Vor Dem Schulbeginn: Der Stundenplan - eine echte Herausforderung

Vor Dem Schulbeginn : Der Stundenplan - eine echte Herausforderung

Die rund sieben Quadratmeter große Magnetwand hängt zwar noch im Büro von Dr. Winfried Spanaus, aber auf der Stecktafel haftet kein einzelner bunter Magnet mehr. Wo einst die Feinabstimmung für die Stundenplanerstellung per Hand ablief und Magnetschilder mit Symbolen für Lehrer klebten, an denen erkennbar war welcher Lehrer wann, wo und in welcher Kasse ein bestimmtes Fach unterrichtete, hängen jetzt mehrere afrikanische Flaggen. "Es ist unser zweites Jahr, in dem wir die Stundenplanerstellung ohne die Feinabstimmung über die Stecktafel absolvieren. Stattdessen läuft alles über den Computer und das klappt prima. Allein der Zeitaufwand für das Stecken lag bei gut 25 Stunden. Das Sparen wir uns jetzt", informiert Spanaus, der gerade vor dem Computer mit den beiden Bildschirmen sitzt und die letzte Feinabstimmung per Maus an den Plänen vornimmt.

Die Stundenplanherstellung ist eine mehr als aufwendige Angelegenheit, die den stellvertretenden Leiter des Luise-von-Duesberg-Gymnasiumsund sein Stundenplanteam über Wochen in Atem halten. Los ging es bereits vor den Sommerferien. Aufgrund der Zusammenarbeit mit dem Thomaeum betreffend die Oberstufe gilt es schon früh erste Absprachen für den kommenden Stundenplan zu treffen. "Wir müssen schließlich fünf Lehrer von uns sowie fünf vom Thomaeum koordinieren. Da kann später nichts mehr einfach verschoben werden", sagt Spanaus.

Die beiden Leistungskursschienen mit den verschiedenen Fächern müssen genau geplant sein, bevor es an den restlichen schuleigenen Stundenplan geht. "Hat ein Schüler zum Beispiel einen LK Deutsch und einen LK Kunst, dürfen die nicht auf einer Schiene liegen, weil der Schüler schließlich nicht zeitgleich in zwei Kursen sein kann", pickt Spanaus ein Beispiel heraus, das verdeutlicht, wie komplex die Stundenplangestaltung nicht nur im Hinblick auf Lehrer-, Fachraum- und Fächerverteilung ist. Steht alles für die Oberstufe, folgt die eigentliche Unterrichtsverteilung für alle. Jeder Lehrer wird mit seinen Fächern eingegeben, wobei auch Lehrerwünsche nach Möglichkeit berücksichtigt werden. In den Klassen 5 bis 7 sowie 8 und 9 sollen keine Lehrerwechsel erfolgen, die neuen 5. Schuljahre brauchen Klassenlehrer, es gilt Doppel- und Einzelstunden zu realisieren, die Fachräume sollen eine gute Ausnutzung erfahren, die Integrationsklassen mit ihrer Doppelbesetzung müssen berücksichtigt werden - all diese Daten werden in den Computer eingegeben. Und der rechnet dann. Jeder Lehrer hat 25,5 Stunden Unterricht pro Woche. Das heißt für ein Halbjahr 25 Stunden und für das andere Halbjahr 26 Stunden.

Wenn der stellvertretende Schulleiter Blöcke mit Fächern bewegt, kann er an der am Bildschirm aufleuchtenden Farbe grün sehen, ob die entsprechenden Lehrer frei sind. "Am Anfang hat man noch viel grün. Später wird es immer schwieriger", berichtet Spanaus und bemerkt schmunzelnd, dass letztendlich aber immer alles auf ginge. Es gab vor einigen Jahren sogar einmal eine sogenannte Nullstunde, bei der damals der Spanisch-Unterricht um 7.15 Uhr startete, weil absolut nichts anderes ging.

Dann zaubert Spanaus mit der PC-Maus in der Hand auch noch, wenn es um die wirklich letzten Feinabstimmungen geht In diesem Jahr hat das LvD es sogar möglich gemacht, dass fünf Schüler, die sich einen Französisch-LK gewünscht haben, diesen bekommen. Sie besuchen den ganz normalen Grundkurs, aber Spanaus hat zwei zusätzliche Stunden dazu legen können, so dass die insgesamt benötigten fünf LK-Stunden möglich sind.

Eventuell können sich die Schüler mit Beginn des neuen Schuljahres auf etwas ganz besonderes freuen. Wenn die Lehrerkonferenz zustimmt, wird es am LvD eine App geben, mit der per Smartphone auf den Vertretungsplan und das Schwarze Brett geblickt werden kann. Fällt also ein Lehrer aufgrund Krankheit aus, ist das sofort erkennbar und alle können sich darauf einrichten.

(tref)