Stadt Kempen: Denkmal-Initiative mischt sich weiter ein

Stadt Kempen : Denkmal-Initiative mischt sich weiter ein

Die Bürgerinitiative "Denk mal an Kempen" hat die Parteien in der Thomasstadt aufgefordert, sich zu ihren Forderungen in Sachen Denkmalschutz zu äußern. Die Initiative plant zudem Info-Stände.

In der nun beginnenden heißen Wahlkampfphase will die neue Denkmal-Initiative von den demokratischen Parteien deren Positionen für eine künftige Denkmalpolitik erfahren. Die Initiative hat deshalb einen Fragebogen an CDU, SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler und Die Linke geschickt. Das Papier bezieht sich auf die sieben Forderungen der Initiative (siehe Kasten). Ein zentrale Forderung von "Denk mal an Kempen" bleibt, den bestehenden Denkmalschutz für das Haus Peterstraße 20 in der Altstadt und die Bebauung an dieser Stelle zweigeschossig zu erhalten.

Für die Initiative ist es wichtig, dass die Bürger die einzelnen Positionen der demokratischen Parteien, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai in Kempen für den Stadtrat kandidieren, erfahren. Dabei geht es nicht nur um den Denkmalschutz, sondern auch um das Thema sozial erschwingliches Wohnen in Kempen. Die Initiative kündigt an, die Ergebnisse der Parteienbefragung noch vor der Kommunalwahl veröffentlichen zu wollen.

Außerdem plant die Gruppierung an den kommenden drei Samstagen bis zur Wahl (10., 17. und 24. Mai) jeweils zwischen 11 und 13 Uhr auf der Engerstraße an einem Info-Stand mit Bürgern über ihre Ziele zu diskutieren und Unterschriften zu sammeln.

Axel Schmitz vom Investor, der Ralf Schmitz Wohnungsbaugesellschaft, die die Häuser an der Ecke Peterstraße und Donkwall erworben hat und dort eine neue Bebauung plant, verfolgt die Diskussion um das Haus Peterstraße 20 und die Aktivitäten der Denkmal-Initiative nach wie vor sehr aufmerksam. "Wir waren von Anfang an dialogbereit, haben das Haus für die Initiative und andere Besucher geöffnet", betont Schmitz. Er sieht sich und die Firma zu Unrecht an den Pranger gestellt. "Wir haben nach reiflichen Überlegungen bei der Stadt beantragt, zu prüfen, ob das Haus Peterstraße 20 aus der Denkmalliste gestrichen werden kann. Dazu haben wir im Vorfeld die Bausubstanz des Hauses von mehreren Bauexperten untersuchen lassen", sagt Axel Schmitz im Gespräch mit der Rheinischen Post.

Ursprünglich sei geplant gewesen, das denkmalgeschützte Haus zu erhalten. "Aber die Statiker haben uns erklärt, dass das nicht möglich ist." Unter anderem fehle eine Brandschutzmauer zwischen den Häusern 20 und 21. Schmitz: "Die Zwischenwände auf den einzelnen Etagen bestehen nur aus Gipskarton. Die Statiker haben uns bescheinigt, dass die nach der Landesbauverordnung vorgeschriebene alleinige Standsicherheit des Hauses Peterstraße 20 nicht gegeben ist."

Die von der Firma Schmitz beauftragten Bauexperten seien zudem zu dem Ergebnis gekommen, dass das Haus Peterstraße 21 (ehemalige Metzgerei Horten) völlig marode sei. Die Kosten für eine Sicherung dieses Hauses seien sehr hoch. Sie überstiegen bei weitem die Kosten eines Neubaus an dieser Stelle, so Schmitz.

Die ursprüngliche, von der Politik als zu massiv kritisierte Neubauplanung, die Investor Schmitz für die Sitzung des Bau- und Denkmalausschusses am 17. März vorgelegt hatte, ist passé. "Wir haben auf die Kritik an dem Entwurf reagiert, die Pläne sind im Papierkorb gelandet", sagt Axel Schmitz. Es seien inzwischen mehrere andere Architekturbüros gebeten worden, alternative Ideen für eine Bebauung an dieser Stelle zu entwickeln. Dabei soll auch berücksichtigt werden, dass die Fassade des Hauses Peterstraße 20 erhalten bleibt und angemessen in eine mögliche neue Bebauung integriert wird.

"Das gesamte Projekt steht unsererseits derzeit auf dem Prüfstand", betont Axel Schmitz. Notfalls werde man die Häuser an Peterstraße und Donkwall wieder verkaufen. Denn eine Sanierung sei für das Unternehmen zu teuer. Noch ist die Firma Schmitz indes zuversichtlich, dem neuen Stadtrat im Herbst eine für alle Seiten tragbare Lösung präsentieren zu können. Axel Schmitz betont in diesem Zusammenhang, dass die Ralf Schmitz Wohnungsbaugesellschaft in den vergangenen 30 Jahren viele denkmalgeschützte Häuser in der Kempener Altstadt vor dem Verfall gerettet hat. "Darauf sind wir als Familienunternehmen, das in Kempen verwurzelt ist, sehr stolz."

Axel Schmitz will die weitere Diskussion um das Thema Denkmalschutz in Kempen aufmerksam verfolgen. Er zeigt sich auch in Sachen Peterstraße 20 weiterhin dialogbereit.

(RP)
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