Das neue Heimatbuch des Kreies Viersen ist erschienen.

Heimatbuch: Eine wahre Fundgrube für alle Heimatfreunde

Das neue Heimatbuch ist mit 400 Seiten das dickste, das es je gab. Es deckt fünf Themenbereiche ab.

Stammleser werden es zu schätzen wissen: Das jetzt erschienene 70. Heimatbuch des Kreises Viersen ist das dickste, das es je gab. Auf 400 Seiten erfährt man wieder allerlei Wissenswertes aus der Geschichte des Kreises Viersen, aber auch aus dem Bereich Natur und Landschaft. Bei der Präsentation des neues Werks zeigte sich Kulturdezernent und Kreisdirektor Ingo Schabrich durchaus beeindruckt: „Es ist sehr bemerkenswert, eine so lange Reihe auf einem so hohen Niveau vorweisen zu können.“ Das Buch komme immer mit neuem Schwung und Überraschungen daher und habe gleichzeitig einen hohen wissenschaftlichen Anspruch.

Archivleiter Michael Habersack zeigte sich begeistert von der Fülle, das sei den Autoren zu verdanken. Fünf Themenfelder decke das Buch ab: Personen, Geschichte, Kunst- und Architekturgeschichte, Natur und Landschaft sowie Kreisarchiv. „Es ist wieder ein echtes Kompendium des Wissens“, sagte Habersack, das gelte auch für die Heimatbücher der vergangenen Jahre. Chronologisch jüngster Beitrag ist ein Porträt des ehemaligen Oberkreisdirektors Rudolf H. Müller, der in Kempen lebte und im vergangenen Jahr verstorben ist. Autor ist Prof. Leo Peters, langjähriger Dezernent des Kreises Viersen. „Die Leser erfahren hier nicht nur vieles aus den Lebensstationen Müllers, sondern auch Interessantes aus den Anfangsjahren des Kreises Viersen“, sagt Habersack. Ein bislang unbekannte Foto des jungen Müller, das aus Familienbesitz stammt, ziert den Umschlag des neuen Heimatbuchs.

Einer der Autoren ist Ludger Peters, der sich mit der Geschichte der Gemeinde Leuth von 1926 bis 1969 beschäftigt hat. Allerlei hat sich ereignet in diesen Jahrzehnten. Heute ist Leuth Bestandteil der Stadt Nettetal. Theo Optendrenk beschäftigt sich seit 35 Jahren mit der Geschichte der Herren von Bocholz zu Bocholz, einer ihrer Rittersitze befand sich in Lobberich. Das Wappen, das sich heute in der Alten Kirche befindet, ist fragmentarisch erhalten.

Ansgar Reichmann schreibt über das 30-jährige Bestehen der Biologischen Station Krickenbecker Seen, deren Geschäftsführer er ist. „Ich habe neulich mal in meinem Kopf nach vorne gekramt, was in dieser Zeit so geschehen ist“, sagt er und lobt besonders die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, ohne die vieles nicht möglich gewesen wäre. Grundfrage der Arbeit sei stets: Wie gehen wir mit der Landschaft um? Es liege den Beschäftigten am Herzen, die Menschen am Naturschutz teilhaben und die Schönheit sehen zu lassen.

  • Viersen

Mit dem heute weitgehend vergessenen Henrici-Plan hat sich Archivmitarbeiterin Vera Meyer-Rogmann beschäftigt. Er stammt aus dem Jahre 1910 und ist der erste Versuch einer Stadtplanung für Kempen. Durch den Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 ist nie etwas Konkretes daraus geworden. „Er nimmt aber einiges vorweg, was nach dem Zweiten Weltkrieg realisiert wurde“, sagt die Autorin. Der Plan wird zurzeit restauriert, einige Teile sind aber unrettbar verloren.

In der Rubrik „Aus dem Kreisarchiv“ beschreiben die Schülerin Clara Enning und Archivmitarbeiter Jürgen Grams ein Schulprojekt mit dem Kempener Gymnasium Thomaeum: Jugendliche haben aktuelle Fotos historischen Vorlagen aus Kempen gegenübergestellt. Das Ergebnis ist unter www.re.photos/de/ zu sehen. Wer möchte, kann dort per Mausklick von den historischen zu den aktuellen Fotos überblenden.

Das Heimatbuch ist in einer Auflage von 2500 Exemplaren erschienen und für zwölf Euro im Kreisarchiv (Burg), im Buchhandel oder unter ww.kreis-viersen.de/heimatbuch erhälich. Zu jeder gedruckten Ausgabe gibt es das Ebook kostenlos dazu. Das Ebook alleine kostet fünf Euro.