Stadt Kempen: Der Winter kam - das Chaos blieb aus

Stadt Kempen : Der Winter kam - das Chaos blieb aus

Tief "Karin" bescherte gestern auch Kempen und Grefrath beträchtliche Schneemengen. Die Verkehrsteilnehmer zeigten sich weitgehend besonnen. Die Streudienste hatten die Lage im Griff und sind weiter in Rufbereitschaft.

Ob es weiße Weihnachten gibt, kann heute noch kein Meteorologe seriös voraussagen. Definitiv jedoch gibt es einen weißen Advent. Tief "Karin" ließ es besonders in den Morgenstunden in Kempen und Grefrath dicke Flocken schneien. Probleme gab es jedoch kaum: Zum Ende des Berufsverkehrs meldete die Polizei 20 witterungsbedingte Unfälle im Kreis Viersen, am frühen Nachmittag waren es 37. Die Unfälle betreffen das gesamte Kreisgebiet, Schwerpunkte waren nicht zu erkennen. In fast allen Fällen blieb es bei Blechschäden, lediglich eine Person zog sich leichte Verletzungen zu. Unvernünftige gibt es natürlich immer: Ein Autofahrer aus Kaldenkirchen war in Hinsbeck im dichten Schneetreiben mit Sommerreifen unterwegs und rutschte auf ein parkendes Auto.

Gestern mussten die Hausbesitzer wieder Hand anlegen und den Bürgersteig vom Schnee befreien. Foto: wolfgang kaiser

Ansonsten hatten die Warnungen der Polizei und der Wetterfrösche Wirkung gezeigt: Viele, die konnten, stiegen auf Busse und Bahnen um. Wobei manche Busse gestern auch nur langsam vorankamen. Bei der Bahn habe es jedoch keine Beeinträchtigungen gegeben, hieß es. Wer auf das Auto nicht verzichten konnte, fuhr vorsichtig. Ein Gros der Autofahrer startete früher und kalkulierte eine längere Fahrzeit ein. Auch im Kempener Hospital zum Heiligen Geist hielt sich der Andrang gestern in Grenzen: Lediglich zwei Kinder und ein Senior kamen zu Fall, konnten aber nach Behandlung ihrer leichten Verletzungen wieder aus der Ambulanz entlassen werden.

Besonders die Kinder kamen auf ihre Kosten: Kaum aus der Schule heraus, saßen sie schon auf dem Schlitten. Foto: wlfgang kaiser

Der Kempener Bauhof rückte gegen 7 Uhr aus, berichtet dessen Leiter Klaus Staschok. Zunächst kümmerten sich die Mitarbeiter um die Straßen mit der Priorität 1. "Wir haben es geschafft, Salz unter den Schnee zu bringen, damit er nicht anpappt", erklärte Staschok weiter. Mit Beginn des Schneefalls setze dann bereits eine Tauwirkung ein und der Schnee lasse sich besser von der Fahrbahn entfernen. Da für die Nacht zu heute Frost angesagt war, trachte man danach, möglichst viele Straßen zu räumen, damit möglichst wenig festfriert.

Für Sonntag sind weitere Niederschläge gemeldet. Ungewiss jedoch, ob bei prognostizierten Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt in Form von Regen oder Schnee. So oder so, der Kempener Bauhof steht bereit: "Wir haben eine Rufbereitschaft rund um die Uhr", sagt Staschok. In Grefrath rückten die Fahrzeuge bereit um kurz vor 4 Uhr aus. "Die Straßen waren zu dem Zeitpunkt bereits glatt", erklärte Klaus Kückemanns, stellvertretender Leiter des Baubetriebshofes. Der Schneefall habe dann gegen 7 Uhr eingesetzt, besondere Vorkommnisse gab es auf dem Gebiet der Gemeinde Grefrath aber nicht. Was Kückemanns aufgefallen ist: "Die Leute sind richtig verhalten."

Übrigens: Der Wintereinbruch hat auch seine schönen Seiten. Auf der Kempener Burgwiese zum Beispielte fühlten sich Hunde aller Rassen pudelwohl und tobten im Schnee. Im weiteren Verlauf des Tages kam es im Großraum Kempen und Grefrath zu verstärktem Bau von Schneemännern. Und die haben laut Aussage der Wetterfrösche gute Chance, auch die nächsten Tage noch zu erleben.

Strahlende Gesichter bei den Organisatoren des Romantischen Weihnachtsmarktes im Freilichtmuseum in Grefrath. "Bei Schnee ist dieser Weihnachtsmarkt am schönsten", sagt Organisatorin Anke Peters. Rund um die Dorenburg locken morgen (13 bis 21 Uhr) und am Sonntag (11 bis -20 Uhr) die Händler.

(RP)