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Der Kultur eine Chance geben: Wohnzimmerkonzert in Grefrath-Oedt

Kultur in Grefrath : Wohzimmerkonzert mit Tobias Janssen auf dem Oedelshof

Für ein Online-Konzert stellte Roland Angenvoort sein Wohnzimmer zur Verfügung. Tobias Janssen spielte eine Stunde – bis zum Beginn der Ausgangssperre.

Deutlich über 200 Zuschauer zählte Roland Angenvoort bei seinem ersten Versuch, sein Wohnzimmer für ein Konzert zur Verfügung zu stellen. Live wurde zum Tanz in den Mai das einstündige Programm von Tobias Janssen direkt aus dem Auffelder Oedelshof bei Youtube und Instagram übertragen. „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, zitiert Roland Angenvoort den Philosophen Nietzsche. Über die Plattform Facebook hatte Angenvoort das Angebot von Tobias Janssen entdeckt, für Wohnzimmerkonzerte zur Verfügung zu stehen. „Ich hatte ihn schon einmal live mit seiner Band ,Free Barbie – Kill Ken’ gesehen, war davon sehr angetan, also habe ich ihm einen Auftritt hier bei uns angeboten“, erzählt Roland Angenvoort.

Der Gitarrist und Sänger baute schließlich seine Technik im Oedelshof auf, stellt die Verbindung ins Internet her, und schon konnte es losgehen. Gäste waren nicht zugelassen. „Meine Familie hat sozusagen für Mini-Stimmung gesorgt“, sagt Angenvoort. Janssen lebte lange Zeit in Oedt, ist im Ort gut bekannt. Eine Stunde lang musizierte er, „schließlich musste er vor 22 Uhr wieder zu Hause sein.“ Die Band „Free Barbie – Kill Ken“ steht für Partyrock und hat Ambitionen, in den Kölner Karneval einzusteigen – wenn Corona es zulässt. Janssen selbst steht für ein breit gefächertes Repertoire. „,Purple Rain’ von Prince gehört einfach dazu, aber auch ganz aktuelle Songs in mehreren Sprachen kann er gut interpretieren“, sagt Angenvoort.

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Dem Ratsherr der SPD ist es ein Anliegen, Kunst und Kultur im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen. Laut Coronaschutzverordnung falle dieser Bereich unter den Begriff „Freizeit“. „In meinen Augen sind Museen, Kultureinrichtungen und Veranstaltungen mehr als das. Sie sind Teil unserer Bildungsverantwortung“, sagt er. Er blickt auf die zweite Jahreshälfte und hofft, dass die Kultur wieder ihren angemessenen Raum finden kann. Das gelte nicht nur für die Museen und Theater in den größeren Städten. Auch in Grefrath gebe es so viele Projekte, Vereine und Initiativen, die wieder gehört und gesehen werden wollen. „Wenn man das mit den zuständigen Behörden vernünftig abstimmt, könnte man auch auf dem Grefrather Marktplatz Kultur organisieren“, sagt Angenvoort.

Die zündende Idee, seinen Hof für eine Open-Air-Veranstaltung zur Verfügung zu stellen, hatte er, als er seinen Sohn am Dachfenster Gitarre spielen sah. Hinzu kam, dass er bei einer Veranstaltung in der Buchhandlung Karl Groß ein Duo kennenlernte und die beiden spontan fragte, ob zu Lust auf ein Hofkonzert hätten. „Eine Wiederholung hat sich aufgrund der Pandemie nicht ergeben“, sagt Angenvoort. Nichtsdestotrotz müsse die Kultur unterstützt werden. Viele Künstler verdienten zur Zeit kein Geld.

Angenvoort, für den die Gitarre kein Fremdkörper ist, plant weitere Veranstaltungen auf seinem Hof. Vielleicht kann er bald eine Lesung ankündigen, wenn Kultur live vor Ort wieder möglich sein kann.