Der Heimatverein St. Hubert hatte zum Tag der offenen Gartenpforte ins Weberhaus eingeladen

St. Hubert : Offene Tür im Weberhaus: Alles drehte sich um Bienen

Der Heimatverein hatte eingeladen, und es kamen zahlreiche Besucher. Der Garten ist ein blühendes Paradies.

„Siehst Du es fliegen?“, fragt Karin Schubert ihren Mann. „Man sieht, es wird warm“, fügt sie hinzu. Und tatsächlich brummen und summen so allerhand Insekten um die Blüten von Thymian, Borretsch und Katzenminze. Der Garten hinter dem Weberhaus an der Königsstraße in St. Hubert ist nicht groß, aber in seiner Vielfalt eine Augenweide. Und eine Bienenweide. Die Pflanzen, die besonders bienenfreundlich sind, wurden mit kleinen Schildern gekennzeichnet, auf denen eine Biene abgebildet ist.

Karin Schubert, gelernte Floristin, pflegt ehrenamtlich den Garten des alten Hauses. Sie und ihr Mann Frank sind aktive Mitglieder des Heimatvereins St. Hubert. Der Verein mit rund 1600 Mitgliedern unterhält und betreibt das ehemalige Weberhaus als Heimatmuseum. Am Sonntag waren Haus und Garten anlässlich von Museumstag und Tag der Offenen Gartenpforte für Besucher geöffnet. Inhaltlich ging es diesmal vor allem um den Garten und die Bienen. Bei schönem Frühlingswetter nutzten viele die Gelegenheit, durch das 160 Jahre alte Haus zu schlendern, das in original eingerichteten Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen Einblicke in das Leben in früheren Zeiten gibt.

Über den gepflasterten Innenhof mit einer prächtig blühenden und duftenden gelben Rose geht es durch die Scheune mit Waschzuber und Ziegenstall, vorbei am Plumpsklo, hinein in den Garten. Auf der rückwärtigen Ziegelsteinwand der Scheune wurden Baumscheiben mit vielen kleinen Löchern aufgehängt. „Das sind Nisthilfen für Wildbienen und Hummeln“, erklärt Johannes Dicks vom Heimatverein. Der Garten ist im Stil eines Bauerngartens mit streng geformten Beeten und Kieswegen angelegt. Naturschutz wird hier großgeschrieben. So wird die niedrige Ligusterhecke, die den Garten abgrenzt, immer erst nach der Blüte geschnitten. „Ich habe darauf geachtet, dass hier alte Sorten angepflanzt werden“, sagt Karin Schubert. Sie zeigt auf Rosen, Löwenmäulchen, Iris und Pfingstrosen, die in den Beeten schon in schönster Blüte stehen.

Unter dem großen Walnussbaum genießen die Besucher selbstgebackenen Blechkuchen und trinken Kaffee. „Der Walnussbaum ist eigentlich zu groß für den Garten“, sagt Karin Schubert. Aber er habe in Bauerngärten der Region Tradition. „Dort hängte man auch Kleidungsstücke hinein. Die blieben dann ungezieferfrei“, erzählt sie.

In der Einfahrt neben dem Weberhaus hat der Imkerverein Kempen einen Info-Stand aufgebaut, an dem Tütchen mit bienenfreundlicher Blumenaussaat verschenkt wird. Hermann Diederich (76) aus Kempen ist seit mehr als 30 Jahren Hobby-Imker und zeigt in einem Schaukasten eines seines krabbelnden Völker. Er erzählt von der Varroa-Milbe, die aus Asien eingeschleppt wurde. „Ohne Behandlung überlebt unsere Honigbiene höchstens zwei Jahre“, sagt er. Und plädiert für den Schutz der Wildbienen mit derzeit noch 500 Arten.

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