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Stadt Kempen: Der Karnevalsprinz und seine Oldtimer

Stadt Kempen : Der Karnevalsprinz und seine Oldtimer

Der Kempener Heinz Kox sammelte Fahrzeuge der früheren amerikanischen Marke Excalibur. Für das übernächste Wochenende plant er ein Treffen von Excalibur-Freunden aus ganz Deutschland. Morgen wird Kox 60 Jahre alt.

Für Heinz Kox gibt es in seiner Freizeit nichts Schöneres, als cool und gelassen mit seinem offenen Oldtimer gemütlich durch den Niederrhein, an den blühenden Feldern vorbei, zu fahren. Heinz Kox, der seit 1980 ein Hydraulikunternehmen Am Selder in Kempen führt, holt dann einen seiner Excalibur aus der Garage. Ein amerikanischer Roadster, der an die Zeit der Luxusautomobile der 1930-er Jahre erinnert, mit seinen großen Kotflügel und dicken Reifen dem alten Mercedes Benz SSK ähnlich sieht, aber unter der Motorhaube eine Technik der 1970er Jahre hat.

"So kann ich am besten entspannen", sagt Heinz Kox, der bei den Ausfahrten neben Lederjacke und -Haube auch seine Ehefrau Hildburg mitnimmt. Und es gibt auch drei Töchter, Alexandra (27), Catherine (29) und Richarda (20), die im Prinzip den eigenen Excalibur fahren könnten. Mittlerweile hat Heinz Kox nämlich drei dieser Fahrzeuge und ein viertes wartet noch in der firmeneigenen "Bastelbude" auf den Zusammenbau. "Das ist ein Unfallwagen, den ich noch komplett wieder instandsetzen muss", sagt der noch 59-Jährige, der am morgigen Mittwoch, 13. August, einen runden Geburtstag feiert.

Die Familie Kox ist in Kempen nicht nur durch die Ausfahrten bekannt. Heinz und Hildburg Kox sind das amtierende Kempener Stadt-Prinzenpaar. Der ganze "Kox-Clan" ist mit viel Herzblut an diesem Brauchtum zur Prinzenfamilie geworden, denn auch die drei Töchter gehören dazu, sind in der närrischen Zeit die Pagen ihrer Eltern. Und der Chef des Hauses, ein Maschinenbauer-Meister ("Heute heißt das wohl Feinmechanikermeister"), könnte sich vorstellen, dass Alexandra, die den "Bachelor of Business Administration" hat und bereits mit in der Geschäftsführung ist, einmal sein Unternehmen weiterführt.

Warum musste es gerade der Excalibur sein? Schon als Kind oder Jugendlicher habe er diesen Wagen in einem Auto-Quartett gesehen, sei sofort davon begeistert gewesen. Hinzu kam sein schon in jungen Jahren handwerkliches Geschick, Heinz Kox: "Schon als Jugendlicher habe ich an den Mopeds rumgeschraubt." Dennoch blieb lange Zeit so ein nostalgisch aussehender Sportwagen vor allem aus finanziellen Gründen erst einmal ein Traum. Bis er so ein Fahrzeug in den 1990er Jahren beim Präsidenten des Kempener Karnevalsvereins, Heinz Börsch, sah und gemeinsam mit ihm in dem beige-bordeauxroten Fahrzeug eine Tour unternahm. Seine Leidenschaft war neu entfacht worden.

Gerade schraubt Heinz Kox mit seinem Mitarbeiter Michael an seinem dritten Excalibur - ein Fahrzeug der Serie 3, Baujahr 1976, mit einem sogenannten V 8 Big Block und etwa 300 PS unter der Haube. "Den setzen wir komplett instand, einschließlich einem neuen klassisch-roten Lack, etwa 250 Stunden haben wir bereits daran gearbeitet, rund 150 Stunden haben wir daran noch zu tun", sagt Kox.

Wie viel so ein auffallendes und seltenes Automobil heute in Sammlerkreisen wert ist, lässt der Mechaniker offen. Er sagte nur allgemein: "Es gibt Fahrzeuge, die wechseln sogar für sechsstellige Beträge den Besitzer. Wenn man aber bereit ist, selbst Hand an zu legen und was daran zu tun, gibt es den Excalibur schon ab etwa 25 000 Euro." Insgesamt seien etwa nur 4000 solcher Autos hergestellt worden. Konkret wird Heinz Kox auch nicht, wenn man nach dem Spritverbrauch dieser Fahrzeuge fragt. Es scheint eine Menge zu sein. Von mehr als 20 Liter kann man wohl ausgehen.

Jedenfalls ist im Hause Kox in den nächsten Wochen ständig was los. Morgen wird Heinz Kox 60, im Oktober ist er 30 Jahre lang mit seiner Ehefrau verheiratet und 30 Jahre wird auch im Dezember seine Tochter Catherine.

Seit einigen Monaten bereitet Heinz Kox ein Treffen des deutschen Excalibur-Freundeskreises vor. Vom 22. bis 24. August kommen mehr als 20 Freunde des Roadsters in die Thomasstadt. Standquartier und Zeit für genügend "Benzingespräche" wird im Schloss Krickenbeck sein. Am Samstag, 23. August, geht es auf eine etwa 220 Kilometer lange Tour durch den Niederrhein. Die Kolonne wird dann gegen 16.30 Uhr auf dem Buttermarkt auch von Kempens Bürgermeister Volker Rübo erwartet.

(wsc)