Die Blo-ese für St. Martin in Kempen sind gepackt

Für St. Martin in Kempen : Die Blo-ese sind gepackt

Über 100 Helfer packten am Freitagnachmittag im Rathaus die „Blo-ese“ – so heißen in Kempen die Martinstüten. 4750 Exemplare wurden mit jeweils 16 Teilen bestückt und stehen jetzt für die Martinszüge am Wochenende bereit.

Im Foyer des Kempener Rathauses stapeln sich die Kartons mit den unterschiedlichsten Süßigkeiten. Kisten voller Äpfel stehen dazwischen. Auf langen Tischreihen liegen bereits geöffnete Kartons mit Keksen, Schokoladen, Gummibärchen und Co. Dutzende Helfer stehen davor. An leeren Rollcontainern warten Schüler der Kempener Gesamtschule. Über dem Ganzen liegt eine gespannte Atmosphäre. „Wir warten auf den Startschuss“, sagt Monika Horten, die zusammen mit ihrem Mann Toni an den zusammengeschnürten Paketen steht, um sie zu öffnen. Es handelt sich um die berühmte Kempener Blo-ese, und die gilt es zu füllen. Alle Augen sind auf Lars Weegen gerichtet. Der Blo-ese-Obermeister lässt seinen Blick über die rund 100 Helfer schweifen, die allesamt ehrenamtlich im Einsatz sind. „4750 Tüten liegen vor uns. Packen wir es an“, gibt Weegen das Startzeichen.

Ein lautes Knistern ist zu hören, als an den insgesamt vier Packstraßen die ersten Blo-ese auseinandergefaltet und weitergereicht werden. Das Packen der Martinstüten beginnt. Wie ein Räderwerk geht es zu. Jede Papiertüte wandert von Hand zu Hand, wobei jeder Helfer ein bestimmtes Teil in die Tüte gibt und sie dann an seinen Nachbarn weiterreicht. Keksrollen, Schokoladentafeln, Gummibärchen, Äpfel und weitere süße Sachen werden eingefüllt. Insgesamt sind es 16 Teile, die in der Blo-ese verschwinden, bevor sie sorgfältig zugetackert wird.

„Ich bin seit mehr als 40 Jahren dabei und habe in all den Jahren immer das erste Teil in die Tüte gepackt“, erzählt Viktoria Müllenbusch. Auch diesmal steht die Seniorin an ihrem Stammplatz. Für Lars Sluka ist es dagegen eine Premiere. „Ich mache zum ersten Mal mit. Ein früherer Schulkamerad hat mir beim Oktoberfest in Kempen davon erzählt. Und ich dachte mir, da mache ich mit“, erzählt der junge Mann, der zu den Blo-ese-Öffnern gehört.

Franziska, Schülerin der Gesamtschule, ist zum dritten Mal beim Packen der Tüten dabei. Foto: Wolfgang Kaiser (woka)

Jeder Handgriff der Helfer sitzt. Geht ein Produkt auf den Tischen zur Neige, sorgten weitere Helfer sofort für Nachschub. Langsam aber sicher nimmt die Höhe der verschiedenen Süßigkeitenkartons ab. Dafür wächst der Berg der Blo-ese, die im hinteren Bereich des Rathaus-Foyers gestapelt werden. Zum Knistern der Papiertüten ist inzwischen ein weiteres Geräusch dazugekommen – das von reißendem Papier.

Einige der jungen Helfer der Gesamtschule treten die leeren Verpackungskartons klein, damit diese platzsparender in den Rollcontainern gesammelt werden können, bevor es in die Entsorgung geht. „Damit habe ich vor sechs Jahren auch angefangen“, sagt Anna. Zehn Jahre war sie damals alt, als sie ihre Mutter beim Blo-ese-Packen besuchte und direkt angesprochen wurde, ob sie nicht helfen könnte. Sie half und blieb. Während sie das letzte Teil in die Blo-ese packt, schließt ihre Mutter Barbara Wolters die Tüte. „Das muss ordentlich sein. Denn sonst haben die Helfer mit den Tackergeräten Probleme beim Schließen“, sagt sie.

Nach der ersten Packstunde gibt es vor dem Endspurt eine Stärkung für die Helfer in Form von Püfferkes.

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