Das Innere des Gotteshauses könne während der Arbeiten ungehindert betreten und genutzt werden, so Architekt Blohm-Schröder.

Aus Sicht des Denkmalschutzes steht der Kirchensanierung nichts im Wege. Der Landeskonservator hat der Planung zugestimmt, der Denkmalausschuss tat dies am Montagabend ebenfalls. Mit dem Viersener Architekturbüro hat die Kirchengemeinde erfahrene Planer beauftragt. Die Architekten haben bereits etliche Gotteshäuser in der Region saniert.